Initiative `Wahlzusage / Mehr Politik, weniger Demokratie'C. Kölln und C. Köpp bei den Aufnahmen zu `Gehobene Narrenfreiheit´ (1996) in Hamburg-Eilbek




HÖRSPIEL-SCRIPT

Gehobene Narrenfreiheit

(Teil I - II - III - IV):


"Die Kommission"




FREUDENBERG (Direktor)


SCHMIDT-PAULSEN (Betriebsrätin)


WESSEL (Betriebsrat)


ANDERSEN (Chefsekretärin)



Im Hintergrund läuft eine Bundestagsübertragung.

FREUDENBERG Nehmen Sie die Tasse bitte noch mit hinaus, Frau Andersen ? Sie haben doch noch eine Hand frei, nicht wahr ?

ANDERSEN Aber natürlich, Herr Doktor Freudenberg. Hat Ihnen denn mein Kaffee heute geschmeckt ?

FREUDENBERG Ja, zum Glück. Vielen Dank. Sie haben sich sicher gedacht : "Bei den unangenehmen Gästen, die der Direktor heute empfangen muss, mache ich ihm lieber einen schönen starken Kaffee", nicht wahr ?

ANDERSEN Ach, ich finde, jetzt übertreiben Sie aber ein wenig, Herr Doktor Freu denberg ! Wenn ich die Frau Schmidt-Paulsen und den Herrn Wessel in der Kantine treffe, sind die beiden jedenfalls immer sehr nett, das kann man nicht anders sagen.

FREUDENBERG Nur gut, dass ich die dort nicht treffen muss! Obwohl das ja leider auch wieder den Nachteil hat, dass das Essen fast immer schon ziemlich kalt ist, wenn ich es mir hier nach oben ins Büro kommen lasse. Naja, immer noch besser, als da unten jeden Mittag dem versammelten Betriebsrat über den Weg laufen zu müssen.

ANDERSEN Die Herrschaften warten übrigens schon im Vorzimmer. Sie sagten ja, ich soll die dort ruhig ein bißchen sitzen lassen.

FREUDENBERG Als Mitglied der Geschäftsleitung dieser Firma werde ich mir schließ lich wohl noch in Ruhe die Haushaltsdebatte im Fernsehen zu Gemüte führen dürfen, wenn ich das für richtig halte. Es ist ja wohl deren Problem, wenn die sich so unverschämt früh anmelden, gleich nach der Mittagspause. Das war doch wirklich wieder einmal die pure Bosheit von dieser Schmidt-Paulsen, unser Gespräch um Viertel nach eins anzusetzen. Die weiß doch ganz bestimmt genau, dass eine Haushaltsdebatte um diese Uhrzeit gerade am spannendsten wird.

ANDERSEN Soll ich den Fernseher ausschalten, Herr Direktor ?

FREUDENBERG Drehen Sie nur den Ton ab. Wir wollen es nicht übertreiben. Erregt: Außer deren ständigen, überflüssigen Betriebsratsbeschlüssen muss ich schließlich auch noch ein paar andere Dinge im Kopf haben. Das dürfen die ruhig einmal mitbekommen.

ANDERSEN beschwichtigend: Damit haben Sie sicher recht, Herr Doktor Freu denberg. Schaltet den Ton aus.

FREUDENBERG Ich sage Ihnen was: Die würden garantiert am liebsten selber die Führung hier übernehmen und meine Kompetenz ganz einfach untergraben, nachdem sie zuvor erst einmal ordentlich für Chaos gesorgt haben mit Hilfe ihrer sogenannten Mitbestimmung.

ANDERSEN Bitte beruhigen Sie sich doch, Herr Direktor ! dass die da draußen gleich zu zweit anrücken, beweist uns doch eigentlich nur, dass sie sich offenbar alleine nicht zu Ihnen trauen. Da werden Sie sicherlich ein leichtes Spiel mit denen haben, diesen Wichtigtuern vom Dienst.

FREUDENBERG nüchtern: Die Firmeninteressen kann alleine nur derjenige vertreten, dem ausschließlich das Wohl des Unternehmens am Herzen liegt und nicht das der Parasiten, die sich da tagtäglich in seinen Eingeweiden tummeln und die etwa so leicht zu ersetzen sind, wie eine Tube Zahnpasta.

ANDERSEN Sie werden diesen Herrschaften, die da in Ihrem Vorzimmer darauf warten, Ihnen Ihre kostbare Zeit stehlen zu dürfen, heute einmal zeigen, was eine Harke ist.

FREUDENBERG Frau Andersen: Schicken Sie mir die Damen und Herren vom Betriebs rat jetzt bitte herein !

ANDERSEN Gerne, Herr Direktor ! Öffnet die Tür.

FREUDENBERG leise: So ein Aufwand für unsere eigenen Leute Idiotisch !

ANDERSEN im Rausgehen: Wenn Sie jetzt bitte reinkommen möchten ? Der Herr Doktor Freudenberg hat nun Zeit für Sie.

SCHMIDT-PAULSEN Wie schön ! Betritt mit Wessel das Büro.

FREUDENBERG Na, wir sind ja beinahe schon alte Bekannte, nicht wahr ? Frau Schmidt-Paulsen und der Herr Wessel vom Betriebsrat !

SCHMIDT-PAULSEN Guten Tag !

WESSEL Guten Tag !

FREUDENBERG Es ist irgendwie beruhigend zu wissen, dass Sie sich in regelmäßigen Abständen immer mal wieder meiner erinnern. Nehmen Sie doch Platz, bitte.

SCHMIDT-PAULSEN Danke. Ja, wir haben in letzter Zeit wirklich oft miteinander zu tun, das stimmt. Wenn auch die Anlässe leider nicht immer...

WESSEL Nun fallen Sie dem Herrn Direktor doch nicht gleich mit der Tür ins Haus, Frau Schmidt-Paulsen ! Bei DER Bedeutung unseres heutigen Anliegens müssen wir den Herrn Direktor schon etwas behutsamer angehen. Sein Wort hat doch schließlich Gewicht hier oben in der Unter nehmensführung !

SCHMIDT-PAULSEN Aber es ist nicht ausschlaggebend.

FREUDENBERG feindselig: Was wollen Sie ?

SCHMIDT-PAULSEN Sie haben sich hier neu eingerichtet, stimmt´s ?

FREUDENBERG brummt zustimmend.

WESSEL Das fällt mir jetzt auch gerade auf. Sah doch vor ein paar Wochen noch ganz anders aus, Ihr Büro.

SCHMIDT-PAULSEN Oh, Sie haben neuerdings auch Familienfotos auf Ihrem Schreib tisch stehen ! Das in dem großen Rahmen da rechts: Wer ist das ? Ist das Ihre Frau ?

FREUDENBERG Selbstverständlich ist das meine Frau ! Meinen Sie vielleicht, ich stell´ mir hier auf meinen Schreibtisch ein Bild von meiner Geliebten ?

SCHMIDT-PAULSEN bekräftigt ihre Unterstellung durch ein fragendes Murmeln.

FREUDENBERG Also, von der brauche ich wirklich kein Foto in meinem Büro. Ich kann sie schließlich jederzeit hierher oder sonstwohin bestellen, wenn mir danach ist. Dafür habe ich eigens eine der Firmenlimousinen abstellen lassen. Es muss einfach alles ein wenig Stil haben, finden Sie nicht ?

SCHMIDT-PAULSEN Wie romantisch ! Und so praktisch, wenn es noch dazu automatisch auf Kosten des Betriebes geht !

FREUDENBERG Das läßt sich wohl schlecht vermeiden. Oder denken Sie etwa, ich zwacke die Mittel für diesen Luxus meiner Frau von ihrem Wirtschafts geld ab ? Lachend: Also, bitte ! Ganz so skrupellos bin ich dann doch wohl auch wieder nicht.

WESSEL Jedenfalls haben Sie hier einiges verändert.

FREUDENBERG Ja, ich habe einen Schwenk zurück von Fichtenholzmöbeln zum guten alten Chrom gemacht, und das natürlich auch nicht ohne Hintergedanken: Unser Unternehmen stellt schließlich Automobilkom ponenten her Da wirken Einrichtungen, die aus den in letzter Zeit ja leider immer weiter zurückgehenden Waldbeständen hergestellt wer den, auf nicht bei uns angestellte Gesprächspartner, die mich hier in meinem Geschäftszimmer aufsuchen, vielleicht doch etwas provokant. Die Frau Andersen hat mich auf diesen Widerspruch hingewiesen, und ich muss sagen: Wo sie recht hat, hat sie recht.

WESSEL So blankpolierte, chromige Möbel wirken irgendwie ja wirklich ungemein seriös, finde ich. Da merkt man außerdem auch gleich, dass in diesem Büro ein ordnungsliebender Geist am Wirken ist.

SCHMIDT-PAULSEN Ach ja, die Ordnung ! Damit kann man die Leute wohl immer noch am besten drankriegen. Die stehen darauf, und die haben auch nie irgend wann mal genug davon.

FREUDENBERG Das wird im allgemeinen leider unterschätzt. Aber wieso kommen ausgerechnet Sie mir eigentlich mit Ordnung ? Als ob ich in dieser Beziehung von Ihnen etwas lernen könnte ! Im Gegensatz zu den Räumlichkeiten Ihres Betriebsrates werden Sie hier bei mir mit Sicherheit auf keinen einzigen Bürogegenstand stoßen, der sich nicht auf dem für ihn vorgesehenen Platz befindet.

SCHMIDT-PAULSEN Keine Anarchie in der Unternehmensführung ? Das ist jetzt aber eine herbe Enttäuschung !

WESSEL Ich dachte eigentlich immer, wo dem Geschäftsvorstand in dieser obersten aller Etagen doch nun wirklich niemand mehr auf die Finger zu schauen wagt, würde hier vielleicht so etwas, wie eine Art gehobene Narrenfreiheit herrschen.

FREUDENBERG Wie kommen Sie auf den weltfremden Gedanken, wir würden hier oben niemandem gegenüber Rechenschaft ablegen müssen ? Die Wirtschaftsprüfer unseres Mutterkonzerns geben sich in meinem Büro geradezu die Klinke in die Hand. Absolut enervierend, das können Sie mir glauben.

SCHMIDT-PAULSEN Und demnächst werden Sie sogar noch mehr Besuch bekommen !

FREUDENBERG ungeduldig: Warum ?

SCHMIDT-PAULSEN Der Betriebsrat hat am 14.September 1995 einstimmig die Einbe rufung einer Ethikkommission für unsere Firma beschlossen.

FREUDENBERG Nicht doch !

WESSEL Fairerweise muss man aber wohl noch dazusagen , dass die Frau SchneiderPeters und der Herr BergmannRickert bei der Abstimmung nicht anwesend waren.

FREUDENBERG Da werden Namen scheinbar als Trophäen gehandelt... .

SCHMIDT-PAULSEN Herr Freudenberg, bitte ! Es erschwert unsere Arbeit im Betriebsrat durchaus enorm, wenn zwei so erfahrene Fachkräfte wie die Frau SchneiderRickert und der Herr BergmannPeters uns nicht unterstützen können.

WESSEL Aber das geht im Augenblick leider wirklich nicht. Die beiden nehmen nämlich momentan gerade ihren wohlverdienten Mutterschaftsurlaub.

SCHMIDT-PAULSEN Ihren Mutterschafts und ihren Erziehungsurlaub.

WESSEL Ja, natürlich.

SCHMIDT-PAULSEN Um nun noch einmal auf unsere Kommission zurückzukommen: Deren Wirkungsfeld wird naturgemäß natürlich eher in den oberen Planungs und Managementetagen angesiedelt sein, also auch bei Ihnen.

FREUDENBERG leicht ironisch: Das hört sich interessant an.

WESSEL Schön, dass es Ihnen gefällt.

SCHMIDT-PAULSEN Aber wirklich nötig wäre es nicht.

FREUDENBERG Und es ist wirklich schon beschlossene Sache ?

SCHMIDT-PAULSEN Ja, seit ungefähr zwei Monaten.

WESSEL scherzhaft: Widerstand ist zwecklos. Hahaha !

FREUDENBERG Gegen den Betriebsrat allerdings. Da gebe ich mich keinen falschen Hoffnungen hin. Reine Zeitverschwendung.

SCHMIDT-PAULSEN Wie realistisch Sie sein können !

FREUDENBERG `EthikKommission´ Das ist auch wieder so ein neumodischer Begriff !

WESSEL Ethik ?

FREUDENBERG EthikKommission ! Halten Sie mich jetzt doch bitte nicht für unge bildeter als mir Ihre BetriebsratsKollegen das ohnehin schon unterstellen.

SCHMIDT-PAULSEN Sie Ärmster !

FREUDENBERG Ich möchte Sie beide aber bezüglich Ihrer Wortwahl hier in meinem Wirkungsbereich vorsorglich schon einmal bitten, sich mit solchen Ausdrücken, wie Moral, Anstand, Ethik und wie auch immer, möglichst zurückzuhalten.

WESSEL Wieso denn das ?

FREUDENBERG Verstehen Sie mich da bitte nicht falsch : Soweit ich weiß , steht in bezug auf solch eine Wortwahl doch bis heute der endgültige wissenschaftliche Beweis dafür, dass die Inhalte solcher Begriffe ökonomische Vorgänge nicht eventuell doch negativ beeinflussen können, noch aus.

SCHMIDT-PAULSEN Das ist ja wirklich ein Ding !

FREUDENBERG Eine gewisse Penibilität diesbezüglich können Sie mir also guten Gewissens gerne als betriebstechnische Risikominimierung anrechnen. Noch Fragen ?

WESSEL Was genau verstehen Sie bitte unter dem Begriff "betriebstechnische Risikominimierung" ?

FREUDENBERG Das ist zur Abwechslung wirklich einmal eine interessante Frage.

WESSEL Danke, Herr Direktor.

FREUDENBERG Sie bringt uns bei diesem Problem nur leider nicht weiter.

WESSEL seufzt enttäuscht.

FREUDENBERG Letztes Jahr war´s die moderne Kindertagesstätte, die auf einmal existentiell wichtig sein sollte für...

SCHMIDT-PAULSEN Na, wofür wohl schon ?

FREUDENBERG Warten sie mal Ich weiß sogar noch, wie Sie das damals begründet hatten... Ja, genau: Für die soziale Reputation unseres Unternehmens inner halb der Automobilzulieferbranche. Und, meine Herrschaften: Ist diese überaus kostenintensive Einrich tung jetzt vielleicht auch nur annähernd ausgelastet ?

WESSEL Auch, wenn Sie das vielleicht anders sehen, Herr Direktor: Das war damals in der Tat für das menschliche Klima innerhalb unseres Betriebes ein enorm wichtiges und zudem prestigeträchtiges Projekt.

SCHMIDT-PAULSEN Wenn der Firmenvorstand uns außerdem für unser Unterfangen lediglich ein betriebseigenes Gebäude direkt an einer stark be fahrenen Schnellstraße zur Verfügung stellt, dann müssen insbeson dere Sie sich jetzt auch nicht wundern, wenn´s meistens leersteht. Waren Sie nicht damals eigentlich sogar für die Zuteilung der Räum lichkeiten zuständig ?

FREUDENBERG Ganz richtig. Ich erinnere mich nur zu genau daran, weil mir dieses Projekt damals schon enorm gegen den Strich ging. Und jetzt wird diese pompöse Tagesstätte nicht einmal genutzt ! Aber das Gebäude wird nicht mehr lange leerstehen, das kann ich Ihnen versprechen. Spätestens nächsten Frühling wird dort wieder gearbeitet.

WESSEL spöttisch: Toll !

FREUDENBERG Der einfache Angestellte neigt heutzutage leider dazu, nicht mehr so recht zu wissen, was das Richtige für ihn ist. Eine traurige Tatsache, die Ihr Verein sich immer schamloser zu Nutze macht, anstatt die Leute einfach ihre Arbeit tun zu lassen.

SCHMIDT-PAULSEN Arbeiten, arbeiten. Aus Ihrem Mund hört man aber auch das ganze Jahr über fast ständig nur dieses eine Wort: Arbeiten. Und was steckt dahinter ?

WESSEL Sinnlos irgendwie, sich darüber Gedanken zu machen.

SCHMIDT-PAULSEN Bei Leuten wie ihm ist es doch jedesmal dasselbe: Die Gier nach Macht und Geld.

FREUDENBERG Irgendwo in unserer Firma müssen ja schließlich die Gewinne er wirtschaftet werden, die unserer eifriger Betriebsrat dann sogleich wieder mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen darf.

WESSEL Sie sind aber heute wirklich schlechter Laune, Herr Freudenberg. Was läuft denn nicht bei Ihnen ? Buckeln Ihre Untergebenen vielleicht in letzter Zeit nicht mehr so, wie Sie es von ihnen immer gewohnt waren ?

SCHMIDT-PAULSEN gespielt entrüstet: Herr Wessel !

WESSEL Tja, dafür könnte natürlich ein bisschen auch unser letztes Flugblatt über das Mißmanagement in unseren Vorstandsetagen und die skandalöse Überbezahlung einiger unserer Führungskräfte verant wortlich sein. Das hat wahrscheinlich den einfachen Angestellten ein wenig gegen Ihresgleichen aufgebracht, habe ich nicht recht ?

FREUDENBERG Was soll denn das wieder heißen: Gegen `meinesgleichen´ ? Sie halten sich jetzt wohl auch noch für was Besseres, wie ?

SCHMIDT-PAULSEN Vielleicht ärgert es ihn ja auch nur, dass das SekretärinnenBetätscheln in letzter Zeit so hartnäckig von uns geahndet wird. Insbesondere seitdem wir gegen seinen erbitterten Widerstand unser Beratungsbüro für die Opfer solcher Übergriffe eingerichtet haben. Ein toller Erfolg und eine richtige Klasseidee !

FREUDENBERG Ich erinnere mich: Eines Ihrer wirklich lobenswerten Projekte gegen die Diskriminierung der Frauen am Arbeitsplatz. Das ohnehin übliche Mobbing beeinträchtigt die Produktivität unserer Mitarbeiter ja auch nur mäßig: Allenfalls minus zehn, zwanzig Prozent. Aber mit Ihrer neuen Einrichtung sorgen Sie ja jetzt für richtige Zwie tracht in unseren Büros, gratuliere.

WESSEL Da sind wir auch mächtig stolz drauf.

FREUDENBERG Glaube ich Ihnen gerne. Kurzes Schmunzeln. Und nun ist es also eine EthikEmission. Als ob die Umwelt durch die von uns mitproduzierten Autos nicht eigentlich schon genug zu leiden hätte, nicht wahr ? Lacht.

SCHMIDT-PAULSEN KOMMission, Herr Freudenberg, KOMMission.

FREUDENBERG Sie meinen das ernst, was ?

WESSEL Wir stehen hundertprozentig dahinter.

FREUDENBERG Naja, zumindest klingt es nicht so kostspielig, wie Ihre sonstigen Einfälle.

SCHMIDT-PAULSEN Und wir werden sicher alle lange etwas davon haben ! Ist das nicht schön ?

FREUDENBERG Und es wird nicht wieder so teuer, das versprechen Sie mir ?

WESSEL Keine Sorge, Herr Direktor ! Bei dieser Einrichtung wird es schließlich vornehmlich um fixkostenunabhängige Wertvorstellungen gehen.

FREUDENBERG angeekelt: Ah ! Werte !

WESSEL Oh, entschuldigen Sie bitte ! Gehört dieses Wort etwa auch auf Ihre Liste unerwünschter Ausdrücke ?

FREUDENBERG Es ist Dank Ihrer Hilfe soeben neu darin aufgenommen worden. Einstimmig Von mir. Da hat meine Sekretärin gleich wieder etwas zu tun, die Liste zu vervollständigen. Auf diese Weise kommt die Frau Andersen vielleicht endlich auch mal auf andere Gedanken und rennt nicht ständig in Ihr gemeingefährli ches Belästigungsbüro. Das wird mir ohnehin langsam unheimlich, dieses Getue. Ich werde Ihnen beiden demnächst eine Kopie des fertigen Werkes zuschicken, wenn Sie einverstanden sind.

SCHMIDT-PAULSEN Aber jederzeit ! Die innerbetriebliche und sagen wir mal `inner hierarchische´ Kommunikation in unserem Unternehmen darf doch keinesfalls aufgrund solch banaler Verständigungsschwierigkeiten auf´s Spiel gesetzt werden.

WESSEL Großartig, Frau Schmidt-Paulsen ! Treffender hätte ich das jetzt auch nicht formulieren können.

FREUDENBERG Es ist wirklich bemerkenswert: Ich auch nicht.

WESSEL Und das stimmt Sie nun wahrscheinlich nachdenklich ?

FREUDENBERG Nein, seltsamerweise überhaupt nicht.

WESSEL Na, dann ist doch eigentlich alles in Ordnung ?

FREUDENBERG Könnte man meinen, ja.

Download der Hörspiel-Vertonung von 1995/96: Hörspiel-Podcast
(Autorenproduktion)



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