Initiative `Wahlzusage / Mehr Politik, weniger Demokratie'C. Kölln und C. Köpp bei den Aufnahmen zu `Gehobene Narrenfreiheit´ (1996) in Hamburg-Eilbek




HÖRSPIEL-SCRIPT

Gehobene Narrenfreiheit

(Teil I - II - III - IV):


"Drogen"




FREUDENBERG (Direktor)


SCHMIDT-PAULSEN (Betriebsrätin)


WESSEL (Betriebsrat)


ANDERSEN (Chefsekretärin)





SCHMIDT-PAULSEN Nur mal so nebenbei: Warum läuft hier eigentlich die ganze Zeit der kleine Fernseher auf Ihrem Aktenschrank ? Seit ich hier in Ihrem Büro sitze, sehe ich da neben Ihnen einen unan sehnlichen Mann nach dem anderen wichtigtuerisch gestikulieren. So ohne Ton haben solche Vorstellungen richtiggehend etwas Verzweifeltes an sich, finden Sie nicht ?

FREUDENBERG Das ist die Haushaltsdebatte im Bundestag.

SCHMIDT-PAULSEN Ich ahnte es.

WESSEL Der Herr Freudenberg wird schon wissen, warum er den Apparat laufen läßt, nehme ich an.

SCHMIDT-PAULSEN Aber ohne Ton ?

WESSEL Hoffentlich verpassen Sie jetzt wegen uns nicht irgendeine rhetorische Glanzleistung, Herr Direktor.

FREUDENBERG Jemand, der über eine ausgeprägte Menschenkenntnis verfügt und darüber hinaus in aller Bescheidenheit ein erfahrener Beobachter des tagespolitischen Geschehens ist, der benötigt bei so einer Debatte keinen Ton...

SCHMIDT-PAULSEN Das muss ja wirklich ein außergewöhnlicher Mensch sein ! Von wem, um Himmels Willen, redet er da bloß ?

WESSEL ermahnend: Frau Schmidt-Paulsen !

FREUDENBERG ...dem verraten Mimik und Körpersprache der Akteure alles, was er über die Gesprächsdramaturgie wissen muss.

SCHMIDT-PAULSEN Nicht zu vergessen die unzähligen Schweißperlen auf den Stirnen der Redner soweit männlich und die hochrotanlaufenden Köpfe, die dem Zuschauer vermutlich so etwas wie Engagement vorgaukeln sollen.

FREUDENBERG Frau Betriebsrätin ! Wenn man Ihnen so zuhört, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, Sie hätten etwas an unserer demokratischen Streitkultur auszusetzen.

SCHMIDT-PAULSEN An unästhetischen alten Männern, die nach wie vor die Geschicke dieses Landes bestimmen, habe ich etwas auszusetzen.

FREUDENBERG abschätzig: Nach was für unsachlichen Kriterien bilden SIE sich eigentlich Ihre Meinung, Frau Schmidt-Paulsen ?

SCHMIDT-PAULSEN murrend: Ist doch wahr !

WESSEL Tja, also in diesem Fall stimme ich, denke ich, mit Ihrer Sicht der Dinge zur Abwechslung einmal nicht überein, Frau Kollegin. Und ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob Sie unsere Bundestags abgeordneten nicht vielleicht doch insgeheim ein bißchen bemitleiden.

FREUDENBERG Bemitleiden ?

SCHMIDT-PAULSEN Warum sollte ich DAS wohl tun ?

WESSEL Wenn Sie sich einmal die Alltagsarbeit eines Abgeordneten oder einer Abgeordneten vor Augen halten: Gewinnen Sie da nicht den Eindruck, dass das ein ganz frustrierender und nervtötender Beruf sein muss ?

SCHMIDT-PAULSEN Verstehe ich Sie da richtig ? Mir sollen also diese überbezahlten Personifizierungen gesellschaftlichen Stillstandes auch noch leid tun, oder wie ?

WESSEL Ich meine, wie die sich da alleine schon gegenseitig anöden im Fern sehen. Stellt den Fernseher etwas lauter. Das merkt man doch richtig auch als Zuschauer, finden Sie nicht ?

SCHMIDT-PAULSEN nachdenklich: Hm, naja. Kann schon sein.

WESSEL Und das womöglich sieben Tage die Woche ! Das politische Leben kommt doch schließlich auch an Sonntagen nicht zur Ruhe. Sowas kann man doch auch mal anerkennen.

FREUDENBERG Wenn Ihnen das wirklich so imponiert, warum unterstützen Sie mit dem Betriebsrat dann nicht auch die Forderung der Unternehmensführung nach Flexibilisierung der Arbeitszeiten ?

WESSEL befremdet: Wonach ?

FREUDENBERG Wenn es z.B. nach mir ginge, bräuchten unsere Angestellten in dieser Beziehung denen von Ihnen bewunderten Politikern in nichts nach stehen.

SCHMIDT-PAULSEN Kann ich mir vorstellen.

WESSEL Wenn Sie uns dann auch bezahlen, wie Politiker...

FREUDENBERG belustigt: Das könnte Ihnen so passen, wie ?

WESSEL Ich glaube außerdem nicht, dass die Frau Schmidt-Paulsen den Damen und Herren Politikern ihre unbequemen Arbeitszeiten neidet.

FREUDENBERG Das ist mir schon klar.

SCHMIDT-PAULSEN Es macht mich langsam ehrlich gesagt etwas nervös, Herr Wessel, dass Sie mir ständig erklären wollen, was ich Ihrer Meinung nach denke.

WESSEL Oh, das tut mir leid ! Aber um diese Dauerbelastung für unsere Parlamentarier noch einmal aufzugreifen: Die muss doch die Lebens qualität dieser Leute mit Sicherheit ganz schön senken. Da kann ich mich eigentlich sogar ganz gut reindenken: Niemals abschalten zu können mit der Familie in der sauer verdienten Villa im Grünen; Ständig bereit, irgendwelchen neugierigen Journa listen ihre hyperkritischen Fragen zu beantworten; Immer auf der Hut vor noch so einem parlamentarischen Untersuchungsausschuß, der penetrant versucht, irgendwelche verlorengegangenen Steuermillionen aufzuspüren. Das muss doch absolut deprimierend sein !

FREUDENBERG Ich glaube fast, ich habe Sie bis eben völlig falsch eingeschätzt, mein lieber Herr Wessel.

WESSEL Also, ich für meinen Teil kann es da ja durchaus nachvollziehen, wenn unsere gewählten Volksvertreter unter dieser Belastung zu harten Drogen greifen müssen, um das Tag für Tag durchzustehen.

FREUDENBERG ängstlich: Hm ?

SCHMIDT-PAULSEN Sie meinen, man sollte Kokain gesetzlich endlich freigeben oder wenigstens Hasch ? Wäre auch langsam an der...

WESSEL Ach was ! Wenn man´s genau nimmt, ist das doch eigentlich alles Kinderkram. Drogen für asoziale Zukurzgekommene. Ich denke da natürlich an die Stoffe, die den menschlichen Geist, bzw. das, was von ihm noch übriggeblieben ist, wirklich zu beflügeln ver mögen: Macht und Korruption, aber Macht vor allem.

SCHMIDT-PAULSEN Als Rauschmittel ?

WESSEL Als Aufputschmittel.

SCHMIDT-PAULSEN Darauf hätte ich eigentlich auch kommen können.

FREUDENBERG um Fassung ringend: Herr Wessel ! Sie sehen mich empört !

WESSEL Und alle, ich bin sicher: alle, die dagegen zu Felde ziehen, darüber Enthüllungsberichte publizieren und sich dabei immer wieder auf´s Neue entrüsten teilweise ja recht amüsant sind doch im Grunde nur neidisch und frustriert. Weil sie nämlich genau wissen, dass sie selber während ihres durch schnittlichen irdischen Daseins niemals in den Genuß dieser Wunder mittel kommen werden.

FREUDENBERG Das ist ja schon nicht mehr einfach nur links Das ist ja richtig kriminell !

SCHMIDT-PAULSEN Ein wirklich interessanter Gedanke, Herr Wessel. Sie meinen also, aus den ständigen Presseattacken gegen bestechliche Parlamentarier spricht lediglich so etwas wie Futterneid ?

WESSEL Na, was denn sonst ? Wenn man diesen Medienleuten mal tatsächlich selber solche beflügelnden Stoffe anbieten würde , gegen die sie in ihren Berichten ständig wie wild wettern : Was meinen Sie wohl , würden sie tun ?

SCHMIDT-PAULSEN zögernd: Sie würden wohl der Versuchung erliegen.

WESSEL Zweifeln Sie daran ?

FREUDENBERG Allerdings !

SCHMIDT-PAULSEN Nein, eigentlich nicht. Das wäre doch aber irgendwie fast auch ver ständlich, wo diese Wundermittel schließlich dermaßen ungerecht unter der Bevölkerung verteilt sind. Das ist doch unfair dem einfachen Bürger gegenüber, meinen Sie nicht ?

WESSEL Naja. Unfair ist das vielleicht schon, das kann sein. Man hat sich wahr scheinlich auch einfach nur schon zu sehr daran gewöhnt, dass eine bestimmte Elite da halt Privilegien genießt. Das geht ja nun schließlich auch nicht erst seit gestern so.

SCHMIDT-PAULSEN Sollte man dann jetzt nicht langsam daran gehen, diese Stoffe einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen ?

FREUDENBERG Sie beide legen es wohl heute darauf an, mich hier in eine Herzattacke zu treiben, was ?

WESSEL Einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen ? Ja warum eigent lich nicht ? Lachend: Karrierebesessene Tankwärter.

SCHMIDT-PAULSEN ebenfalls lachend: Bestechliche Stewardessen.

WESSEL Machtsüchtige Kanalisationsarbeiter.

SCHMIDT-PAULSEN Geldgeile Empfangsdamen, rücksichtslos aufstrebende Taxifahrer.

WESSEL Korrupte Masseusen. Fängt sich wieder.

FREUDENBERG amüsiert: Intrigante Briefträger.

SCHMIDT-PAULSEN Irgendwie ja ganz schön menschenverachtend, wie Sie so daherreden, Herr Direktor.

FREUDENBERG Ach ja, finden Sie ?

WESSEL Aber wenn man den Tücken des modernen Alltags auf die Spur kommen will, dann darf man wohl nicht zimperlich sein.

SCHMIDT-PAULSEN Damit haben Sie ja scheinbar überhaupt keine Probleme, so wie ich Sie jetzt gerade kennengelernt habe, Herr Wessel. Ich muss schon sagen: Ich bin richtig ein wenig überrascht von Ihnen.

FREUDENBERG Ich auch. Und dabei mache ich mir ja durchaus von Zeit zu Zeit durch aus auch meine Gedanken über den Zustand unserer Gesellschaft.

SCHMIDT-PAULSEN Naja, entschuldigen Sie bitte meine Offenheit, Herr Freudenberg: Aber da werden schon keine revolutionären Theorien dabei heraus kommen . Ich glaube , in der Hinsicht brauchen wir uns alle keine Sorgen zu machen.

FREUDENBERG Woher wollen Sie eigentlich wissen, dass ich nicht ab und an mitten in der Nacht aufwache und um verlorengegangene Ideale trauere ?

WESSEL Aber bevor Sie damit richtig Ernst machen, genehmigen Sie sich aus Ihrer Hausbar wahrscheinlich noch rasch einen kleinen Schlummer trunk, was ?

SCHMIDT-PAULSEN So viel steht vermutlich fest: Wegen solch eines unerwarteten Anfalls von Moralempfinden weckt man jedenfalls bestimmt nicht extra seine Ehefrau auf. Die muss ja wahrscheinlich auch dringend Kräfte sammeln für ihre ausgedehnten ShoppingAbenteuer am nächsten Tag.

FREUDENBERG Was hatte der Herr Wessel vorhin noch gesagt, von wegen Futter neid ?

SCHMIDT-PAULSEN Ach wissen Sie: Ich kann mich beherrschen, Herr Freudenberg.

FREUDENBERG Ja, in der Tat. Und das enttäuscht mich direkt ein wenig Ich hätte ja jetzt zumindest auf eine kleine Anspielung von Ihnen gewartet , dass ich meiner Frau diese, übrigens auch in meinen Augen überflüssigen, Konsumeskapaden doch bestimmt nur deshalb finanziere, um so mein schlechtes Gewissen ihr gegenüber wegen meiner Geliebten zu kom pensieren.

SCHMIDT-PAULSEN Naja, davon gehe ich ohnehin aus. Nehmen Sie es mir bitte nicht übel: Aber tun das nicht sowieso alle `erfolgreichen Männer´, die trotz ihres Erfolges immer noch in erster Ehe verheiratet sind ?

FREUDENBERG dass Sie es nur wissen, Frau Schmidt-Paulsen: Eine Mitarbeiterin, auf deren Ansichten ich etwas geben würde, könnte mich mit solch anzüg lichen Bemerkungen, wie Sie sie für gewöhnlich über mich loslassen, wahrscheinlich sogar ernsthaft in Verlegenheit bringen.

SCHMIDT-PAULSEN Ach ! Und ich habe Sie ja auch noch bei einem Ihrer Lieblingsthemen unterbrochen ! Sie wollten uns doch gerade etwas über den Verfall der Werte er zählen, nicht wahr ? Tut mir leid !

FREUDENBERG Ich glaube, bei Ihnen beiden wäre das ohnehin vergebliche Liebes mühe.

WESSEL dass die alten Werte eines Tages, vielleicht nach einer gewaltigen Naturkatastrophe oder einem erneuten Weltkrieg, wieder aus der Ver senkung auftauchen werden, halte ich jedenfalls für eine Illusion.

SCHMIDT-PAULSEN Dann verweilen wir eben noch ein paar Dekaden lang bei den modernen Drogen. Noch leisten diese kleinen Helfer schließlich ganze Arbeit.

WESSEL Wer wollte das bestreiten ? Hören Sie sich doch nur einmal an, wie gut sie heute wieder in Fahrt sind, unsere Volksvertreter... Stellt den Ton kurz lauter und dreht ihn dann ab.

FREUDENBERG Ich hätte mein Diktiergerät unauffällig mitlaufen lassen sollen. Da hätte ich jetzt etwas in der Hand, um Sie beide von Ihren Posten entheben zu lassen Wirklich schade !

SCHMIDT-PAULSEN Ein vielbeschäftigter Mann wie Sie kann eben nicht an alles denken.

WESSEL Genau aus diesem Grunde ist das in diesem Land vom Gesetzgeber ja auch dementsprechend geregelt, dass der Betriebsrat die jeweilige Unternehmensführung bei ihrer Arbeit unterstützen soll. Und das ist oft auch durchaus sinnvoll, damit durch einen überforderten Geschäfts vorstand so schnell wenigstens kein allzugroßer wirtschaftlicher Schaden entstehen kann.

SCHMIDT-PAULSEN Sehr richtig !

WESSEL Denn Fehlentscheidungen mit finanziellen Folgen für das Unter nehmen müssen ja schließlich vor allem die Arbeiter und Angestellten mit ihren Lohntüten ausgleichen. So gesehen nehmen wir Ihnen doch sogar noch ein gutes Stück Ver antwortung ab . Ich glaube manchmal, dessen sind Sie sich gar nicht richtig bewußt, Herr Freudenberg.

FREUDENBERG spöttisch: Ja kann denn sowas angehen in einer aufgeklärten Zeit ?

SCHMIDT-PAULSEN Ein auffälliges Diktiergerät übrigens, was Sie da haben. Beein druckend und sicher nicht ganz billig ?

FREUDENBERG ...und unbenutzt : Bei so einer einmaligen Gelegenheit !

WESSEL Tja, Herr Direktor ! Jammern hilft da ja nun auch nicht mehr.

SCHMIDT-PAULSEN Wo Sie doch wußten, dass Ihre Widersacher wom Betriebsrat Sie heute besuchen kommen ! Da hätten Sie sich wirklich besser darauf vorbereitet ! Aber es kam ja gerade eine so ungemein spannende Bundestags debatte im Fernsehen...

FREUDENBERG Nun bohren Sie doch nicht auch noch in der Wunde ! Das ist heute offenbar eben einfach nicht mein Tag.

SCHMIDT-PAULSEN Des einen Freud´ ist des anderen Leid.

FREUDENBERG Jetzt wird mir aber langsam die Luft knapp hier drinnen. Sie beide haben doch sicher nichts dagegen, wenn ich für ein paar Minuten das Fenster öffne ?

SCHMIDT-PAULSEN Aber bitte !

FREUDENBERG steht auf und öffnet das Fenster.

WESSEL Seit wann sind Sie denn unter die Frischluftfanatiker gegangen, Herr Direktor ? Irgendwie nicht so ganz passend, bei der Funktion, die Sie innehaben.

FREUDENBERG dass Sie aber auch bei jedem beliebigen Anlaß gleich dogmatisieren müssen, Herr Wessel ! Sie sind manchmal wirklich ein etwas sehr anstrengender Zeitgenosse. Tut mir leid, das sagen zu müssen. Und überhaupt, was meinen Sie eigentlich damit: Bei meiner Funktion, die ich innehabe ? Setzt sich wieder.

WESSEL Na, in dieser Branche : der Automobilzulieferindustrie.

FREUDENBERG In UNSERER Branche, Herr Wessel ! Auch Sie beide verdienen Ihr Geld letztendlich durch die Produktion und dem Absatz von Auto mobilen. Man könnte manchmal wirklich meinen, Sie hätten das vergessen.

WESSEL Darauf habe ich gewartet, dass Sie uns das vorwerfen.

FREUDENBERG Wo wir doch eigentlich alle zusammenarbeiten sollten in unserem Betrieb und nicht gegeneinander !

SCHMIDT-PAULSEN Ach ja: Das vielzitierte gemeinsame Boot, in dem wir angeblich alle zusammen sitzen sollen; die Unternehmensführung und die Ange stellten friedlich vereint und sich gegenseitig abwechselnd am Ruder. Ein wirklich idyllisches Bild, das muss ich zugeben.

WESSEL Ja, wirklich sehr anheimelnd !

SCHMIDT-PAULSEN Seltsam lediglich, dass Sie diese putzige Metapher eigentlich immer nur dann herbeizitieren, wenn es Ihnen darum geht, der Belegschaft irgendwelche einschneidenden Sparmaßnahmen, die natürlich alle samt auf deren Kosten gehen, zu verkaufen.

FREUDENBERG Ich rede einen kurzen Moment lang von der Natur, der frischen Luft und Sie denken natürlich wie immer wieder sofort an´s Geld, Frau Schmidt-Paulsen.

SCHMIDT-PAULSEN Was denn eigentlich für frische Luft ? Also ich muss sagen, was auch immer für ein Gasgemisch da gerade durch´s Fenster hier herein kommen mag: Die Bezeichnung Luft ist dafür vielleicht doch etwas hochgegriffen. Das kommt von diesen verdammten Schornsteinen da drüben.

FREUDENBERG Das sind unsere, Frau Schmidt-Paulsen.

SCHMIDT-PAULSEN Ist mir durchaus bewußt, Herr Freudenberg.

FREUDENBERG Und die rauchen auch für Sie, Frau Schmidt-Paulsen.

SCHMIDT-PAULSEN gereizt: Das weiß ich auch. Was wollen Sie damit sagen ?

WESSEL Ich glaube, der Herr Direktor spielt auf dieses komische Loch da über uns in der Stratosphäre an.

SCHMIDT-PAULSEN Der Betriebsrat beachtet in allen seinen Entscheidungen konsequent die Aspekte des Umweltschutzes. Das wissen Sie genau, Herr Freudenberg.

FREUDENBERG Aber das Ozonloch bekommen Sie auch nicht mehr gestopft.

SCHMIDT-PAULSEN Könnten Sie jetzt bitte das Fenster endlich wieder schließen ? Mir wird langsam kalt.

FREUDENBERG Aber gerne ! Steht auf und geht zum Fenster.

SCHMIDT-PAULSEN leise zu Wessel: Jetzt hat er es uns aber gegeben !

WESSEL Gönnen wir ihm doch seinen kleinen Triumph. Wenn er uns unbedingt das Loch unterjubeln möchte Damit kann ich leben. Das Fenster wird geschlossen.

SCHMIDT-PAULSEN Ist ja eigentlich auch kalter Kaffee.

FREUDENBERG Was murmelten Sie da eben sehr richtig ? Nimmt wieder Platz.

WESSEL Die Frau Schmidt-Paulsen fragte mich nur gerade, ob wir beide Sie wohl so sehr gereizt haben, dass Sie uns heute gar keinen Kaffee an bieten, Herr Freudenberg.

FREUDENBERG Den bringt die Andersen doch sonst immer automatisch, wenn ich hier eine Unterredung habe. Ich glaube fast, da stimmt etwas nicht.

Download der Hörspiel-Vertonung von 1995/96: Hörspiel-Podcast
(Autorenproduktion)



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