Initiative `Wir-sind-wichtig - Der Wirtschaft zuliebe !´Initiative `Wir-sind-wichtig - Der Wirtschaft zuliebe !´



Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf und neuen Medien in ihrem
Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl.
Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und emotionale Stabilität ist kein Pappenstiel.
Die Initiative 'Wir-sind-wichtig' zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.



Initiative `Wir sind wichtig´
INDIVIDUALISIERUNG

Würde, Mut und Trost

Der Name 'Wir-sind-wichtig' dieser wirtschaftsnahen Initiative beschreibt die verbreitete Selbsteinschätzung moderner Individualisten. Sich ihrer Einzigartigkeit bewusste und von Bindungszwängen weitestgehend befreite Menschen bilden das Rückrad einer leistungsfähigen Ökonomie sowie eines expandierenden Wohlfahrtsstaats. Und das ist gut so.

# Trotz Individualisierung und Raubtierkapitalismus: Es gibt sehr wohl eine Gesellschaft !




Initiative `Wir sind wichtig´
ÖKONOMIE

Die Wirtschaft zeigt sich glücklich

Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sollten den Gelderwerb im Allgemeinen und die berufliche Karriere im Besonderen als Dreh- und Angelpunkte modernen Lebens aufwerten. Illusionen schutzspendender familiärer Bindungen sind trügerisch und gefährlich. Viel eher müssen Karrierefrauen und Karrieremänner gewürdigt, ermutigt und getröstet werden.

# Häufig Opfer von Spott und Hähme: Moderne Männer in Zeiten der Gleichstellungspolitik




Initiative `Wir sind wichtig´
GLÜCK

Die domestizierende Frau

Fortschrittliche Frauen haben die modernen westlichen Männer endlich da, wo sie sie haben wollen: Weg vom Schreibtisch und zu Hause auf dem Sofa. Jetzt sollten sich eigentlich Glück und Zufriedenheit einstellen, denn die kastrierten Herren der Schöpfung können sich nun endlich den jahrhundertelang vernachlässigten weiblichen Bedürfnissen widmen.

# Eine Hamburger People-Journalistin wagt ihn für uns: Den Blick auf uns selbst

# Richtige Frauen und falsche Männer: Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern




Sven-Simon-Park in Hamburg-Rissen
SURREALISMUS

Deutschland schafft sich ab ...

... und befindet sich dabei in guter Gesellschaft mit dem Rest der westlichen Welt. Worüber Selbsthasser und Misanthropen sich vielleicht zu Recht freuen, kann die Wirtschaft auf keinen Fall hinnehmen: Europa und Nordamerika müssen mit enormer Zuwanderung dagegen ankämpfen, aus quantitativen Gründen künftig eine kleinere Rolle in der Welt zu spielen.

# Die verunsicherte Gesellschaft als Erbe der 68er: Späte Einsicht oder gar Reue ?

Initiative WIR-SIND-WICHTIG
Impressum, Datenschutz, Basis




Hörspiel
'Deutschl. Dekadent - Gewalt & Konsum'
von Hartmut Lühr (Buch/Regie/Schnitt)
Eine der sieben satirischen Hörspiel-Szenen spielt im schäbigen Hinterzimmer einer drittklassigen Absteige. Dort interviewt die Journalistin eines Lifestyle-Magazins eine politische Terroristin: Sie unterhalten sich über Gewalt und 'niedliche Typen'. Dieses Ereignis hätte ein Meilenstein für die Versöhnung zwischen Fundamental-Feminismus und der Boulevardpresse der Bundesrepublik werden können. Doch die historische Chance scheiterte leider an der Unfähigkeit der Beteiligten, über den jeweils eigenen ideologischen Tellerrand zu blicken. In einer anderen Szene besucht ein gelangweiltes Ehepaar eine Einkaufspassage. Die beiden haben sich gegenseitig nicht mehr viel zu sagen. Ein Bettler, der vor einem der Konsumtempel 'Stellung' bezogen hat, ihnen dafür um so mehr...
mit Christia Holste (Terroristin etc.),
Carsten Kölln (Industrieller etc.),
Costaze Köpp (Journalistin etc.),
Leo Greller (Fotograf etc.) u.a.
39 Min. | 35 MB | DOWNLOAD / PLAY




'Wir-sind-wichtig' ist eine Initiative der Politik- und Kunstplattform 'moderne21'



Internationaler Tag des Glücks
Intern. Tag des Glücks 20.03.2019




Video
Video 'Parkbank-Dialog'
PARKBANK

Video
Video 'Ein Redakteur, wie er sein sollte'
REDAKTEUR




an dieser Initiative beteiligte Aktivisten und Schauspieler
Christoph Drobig,
Nadja Grotefendt, Angela Jehring,
Anthony Krauskopf, Nina Ernst u.a.




Video
Video 'Saß ein Blogger auf dem Sofa ...'
BLOGGERITIS

Fotostrecke
Fotostrecke zum Projekt 'Wir-sind-wichtig'
WIR SIND WICHTIG







Zitate aus dem 'Wir-sind-wichtig'-Projekt
"In unser aller Interesse: Gegen Misogynie und Misandrie ! Denn beides zusammen ergibt Misanthropie."
(Ursula Reifenstein-Herbig, Projekt 'WIR-SIND-WICHTIG')

"Der moderne Mensch - auch wenn er vielleicht nicht so aussieht - ist sehr verwundbar und verunsichert."
(Sonja Peters, 'BÜNDNIS ZUR BEIBEHALTUNG DER EINWOHNERHÖHERWERTUNG')

Sie sind überflüssig, vollkommen überflüssig. Herzlichen Glückwunsch !" (Michael Gaida)




Initiative `Wir sind wichtig´
LOBBYARBEIT

Einsatz für Wir sind wichtig

Manuela Holpert-Mang ist der Überzeugung, dass das Stiftungsgeld bei der Initiative `Wir sind wichtig – der Wirtschaft zuliebe´ am besten angelegt wäre. Unterstützt die Gruppe doch seit Jahren moralisch jene Menschen, denen die vollständige Ausrichtung ihres Lebens nach den Bedürfnissen der Ökonomie zunehmend Probleme bereitet.

# Die Lebensplanung lieber Experten überlassen: Das sind allesamt Misanthropen ? Von wegen !

# Mit professionellen Medien über Armut und Neoliberalismus aufklären: Hamburg statt Ost-Berlin




Initiative `Wir sind wichtig´
PRESSE-HYPE

Tag des Glücks als Schlagzeile

Kritik an den Folgen der individualisierten Gesellschaft ist potentiell unbequem. Gerade die Redakteure der Massenmedien halten sich hier auffällig zurück, Daher setzte moderne21 für die 'wir-sind-wichtig'-Initiative zunächst auf den üblichen und bewährten `Betroffenheits-Jargon´ für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Die positive Resonanz gab den Aktivisten recht.

# Millionen Existenzen verkorkst: Einsamkeit als Preis für ein marktkonformes Leben

# Entfremdung zwischen den Geschlechtern: Ego-Industrie weiterhin auf Wachstumskurs




Initiative `Wir sind wichtig´ als Teil der `Kreativen Mitte´
GLOBALISIERUNG

Kreative Mitte

Die forcierte Globalisierung fordert den Menschen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft ab. Oft ohne, dass diese sich dessen bewusst sind. Dahinter steckt zwar keine böse Verschwörung, aber weil der Verzicht auf Familienleben und emotionale Stabilität kein Pappenstiel ist, muss die `kreative Mitte´ den Menschen mit Zerstreuung Trost verschaffen.

# EU-Kommission unbeirrbar auf dem richtigen Kurs: Kinder als Gefahr für die Karriere




Diskutant Wegner von den Prenzlbashern 2009 im `Kunsthaus Tacheles´
GENTRIFIZIERUNG

Vom Hype zum Bashing

Der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist weit über die Grenzen der Hauptstadt bekannt und gilt gemeinhin sowohl als Synonym für erfolgreiche Gentrifizierung als auch als Geburtsstätte der `digitalen Bohème´ sowie des `Latte-Macchiato´-Kultes. Hier und dort regt sich im urbanen Nabel der Welt jedoch auch Widerstand gegen den Hype um die `Generation Single´.

# Das Projekt in der öffentlichen Wahrnehmung: Was bisher bei 'WIR-SIND-WICHTIG' geschah

# Die Wirtschaft ist uns allen lieb und teuer: Rückendeckung durch progressive Kräfte


Diskussion
Video-Mitschnitt der 'Berliner Mehrwert'-Diskussion im 'Kunsthaus Tacheles' [2010]
'MEHRWERT'-VIDEO

Diskussion
Audio-Mitschnitt der 'Berliner Mehrwert'-Diskussion im 'Kunsthaus Tacheles' [2010]
'MEHRWERT'-AUDIO




Diskussion
Diskussion zum Thema 'politische Aktionskunst'
AKTIONSKUNST

zivilgesellschaftliches Bündnis unter dem Dach von `moderne21´
Bündnis `Kreative Mitte´
KREATIVE MITTE




Video
Diskussion u.a. zum Thema 'Wirtschaft & Kunst'
WIRTSCH. & KUNST







ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN UNTER DEM DACH VON moderne21:

DIE NAMEN DER BETEILIGTEN SIND AUF DEN JEWEILS VERLINKTEN SEITEN AUFGEFÜHRT





Initiative

'WIR SIND WICHTIG'

Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf und neuen Medien in ihrem Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und emotionale Stabilität ist kein Pappenstiel. Die Initiative 'Wir-sind-wichtig' zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.

Ein Stein auf dem anderenEine wachsende Zahl von Menschen tritt wegen ihrer subjektiv empfundenen beruflichen Unentbehrlichkeit in ihrem Sozialleben immer kürzer. Unabhängig davon, ob sie tatsächlich unersetzbar sind oder nicht, bringen sie große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus sehr häufig resultierende Verzicht auf Familienleben, elementare Glückserfahrungen und emotionale Stabilität ist nicht zu leugnen. Die Millionen Einzelkämpfer müssen daher von Initiativen wie 'Wir-sind-wichtig' gewürdigt, ermutigt und getröstet werden. Den Menschen soll ihr Unbehagen genommen und mit Hilfe von Aktionen, Diskussionen und der Dokumentation moderner Biographien gezeigt werden, dass sich Individualisierung und Marktwirtschaft sehr gut miteinander vereinbaren lassen.

Hinter Wir-sind-wichtig stehen neben Vertretern aus Politik, der boomenden Selbstverwirklichungsindustrie und Gewerkschaften Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen und gleichzeitig der Notwendigkeit ihrer Opfer für die Wirtschaft vergewissern wollen. Es sollte vor allem von der Politik aufrichtiger als bisher kommuniziert werden, dass beruflicher Erfolg nun einmal der Fetisch der modernen Zeit ist, dessen Nebenerscheinungen wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung adäquat durch Geld, Sozialarbeit oder neue Medien zu lösen sind. Durch Konsumchancen können Einsamkeitsgefühle kompensiert werden, beruflicher Erfolg kann fehlende Bestätigung im sozialen und familiären Bereich ersetzen. Den Menschen wird heute statt zu Hause in ihren Unternehmen vermittelt, dass sie einzigartig und wichtig sind. Sie fühlen sich dort unabkömmlich und wollen nicht riskieren, ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen drohendem Verschleiß auszusetzen.

Die Aktivisten von Wir-sind-wichtig helfen dem Staat, die altmodische Illusion schutzspendender sozialer Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft als gefährlich zu entlarven. Deren vermeintliche Funktion als `Sicherheitsspender´ wurde insbesondere von Soziologen bereits im vorigen Jahrhundert als Trugbild entlarvt und von vorausschauenden Politikern durch einen soliden und großzügigen Wohlfahrtsstaat ersetzt. Dieser sorgt weitgehend frei von menschlicher Irrationalität seither für Verlässlichkeit im Leben der Deutschen und garantiert so das Funktionieren von Wirtschaft im Großen und Privatleben im Kleinen. Wegen der Unverzichtbarkeit beruflichen Erfolgs für die Selbstverwirklichung hatten bereits führende Vertreter der 68er-Generation einengende gesellschaftliche Normen und Werte als Hindernisse für den Individualismus erkannt und erfolgreich bekämpft. Ihre geistigen Erben verstehen es sehr gut, ökonomisch funktionalisierte Sexualität mit den Grundsätzen des Feminismus und der Single-Gesellschaft zu verknüpfen. Ungünstig wirkt sich hierbei allenfalls die wegen politisch gebotener Maßnahmen wie dem Gender-Mainstreaming rapide abnehmende Anziehung zwischen den ehemals sehr gegensätzlichen Geschlechtern aus.

Der Initiative zufolge sind moderne Gesellschaften, deren Sozialstrukturen sich – unterstützt von Wirtschaft und Politik - radikal im Umbau befinden, von einer grundsätzlich positiven Haltung gegenüber staatlichem Wirken geprägt. Antietatistische Einstellungen, wie etwa Margaret Thatchers Aussage, nach der es keine Gesellschaft gäbe, sondern „nur Individuen, die für ihre Familie und ihre Nachbarn sorgen“, können daher keine Oberhand gewinnen. Die Akzeptanz staatlicher Sozialleistungen ist im Gegenteil gestiegen, da das Arbeitseinkommen wegen wachsender Abgabenquoten selbst für Alleinstehende und Kinderlose oft nicht ausreicht. `Wir-sind-wichtig´ kritisiert jedoch, dass viele Massenmedien noch immer zu einseitig über die sehr subjektiven Schattenseiten karriereorientierter Lebensbiografien berichten. Das Phänomen `Einsamkeit in der Single-Gesellschaft´ wird unnötig dramatisiert – bewährte Lösungen, wie beispielsweise Haustiere, werden hingegen zu selten aufgezeigt.


INDIVIDUALISIERUNG

Würde, Mut und Trost

'Wir sind wichtig' ist eine zivilgesellschaftliche Initiative der offenen Politik- und Kunstplattform moderne21. Sie unterstützt seit sechs Jahren Politik und Wirtschaft dabei, die berufliche Karriere als Dreh- und Angelpunkt modernen Lebens aufzuwerten.

Unersetzbar im Internet: Blogger 'Martin' Eine wachsende Zahl von Menschen tritt wegen ihrer subjektiv empfundenen beruflichen Unentbehrlichkeit in ihrem Sozialleben immer kürzer. Unabhängig davon, ob sie tatsächlich unersetzbar sind oder nicht, bringen sie große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus sehr häufig resultierende Verzicht auf Familienleben, elementare Glückserfahrungen und emotionale Stabilität ist nicht zu leugnen. Die Millionen Einzelkämpfer müssen daher von Initiativen wie 'Wir-sind-wichtig' gewürdigt, ermutigt und getröstet werden. Den Menschen soll ihr Unbehagen genommen und mit Hilfe von Aktionen, Diskussionen und der Dokumentation moderner Biographien gezeigt werden, dass sich Individualisierung und Marktwirtschaft sehr gut miteinander vereinbaren lassen.
Hinter Wir-sind-wichtig stehen neben Vertretern aus Politik, der boomenden Selbstverwirklichungsindustrie und Gewerkschaften Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen und gleichzeitig der Notwendigkeit ihrer Opfer für die Wirtschaft vergewissern wollen. Es sollte vor allem von der Politik aufrichtiger als bisher kommuniziert werden, dass beruflicher Erfolg nun einmal der Fetisch der modernen Zeit ist, dessen Nebenerscheinungen wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung adäquat durch Geld, Sozialarbeit oder neue Medien zu lösen sind. Durch Konsumchancen können Einsamkeitsgefühle kompensiert werden, beruflicher Erfolg kann fehlende Bestätigung im sozialen und familiären Bereich ersetzen. Den Menschen wird heute statt zu Hause in ihren Unternehmen vermittelt, dass sie einzigartig und wichtig sind. Sie fühlen sich dort unabkömmlich und wollen nicht riskieren, ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen drohendem Verschleiß auszusetzen.


ÜBER UNS II

Es gibt sehr wohl eine Gesellschaft !

... und was für eine: Sie wird immer vollkommener und perfekter, dank der Experten und der Fachleute, die von Staats wegen daran arbeiten, die elementaren Besonderheiten menschlicher Existenz mit den berechtigten Interessen der Wirtschaft in Einklang zu bringen.

Es gibt sehr wohl eine Gesellschaft ! Die Aktivisten von Wir-sind-wichtig helfen dem Staat, die altmodische Illusion schutzspendender sozialer Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft als gefährlich zu entlarven. Deren vermeintliche Funktion als `Sicherheitsspender´ wurde insbesondere von Soziologen bereits im vorigen Jahrhundert als Trugbild entlarvt und von vorausschauenden Politikern durch einen soliden und großzügigen Wohlfahrtsstaat ersetzt. Dieser sorgt weitgehend frei von menschlicher Irrationalität seither für Verlässlichkeit im Leben der Deutschen und garantiert so das Funktionieren von Wirtschaft im Großen und Privatleben im Kleinen. Wegen der Unverzichtbarkeit beruflichen Erfolgs für die Selbstverwirklichung hatten bereits führende Vertreter der 68er-Generation einengende gesellschaftliche Normen und Werte als Hindernisse für den Individualismus erkannt und erfolgreich bekämpft. Ihre geistigen Erben verstehen es sehr gut, ökonomisch funktionalisierte Sexualität mit den Grundsätzen des Feminismus und der Single-Gesellschaft zu verknüpfen. Ungünstig wirkt sich hierbei allenfalls die wegen politisch gebotener Maßnahmen wie dem Gender-Mainstreaming rapide abnehmende Anziehung zwischen den ehemals sehr gegensätzlichen Geschlechtern aus.
Der Initiative zufolge sind moderne Gesellschaften, deren Sozialstrukturen sich ? unterstützt von Wirtschaft und Politik - radikal im Umbau befinden, von einer grundsätzlich positiven Haltung gegenüber staatlichem Wirken geprägt. Antietatistische Einstellungen, wie etwa Margaret Thatchers Aussage, nach der es keine Gesellschaft gäbe, sondern ?nur Individuen, die für ihre Familie und ihre Nachbarn sorgen?, können daher keine Oberhand gewinnen. Die Akzeptanz staatlicher Sozialleistungen ist im Gegenteil gestiegen, da das Arbeitseinkommen wegen wachsender Abgabenquoten selbst für Alleinstehende und Kinderlose oft nicht ausreicht. `Wir-sind-wichtig´ kritisiert jedoch, dass viele Massenmedien noch immer zu einseitig über die sehr subjektiven Schattenseiten karriereorientierter Lebensbiografien berichten. Das Phänomen `Einsamkeit in der Single-Gesellschaft´ wird unnötig dramatisiert ? bewährte Lösungen, wie beispielsweise Haustiere, werden hingegen zu selten aufgezeigt.


EN DETAIL

Was bisher bei 'WIR-SIND-WICHTIG' geschah

Die sich satirischer Mittel bedienende Initiative `Wir-sind-wichtig´ startete Ende 2008 und stieß von Beginn an auf reges Interesse der Öffentlichkeit sowie der veröffentlichten Meinung.

Die neue Initiative wurde umgehend im Internet diskutiert u.a. im Erwerbslosen Forum. Zum Auftakt fand im Oktober 2008 im Berliner Kunsthaus Tacheles eine Podiumsdiskussion (Ausschnitt) mit Daniel Fallenstein und weiteren 'Freunden der offenen Gesellschaft' statt. Über die Initiative berichteten u.a. der WDR sowie der Deutschlandfunk.
Vor drei Jahren gab es bereits ein Vorläuferprojekt von Wir-sind-wichtig in Form eines satirischen Hedonisten-Bashings mit dem Titel 'Groupiedämmerung'. Es hatte eher unterhaltenden Charakter und wurde als Hörspiel vertont. Der 'Hörspiegel' schrieb damals: "Hier wird in 38 Minuten ein Bild erschaffen, welches sich von den üblichen Themen von Hörspielen abhebt. Interessante Unterhaltung mit Nachwirkung." Und auch die taz-Berlin stimmte ein: "Lühr nutzt das Medium Hörspiel, um auf das Meinungsmonopol der Massenmedien aufmerksam zu machen.", vermutlich jedoch ohne sich dabei selbst als marktbeherrschend einzustufen.
Einen großen Schub an Glaubwürdigkeit und Boulevard-Credibility sicherte sich 'Wir-sind-wichtig' durch die Zusammenarbeit mit der bekannten Hamburger Journalistin und Kolumnistin Ursula Reifenstein-Herbig ("Die klitzekleinen Unterschiede", "Single-Menschen - alleine und glücklich"), die das Projekt als Patin betreut. Die eloquente Powerfrau hat sich mittlerweile wieder mit dem moderne21-Aktivisten Leo Greller und dessen Manager Ludwig 'Ludo' Kamberlein ausgesöhnt, nachdem der zu Kurzschluss-handlungen neigende Liedermacher Greller unbewiesenermaßen ein Filmrequisit aus der Winterhuder Villa der Erfolgsautorin entwendet hatte, das inzwischen erfreulicherweise wieder auf seinen alten Platz im Hause Reifenstein-Herbig zurückgefunden hat.


INDIVIDUALISIERUNG

Der Blick auf uns selbst

Der Name 'Wir-sind-wichtig' der jüngsten Initiative beschreibt eine stark verbreitete Selbsteinschätzung moderner Individuen. Sich ihrer Einzigartigkeit bewusste und von Bindungszwängen weitestgehend befreite Menschen sind das Rückrad einer leistungsfähigen Wirtschaft und eines expandierenden Wohlfahrtsstaats. Bei der Kunstplattform moderne21 hat man die stetig wachsende Zahl durchökonomisierter Biografien, die den Anforderungen des kapitalistischen Marktsystems voll und ganz gerecht werden, bereits seit mehreren Jahren aufmerksam verfolgt und will die Millionen Einzelkämpfer mit dem neuen Projekt würdigen, ermutigen und trösten.

Vera Göpfert (Projekt 'Wir-sind-wichtig') Die Hamburger People-Journalistin Ursula Reifenstein-Herbig, die das Projekt betreut, hält es für wichtig, dass die psychologischen Folgen des Wirkens mehrerer Generationen von Sozial- und Wirtschaftspolitikern sowie von Managern endlich einmal im Rahmen einer ambitionierten und ungewöhnlich ehrlichen Projektreihe dokumentiert werden.? Die Bürger bringen mittlerweile große private Opfer für das reibungslose Funktionieren von Wirtschaft und Sozialstaat, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wären. In der Folge fühlen sie sich berechtigterweise einfach zu wichtig, um ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft drohendem Verschleiß auszusetzen. Dass viele als Ausgleich für wachsende Einsamkeit auf Konsum und Selbstverwirklichung setzen, ist doch nur zu verständlich. Sollen wir ihnen ihren einzigen Trost etwa madig machen ?, fragt Reifenstein-Herbig und klingt dabei ehrlich bekümmert.
Zusätzliche Identitäten und riesige anonyme Freundschaftsnetzwerke im Internet sind im Kommen und nichts, weswegen moderne Individualisten sich schämen sollten. Die Menschen mögen früher lebenslange und verlässliche soziale Bindungen miteinander eingegangen sein ? heute kann sich jeder mit seinen vielen Talenten überall wenn nicht ständig als Superstar so doch wenigstens als ewiger Geheimtipp im Netz oder in der kleinen Galerie nebenan fühlen. Die Macher von Wir-sind-wichtig interpretieren das als zivilisatorischen Fortschritt, den sie moralisch unterstützen wollen.


GLEICHBERECHTIGUNG

Moderne Frauen (sind keine Tussis)

Wer würde nicht auf Dauer Verhärmt oder frustriert, wenn einem immer wieder der zustehende Respekt und die verdiente Anerkennung für geleistete Arbeit und für Opfer vorenthalten werden ? Moderne Frauen jedenfalls widerstehen dieser Versuchung - auch wenn sie vielfach gegen bösartige Klischees ankämpfen müssen, die von `glücklichen´ Familienmüttern oder konservativen Männern in die Welt gesetzt wurden, um den fortschrittlichen Liliths ihr selbstbestimmtes Leben zu versauern.

Schauspielerin als moderne FrauAuf musikalischer Ebene legten vor 16 Jahren die frechen Tic Tac Toe in der Bundesrepublik den Grundstein für gleichberechtigtes Gedudel. Sabrina Setlur, deren feminine Ausstrahlung durch ihre Vorliebe für Fäkalausdrücke keinen Schaden nahm, konnte erfolgreich darauf aufbauen. Vollendet wurde diese Entwicklung schließlich von der pornorappenden Lady Bitch Ray. Die Multikulti-Gesellschaft bescherte damit diesem Land eine Reihe ausgezeichneter Sängerinnen, die ihren Macho-Kollegen kein bisschen nachstehen.
Auch im Privatleben sehen sich in Karriere und Beruf erfolgreiche Frauen häufig von fortschrittsblinden Männern ignoriert oder mit der `Begründung´ zurückgewiesen, dass `man(n) sich lieber an das Original halte´, seine Freizeit daher bevorzugt mit seinen Kumpels verbringe und seine übrigen sexuellen Bedürfnisse mit Hilfe von Liebesarbeiterinnen bewältige. Da Prostitution hierzulande anders als im fortschrittlicheren Schweden für die männlichen Freier noch nicht strafbar ist, muss diese Haltung als diskriminierend gesehen werden.

Militärisch ist es ein Fortschritt, wenn Feinde der offenen Gesellschaft künftig von Frauen und Männern gleichermaßen staatlich angeordnete körperliche Gewalt zugefügt bekommen. Die geringere Kampfkraft von Frauen, die Jahrtausende bei der Kriegführung berücksichtigt wurde, ist im High-Tech-Zeitalter obsolet geworden. Moderne Frauen sind damit nicht nur die besseren, die `neuen´ Männer, sondern auch die vollkommeneren Kämpferinnen.
Schauspielerinnen als moderne FrauenSchließlich tritt dadurch, dass die harmonische Konsensfindung zunehmend an Bedeutung gewinnt, die harte Konfrontation zwischen unterschiedlichen Meinungen immer mehr in den Hintergrund. Die Political Correctness - gestützt von den Expertinnen und Experten aus Brüssel - setzt sich auf allen Ebenen immer mehr durch und auch die Politik in Deutschland wird dank Quotenregelungen erfreulicherweise immer femininer.


VORURTEILE

Moderne Männer (sind keine Opfer)

Immer wieder sehen sich moderne Männer Schmähungen und Spott von Seiten vermeintlich `richtiger´ Männer sowie hoffnungslos altmodischer Frauen ausgesetzt. Solchen Anfeindungen muss entschieden entgegen getreten werden. Die neuen Generationen fortschrittlicher Männer bilden im Einklang mit modernen Frauen schließlich die Basis für eine gerechte und gute Gesellschaft.

Schauspieler als moderner Mann Moderne Männer sind emanzipiert und akzeptieren Frauen als ebenbürtige Partnerinnen, sowohl im Privatleben als auch im beruflichen sowie im kulturellen Bereich. Sie haben den immer wieder von Misanthropen und Maskulisten heraufbeschworenen Penisneid gegenüber von Politik und Gesellschaft zu Recht geförderten Karrierefrauen voll im Griff.
Wenn moderne Männer keine `richtigen´ Männer mehr sein dürfen, dann bleiben sie häufig `große Jungs´. Von den gegenderten, dauercomputerspielenden und twitternden `männlichen´ Bewohnern der immer erfolgreicher werdenden bundesweiten Hotelkette `Mama´ geht zum Glück keine Gefahr mehr für moderne und gerechte Gesellschaften aus.

Moderne Männer akzeptieren, dass es im Zuge der Gegenbewegung zur jahrhundertelangen Männergewalt von weiblicher Seite teilweise zu verständlichen Überreaktionen mit `Nachholcharakter´ kommt. Häusliche Gewalt gegen Männer, von Boulevardmedien zu einem Tabu-Thema verklärt, stellt aber dennoch die absolute Ausnahme im täglichen Leben dar.
Vorurteile sind nicht die Sache moderner Männer. Sie setzen sich vielmehr gegen Diskriminierung ein Schauspieler als moderne Männerund beziehen mutig Stellung gegen den Hass. Rücksicht im täglichen Miteinander ist für sie hingegen kein Thema, assoziieren sie diese doch zu Recht mit vormodernen patriarchalen Gesellschaften und entlarven damit den autoritären Charakter dieser Eigenschaft. Hierfür kann man ihnen eigentlich gar nicht genug danken. Dennoch sei an dieser Stelle ein Anfang gemacht.


BETROFFENHEIT

Die Opfer der Individualisierung

Der Aktion 'Wir-sind-wichtig' geht es um die Verlierer der Individualisierung, um die Opfer des gelebten modernen Kapitalismus. Wir betrachten mit Sorge, dass die zum Teil sehr negativen Auswirkungen der Single-Gesellschaft in Politik und Medien sehr selten und wenn, dann sehr einseitig thematisiert werden. Es existiert eine Schweigespirale in Hinblick auf extreme Vereinsamungs- und Entfremdungsprozesse in der Bevölkerung. Dahinter steht keine Verschwörung, sondern ein enormer Konformitätsdruck. Einsamkeit ist ein `Loserthema´ mit einem sehr niedrigen Coolnessfaktor.

Der Titel `Wir-sind-wichtig´ beschreibt einen Gemütszustand durch den sich immer breitere Bevölkerungsschichten über individuell verpfuschte Lebensbiografien hinwegzutrösten versuchen. Nach dem Motto „Ich bin zwar einsam und unglücklich – aber ich habe mich ja schließlich für etwas Höheres, Wichtigeres aufgeopfert: Für meinen Beruf, für meine einzigartigen Hobbys, für meine kurze Berühmtheit in Fernsehen oder im Internet oder für andere, die weniger privilegiert leben müssen als ich usw.“ Das ist nicht für alle aber für VIELE Menschen ein gefährlicher Trugschluss. Individualisierung und Marktwirtschaft vertragen sich sehr gut miteinander. Vielleicht zu gut.
Christoph Drobig (Projekt 'Wir-sind-wichtig') Wir wollen eine ehrliche gesellschaftliche Diskussion darüber, wieweit wirtschaftliche und ideologische Faktoren bereits Einfluss auf die Lebensgestaltung, auf Glück und Unglück der Menschen gewonnen haben. Ob der Preis für Selbstverwirklichung und Erfolg auf dem Arbeitsmarkt nicht doch zu hoch ist. Wir wollen Politik und Medien dazu bringen, ehrlich zu sagen: „Wenn Ihr Euch für die Single-Gesellschaft entscheidet, aus materiellen Gründen oder warum auch immer, ist das natürlich Euer gutes Recht – aber steht dann bitte auch für die Folgen gerade! Die Single-Gesellschaft ist nun einmal häufig egoistisch, kalt und rücksichtslos.“ Es dürfen natürlich keinesfalls Lebensstile kritisiert werden. Aber genauso wenig dürfen negative Auswirkungen verharmlost oder schöngeredet werden: Die Politik macht den Leuten vor, Probleme wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung seien irgendwie durch Geld oder Sozialarbeit zu lösen. Das sind sie nicht und das werden sie auch nicht sein.


BETROFFENHEIT

Einsamkeit als Preis für ein marktkonformes Leben

Beruflicher Erfolg ist der Fetisch der modernen Zeit. Über seine Schattenseiten für die Lebensqualität vieler Menschen, bei denen seelische Störungen stetig zunehmen, wird jedoch erstaunlich oft geschwiegen. Dabei treten sie immer sichtbarer zutage.

Geschäftsmänner sind gesellschaftlich hoch angesehen, Karrierefrauen werden gefördert und bewundert. Häufig sind es ungebundene Singles, die sich einen komfortablen Lebensstil leisten können - verbunden mit dem Bewusstsein, eine wichtige Rolle für ihr Unternehmen zu spielen. Was jedoch in ihnen vorgeht, wenn sie abends die Tür zu ihrer leeren Wohnung hinter sich zuziehen oder wenn sie an einem schönen Tag alleine auf einer Parkbank sitzen und wieder einmal niemanden zum unterhalten haben, darüber wird nur selten in den Massenmedien berichtet. Einsamkeit hat keinen hohen Nachrichtenwert. Für viele mehr oder weniger beruflich erfolgreiche Alleinstehende beginnt spätestens in der Mitte ihres Lebens das große Zweifeln über die Richtigkeit längst getroffener Entscheidungen zugunsten der Karriere und gegen traditionelle familiäre Bindungen. Dies gilt für Frauen und Männer gleichermaßen, auch wenn sich bei ihnen die sichtbarsten Auswirkungen unterentwickelter sozialer Bindungen voneinander unterscheiden: Frauen flüchten sich oftmals in Depressionen, Männer verweigern häufig das Erwachsenwerden. Es stellt sich schon seit langem die Frage, ob durchökonomisierte moderne Biografien nicht weit über ein erträgliches Maß hinaus den Anforderungen des kapitalistischen Marktsystems Rechnung zollen.
Nadja Grotefendt (Projekt 'Wir-sind-wichtig') Die Berliner Aktions- und Politikplattform moderne21 widmet sich der Furcht moderner Individualisten vor der Einsicht, ihr Leben allzu sehr nach den Erfordernissen der Marktwirtschaft westlicher Prägung auszurichten und einen viel zu hohen Preis dafür zu zahlen oder bereits unwiderruflich gezahlt zu haben. Der Name der neuen Projektreihe `Wir sind wichtig´ spielt auf den von Politik, Wirtschaft und Medien immer wieder neu genährten Mythos an, ausschließlich über beruflichen Erfolg und `Karriere´ könne der eigenen Existenz Bedeutung verliehen werden.


BETROFFENHEIT

Ego-Industrie weiter auf Wachstumskurs

Eine wachsende Anzahl von Menschen sieht sich konfrontiert mit steigendem Druck vom Arbeitsmarkt, fortschreitender Vereinsamung und dem Ausbleiben elementarer Glückserfahrungen. Früher kritisierte man diese Phänomene als `Entfremdung´ - heute hat man sich längst mit ihnen abgefunden. Massenmedien wie das Internet und das Privatfernsehen reagieren auf ihre Weise und nähren mit Blogs und Casting-Shows bei Unzufriedenen und Sinnsuchenden die Illusion von der eigenen Wichtigkeit. Das tröstet für den Moment.

Spaziergängerin (Projekt 'Wir-sind-wichtig') Mit ihrem Leben unzufriedene Bürger werden von der boomenden Selbstverwirklichungsindustrie in dem Glauben bestärkt, anders als ihre Mütter und Väter etwas ganz Besonderes zu sein. So erscheinen ihnen ihre vielfach verkümmerten Biografien erträglicher. Tatsächlich fördert diese Einstellung nur die bedingungslose Unterwerfung moderner Frauen und Männer hinsichtlich der Zumutungen durch die globalisierte Marktwirtschaft. Elementare soziale Bindungen, auf die sich frühere Generationen verlassen konnten und wollten, werden gleichzeitig immer mehr verdrängt und vom Sozialstaat nur unzureichend durch Geldleistungen ersetzt. Individualisierung und Marktwirtschaft gehen schon seit einiger Zeit eine für beide vorteilhafte Allianz ein, bei der Glück und Lebenssinn vieler Menschen auf der Strecke bleiben. Die Idee, die eigene Existenz weitestgehend den Erfordernissen einer ungebremsten Ökonomie anzupassen, hat sich in allen politischen Lagern durchgesetzt. Beruflicher Erfolg soll dabei Einsamkeit ausgleichen, Konsumexzesse fehlende Anerkennung ersetzen und Freizeit ausbleibenden Sinn.
Von der Politik und den Massenmedien sind keine Impulse für eine Umkehr vom eingeschlagenen Weg zu erwarten. So bleibt es kleinen Satireprojekten wie `Wir-sind-wichtig´ vorbehalten, die immer deutlicher zutage tretenden Negativfolgen der Individualisierung zu thematisieren und den Menschen Mut zu machen für Veränderungen.


REALISMUS

Rückendeckung durch progressive Kräfte

Die bundesrepublikanische Wirtschaft kann mit der politischen Linken im Land ausgesprochen zufrieden sein, bei der der Verteilungsgedanke nach wie vor uneingeschränkt im Vordergrund steht. Bei Grünen, Linken und Sozialdemokraten haben alternative utopisch anmutende Überlegungen zum Glück keine Chance - etwa die, nach der wirtschaftliche Faktoren für das Leben der Menschen in einer Gesellschaft, in der angeblich längst alle Grundbedürfnisse der Bevölkerung abgedeckt sind, auf ein Minimum zurückgefahren werden sollten.

Solch eine nur von ganz wenigen Außenseitern eingeforderte einseitige Ausrichtung der großen Unternehmen sowie der Politik auf das vermeintliche 'Lebensglück' der einfachen Menschen könnte für ein Land, das dem internationalen und globalisierten Wettbewerb um Ressourcen und Wachstum ausgesetzt ist, verheerende Auswirkungen in den Rankings und Statistiken haben und wurde daher von den bundesdeutschen Entscheidungsträgern zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise als alternatives Politikziel in Erwägung gezogen.
SPD-Bundeszentrale in Berlin Es gab in den frühen achtziger Jahren kurzzeitig bei den 'Grünen' Bestrebungen, das Primat der Wirtschaft für das Leben der Bürger in Frage zu stellen. Dieses unrealistische Ansinnen wurde jedoch sehr schnell durch verantwortungsbewusste mediale, gewerkschaftliche und vermutlich auch - Ehre wem Ehre gebührt - sozialdemokratische Einflüsse zurückgedrängt und ist zum Glück längst weitestgehend in Vergessenheit geraten. Initiativen wie 'Berliner MehrWert' helfen dabei, den Menschen in der gesamten Republik am Fallbeispiel der Hauptstadt zu verdeutlichen, wie mit Hilfe konsequenten Gender-Mainstreamings, professionell betriebener Gleichstellung und gerechter Quotierung sowie einer vertretbaren Staatsverschuldung und moderaten Inflation die Interessen von Wirtschaft, Politik und Bürgern harmonisch in Einklang zu bringen sind, ohne dass es zu Irritationen oder gar offenen Konflikten kommen muss.


KLARTEXT

Warnung vor Karriereschäden durch Kinder

Die Europäische Kommission wirbt aktuell mit einer Anzeigenkampagne für mehr wirtschaftliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern. Hierbei wurde auch das Bildmotiv einer Kleinfamilie verwendet, das mit der Frage "Wird ein Kind meiner Karriere schaden ?" übertitelt ist. Die Alleinstehenden-Initiative `Wir-sind-wichtig´ begrüßt diese indirekte Warnung vor Familiennachwuchs bei anhaltender Benachteiligung von Frauen.

Im Anzeigentext heißt es: "Familiäre Pflichten sind ungleich verteilt. Bei Frauen tritt häufiger eine Unterbrechung der Berufstätigkeit auf und sie arbeiten anschließend oft nicht mehr Vollzeit. Dies ist der Grund, warum Frauen durchschnittlich 17,5% weniger verdienen als Männer." Zwar gibt die Anzeigenserie vor, Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sollten überwunden werden, gleichzeitig werden durch den gewählten Slogan `Wird ein Kind meiner Karriere schaden ?´ jedoch Mädchen und Jungen in ein sehr kritisches Licht gestellt. In einer aus Steuergeldern finanzierten Kampagne geschah dies bisher noch nie so deutlich wie im vorliegenden Fall.

Fortschrittliche Kampagne aus Brüssel thematisiert die Gefahren durch FamiliennachwuchsUrsula Reifenstein-Herbig von der Initiative `Wir-sind-wichtig´ lobt den Mut der Europäischen Kommission zur Ehrlichkeit: "Durch diese Kampagne fühlen meine MitstreiterInnen und ich uns nachhaltig in unserem Engagement unterstützt, die berufliche Karriere als Dreh- und Angelpunkt modernen Lebens gegenüber der überkommenen Institution `Familie´ aufzuwerten. Die Aussagen der EU-Kommission können unserer Ansicht nach als moderates Plädoyer gegen Kinder interpretiert werden, denn anderenfalls würde es sich der Logik zufolge ja um Erpressung handeln - nach dem Motto `entweder die Frauen in Europa bekommen 17,5% mehr Geld oder sie treten in einen Gebärstreik´." Eine derartige Drohung sei aus der Anzeige jedoch nicht herauszulesen.
Ebenfalls sehr lobenswert, so Reifenstein-Herbig, sei die konsequente Vermeidung der emotional aufgeladenen Begriffe `Mutter´ und `Vater´ in der gesamten Anzeigenserie. Die mit diesen Reizworten oftmals verbundene Familienperspektive entspreche ohnehin kaum noch der Lebenswirklichkeit moderner EuropäerInnen. Dass die EU-Kommission zudem bei der Kampagne nicht der Versuchung erliege, die vermeintlich gerechte gleiche Entlohnung für kindererziehende Hausfrauen und beispielsweise PädagogInnen zu fordern, beweise der unter anderem mit satirischen Mitteln arbeitenden Initiative `Wir-sind-wichtig´ zufolge wirtschaftsfreundliche und familienkritische Weitsicht.


PRESSE-HYPE

Stellungnahme zum 'Internationalen Tag des Glücks'

Eine wachsende Zahl von Menschen tritt wegen ihrer subjektiv empfundenen beruflichen Unentbehrlichkeit in ihrem Sozialleben immer kürzer. Unabhängig davon, ob sie tatsächlich unersetzbar sind oder nicht, bringen sie große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus sehr häufig resultierende Verzicht auf Familienleben, elementare Glücks-erfahrungen und emotionale Stabilität ist nicht zu leugnen.

Die Millionen Einzelkämpfer müssen daher von Initiativen wie 'Wir-sind-wichtig' gewürdigt, ermutigt und getröstet werden. Den Menschen soll ihr Unbehagen genommen und mit Hilfe von Diskussionen, satirischen Aktionen und der Dokumentation moderner Biographien gezeigt werden, dass sich Glück, Individualisierung und Marktwirtschaft bestens miteinander vereinbaren lassen.

Glückliche Single-Frau im ParkHinter 'Wir-sind-wichtig' stehen neben Vertretern aus Politik, Single-Industrie und Gewerkschaften Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen und gleichzeitig der Notwendigkeit ihrer Opfer für die Wirtschaft vergewissern wollen. Es sollte vor allem von der Politik aufrichtiger als bisher kommuniziert werden, dass beruflicher Erfolg nun einmal der Fetisch der modernen Zeit ist, dessen Nebenerscheinungen wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung adäquat durch Geld, Sozialarbeit oder Haustiere zu lösen sind.
Durch Konsumchancen können Einsamkeitsgefühle kompensiert werden, beruflicher Erfolg kann fehlende Bestätigung im sozialen und familiären Bereich ersetzen und damit ausbleibendes Glück synthetisieren.

Den Menschen wird heute statt zu Hause in ihren Unternehmen vermittelt, dass sie einzigartig und wichtig sind. Sie fühlen sich bei der Erwerbsarbeit unabkömmlich und wollen nicht riskieren, ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen drohendem Verschleiß auszusetzen. Diese sich in der wachsenden Single-Gesellschaft verbreitende Haltung gilt es besonders am `Tag des Glücks´ zu thematisieren und zu fördern.


REALISMUS

Ein flatterhaftes Phantom namens 'Glück'

Die Initiative „Wir-sind-wichtig!“ setzt sich nicht, wie man durchaus vermuten könnte, in erster Linie für ein glücklicheres Leben ein. Sie legt vielmehr den modernen Menschen nahe, zum Wohle gesellschaftlichen Fortschritts, der eng mit ökonomischen Fortschritt verflochten ist, das Primat des `Glücks´ zu überwinden. `Glück´ erweist sich ohnehin nur allzu oft als flatterhaftes Phantom.

Von Metall am Finger versprechen sich manche abergläubischen Menschen GlückHier und dort mag der Eindruck entstehen, dass in einer auf Leistungsfähigkeit und Verwertbarkeit ausgerichteten Gesellschaft die Bürger permanent ihre Nützlichkeit für den Arbeitsmarkt unter Beweis stellen müssen. Die Forderung danach, dass die Menschen gegenüber dem Staat ihre Existenz stärker rechtfertigen müssen, ist allerdings überzogen. Es sollte vielmehr von der Politik aufrichtiger als bisher kommuniziert werden, dass beruflicher Erfolg nun einmal der Fetisch der modernen Zeit ist, gegen dessen Nebenwirkungen, wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung, also vermeintlich ausbleibendes Glück, es durchaus Gegenmittel gibt: So können etwa durch erweiterte Konsumchancen Einsamkeitsgefühle kompensiert werden und beruflicher Erfolg vermag fehlende Bestätigung im sozialen und familiären Bereich weitgehend zu ersetzen. Eine weiteres Hilfsmittel, von dem in den städtischen Ballungsräumen zunehmend und deutlich sichtbar Gebrauch gemacht wird, sind Haustiere.

Den Menschen wird heute statt zu Hause in ihren Unternehmen vermittelt, dass sie einzigartig und wichtig sind. Sie fühlen sich dort unabkömmlich und wollen nicht riskieren, ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen drohendem Verschleiß auszusetzen. Gegen diese Einsicht spricht auf den ersten Blick das Phänomen der Burn-Out-Kranken. Bei ihnen liegt das Problem jedoch eher darin, dass sie über gesellschaftskonforme Normen hinausschießen wollen. Sie sollten sich in ihrem verbleibenden Privatleben in stärkerem Maße dem Freizeitmarkt zuwenden.


SURREALISMUS

Ignoranz der Kritiker

Wenn wir feststellen, dass erhöhte Konsumchancen ausbleibendes Glücksbefinden kompensieren können, ernten wir dafür natürlich Kritik. Der Konsumgesellschaft wird unterstellt, sie erzeuge Entsolidarisierung, Vereinsamung und Entfremdung.

Pack den Einkaufswagen ein ...Den erwähnten Kritikern muss entgegengehalten werden, dass sie mit ihren Unterstellungen zweifellos recht haben, dass sie aber bitte das regelmäßige Votum der Bürger bei politischen Wahlen für die Systemparteien respektieren mögen, die ohne Ausnahme seit Jahrzehnten - und das gilt auch für vermeintlich 'linke' Parteien - wirtschaftliche Aspekte in der Vordergrund politischer Gestaltung stellen.
Auch Menschen, die die eigene Berufung und Selbstverwirklichung einem Engagement mit dem Arbeitsmarkt vorziehen, können gesellschaftlich integriert werden: Jede auf den ersten Blick auch noch so exotisch erscheinende neuartige `Berufung´ lässt sich mit etwas Geschick und guter Beratung - wenn es gar nicht anders geht auch durch die Jobcenter - in den Arbeitsmarkt integrieren. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist die logische Konsequenz aus längst eingeleiteten gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Entwicklungen sowie eine unverzichtbare Voraussetzung für die weitere Individualisierung der Gesellschaft und daher zu befürworten.

Kapitalismuskritikern, die vor der Ökonomisierung aller Lebensbereiche warnen und weltweit agierenden Protestlern und Aktivisten, für die 'Karriere' ein kapitalistischer Kampfbegriff ist und die das Primat der Wirtschaft brechen wollen, ist zu sagen: „Ihr habt einen wunderschönen Traum, den wir Euch aus vollem Herzen gönnen. Aber Politik, Medien und Wirtschaft werden zumindest hierzulande zum Wohle der Menschen und ihren legitimen Konsumbedürfnissen dafür sorgen, dass er im bestehenden System niemals Wirklichkeit wird.“