Projekt `Dudelstopp - Wollen wir Friedhofsruhe ?´Projekt `Wir-sind-wichtig - Die Wirtschaft dankt !´



Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf und neuen Medien in ihrem
Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl.
Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und Geselligkeit ist kein Pappenstiel.
Das Projekt 'Wir-sind-wichtig' zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.Mehr zum Selbstverständnis des Projekts 'WIR-SIND-WICHTIG / Die Wirtschaft dankt'



Diskutant Daniel Fallenstein
BERLINER MEHRWERT I

Finanzielle Solidarität vs. kreative Faulheit ?

Seit einiger Zeit ist das Phänomen des 'Berliner Mehrwerts' Gegenstand einer neuen Gerechtigkeitsdiskussion um die nicht zuletzt durch den Länderfinanzausgleich bedingte finanzielle Besserstellung der Hauptstädter auf Kosten der Steuerzahler in anderen Bundesländern. Berlin hat unbestreitbar eine gesellschaftspolitische Vorreiterrolle inne.

# Ursache und Wirkung: Finanzielle Solidarität und kreative Faulheit

# Südländer verneinen Berliner Förderungswürdigkeit: Unverdiente Probleme für Klaus Wowereit




Diskutantin Sonja Peters (Nadia Panknin)
BERLINER MEHRWERT II

Pluspunkte für Berlin

Die durch den Gesetzgeber geförderte Angleichung der Geschlechter, die in Berlin bereits besonders weit fortgeschritten ist und die das tägliche Zusammenleben weiblich und männlich geprägter Menschen weitaus erträglicher macht als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war, ist nur ein Aspekt für die Fortschrittsorientierung der Hauptstadt.

# Gesellschaftliche Vorreiterrolle der Spreemetropole: Weitere Pluspunkte für Berlin

# Als ob Nannys etwas Negatives wären: Gemeiner Artikel über Karriereeltern




Benjamin Krause (Projekt 'Wir sind wichtig')
BERLINER MEHRWERT III

Mehr Geld für Sexyness

Im Zuge der Aktion 'Wir Berliner sind wichtig(er)' wurden Bewohner der Hauptstadt über ihre Meinung zum Verhältnis zwischen der einzigen deutschen Metropole und dem Rest der Republik befragt. Darunter war auch ein junger Szenegänger, der sich mittels eines chilligen Spaziergangs durch die Stadt von einer schweisstreibenden Party in Mitte erholte.

# Verteilungsgerechtigkeit auf dem Prüfstand: Diskussion über den 'Berliner Mehrwert'

# Mehr Geld für Sexyness: Gerechtigkeit für Berliner Party-People




Ingrid Gokeler (Projekt 'Wir-sind-wichtig')
BERLINER MEHRWERT IV

Die Frau auf der Straße

Wenn man die Themen 'quasi-staatlicher Zwang zu hedonistischen Lebensstilen', 'Selbstausbeutung in der digitalen Bohème' und 'Vereinsamung durch Individualismus' behandelt, kommt man um eine Bestandsaufnahme über das Leben in der Hauptstadt Berlin nicht herum. Glücklicherweise erweisen sich viele Einwohner der Spree-Metropole als sehr auskunftsfreudig.

# Begründeter Mehrwert: Weitere Pluspunkte für Berlin

# Unverantwortlich und niveaulos: Romantische Verklärung junger urbaner Mütter

moderne21




moderne21
Impressum




Video
Aktionsvideo 'Berliner Mehrwert'
BERLINER MEHRWERT

Video
Video 'Saß ein Blogger auf dem Sofa ...'
BLOGGERITIS




an dem Projekt beteiligte Schauspielerinnen und Schauspieler
Dirk Eykenboom (Beamter)
Ingrid Gokeler (Städterin)
Benjamin Krause (Skater)
Nadia Panknin (Lobbyistin)




Diskussion
Video-Mitschnitt der 'Berliner Mehrwert'-Diskussion im 'Kunsthaus Tacheles' [2010]
'MEHRWERT'-VIDEO

Diskussion
Audio-Mitschnitt der 'Berliner Mehrwert'-Diskussion im 'Kunsthaus Tacheles' [2010]
'MEHRWERT'-AUDIO




aktueller Termin
21.08. ab 20 Uhr:
Video-Premiere im 'Kunsthaus Tacheles': "Berliner Mehrwert" (Goldener Salon)




Zitate aus dem 'Wir-sind-wichtig'-Projekt
"Es gab mal eine Zeit, da wurden Eremiten hoch geachtet." (Daniel Fallenstein, EPU)
"In unser aller Interesse: Gegen Misogynie und Misandrie ! Denn beides zusammen ergibt Misanthropie."
(Ursula Reifenstein-Herbig, Projekt 'WIR-SIND-WICHTIG')

"Der moderne Mensch - auch wenn er vielleicht nicht so aussieht - ist sehr verwundbar und verunsichert."
(Sonja Peters, 'BÜNDNIS ZUR BEIBEHALTUNG DER EINWOHNERHÖHERWERTUNG')

"Sie sind überflüssig, vollkommen überflüssig. Herzlichen Glückwunsch !" (Michael Gaida)
"Die zentrale Frage der Kultur ist doch nicht, wie man sich gegenüber Gott oder dem Staat verhält,
sondern gegenüber anderen Menschen."
(Max Goldt [Falter])






Dirk Eykenboom (Projekt 'Wir sind wichtig')
GENDER

Sühne als Chance

Jungen Frauen gehört die Zukunft in Deutschland. Lange genug haben sie darauf warten müssen. Und jungen Männern ? Oder Männern überhaupt ? Für sie wird vielleicht auch ein bisschen was vom Kuchen abfallen, auch wenn sie es nicht wirklich verdienen, da sie sich immer noch nicht vollständig von tradierten Rollenbildern losgelöst haben.

# Pragmatischer Realismus: Rückendeckung für unser Projekt durch progressive Kräfte

# Sühne als Chance: Große Jungs, Chaoten und Testosteronbomber denken um

# Das Web 2.0 lebt: Das 'Berliner Mehrwert'-Projekt beim Gesichtsbuch




Christoph Drobig (Projekt 'Wir sind wichtig')
BETROFFENHEIT

Am Anfang stand die 08/15-Strategie

Damit man mit der potentiell unbequemen Individualisierungskritik einen Fuß in die Tür der diesbezüglich sehr unzugänglichen Massenmedien bekommen konnte, setzte moderne21 für das 'wir-sind-wichtig'-Projekt zunächst auf den bewährten `Betroffenheits-Jargon´ bei der Öffentlichkeitsarbeit. Und das gleich dreimal, damit es besser hielt:

# Millionen Existenzen verkorkst: Einsamkeit als Preis für ein marktkonformes Leben

# Projektstart in Berlin: Die Opfer der Individualisierung melden sich zu Wort

# Entfremdung zwischen den Geschlechtern: Ego-Industrie weiterhin auf Wachstumskurs




Nadja Grotefendt (Projekt 'Wir-sind-wichtig')
INDIVIDUALISIERUNG

Der Blick auf uns selbst

Der Name 'Wir-sind-wichtig' des jüngsten Projekts beschreibt eine stark verbreitete Selbsteinschätzung moderner Individualisten. Sich ihrer Einzigartigkeit bewusste und von Bindungszwängen weitestgehend befreite Menschen sind das Rückrad einer leistungsfähigen Wirtschaft und eines expandierenden Wohlfahrtsstaats.

# Das Projekt in der öffentlichen Wahrnehmung: Was bisher bei 'WIR-SIND-WICHTIG' geschah

# Diskussion mit Daniel Fallenstein u.a.: Das Projekt 'Wir-sind-wichtig' startet 2008 in Berlin




Anthony Krauskopf (Projekt 'Wir sind wichtig')
ÖKONOMIE

Die Wirtschaft zeigt sich dankbar

Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf, Freizeit und Internet in ihrem Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und Geselligkeit ist kein Pappenstiel. Ihm zollen Vertreter der Wirtschaft jetzt endlich Respekt.

# Eremiten und andere Individualisten: Podiumsdiskussion aus Berlin

# Die Wirtschaft fordert vollen Einsatz: Angebliche Schweigespirale zum Thema 'Einsamkeit'


moderne21-Projekte
Justizia wacht: Gewalt geht immer
Lauter, bitte!: Dudelstopp
Mehr Politik: Wahlzusage
Immer halblang: Provokationskunst




Hörspiel
Hörspielepisode aus 'Getrübte Einigkeit' über eine sexistische Journalistin im spätkapitalistischen Arbeitsausbeutungsmarkt [Mit Conny Köpp und Christina Holsten]
GETRÜBTE EINIGKEIT

Fotostrecke
Fotostrecke zum Projekt 'Wir-sind-wichtig'
WIR SIND WICHTIG




an dem Projekt beteiligte Schauspielerinnen und Schauspieler
Christoph Drobig (Redakteur)
Vera Göpfert (Realistin)
Nadja Grotefendt (Sinnierende)
Anthony Krauskopf (Blogger)




Video
Video 'Ein Redakteur, wie er sein sollte'
REDAKTEUR

Video
Video 'Parkbank-Dialog'
PARKBANK





ZIVILGESELLSCHAFTLICHE PROJEKTE UNTER DEM DACH VON moderne21:

DIE NAMEN DER BETEILIGTEN SIND AUF DEN JEWEILS VERLINKTEN SEITEN AUFGEFÜHRT





Daniel Fallenstein und Sonja Peters GERECHTIGKEIT

Führt finanzielle Solidarität
zu kreativer Faulheit ?

Seit einiger Zeit ist das Phänomen des 'Berliner Mehrwerts' Gegenstand einer neuen Gerechtigkeitsdiskussion um die nicht zuletzt durch den Länderfinanzausgleich bedingte finanzielle Besserstellung der Hauptstädter auf Kosten der Steuerzahler in anderen Bundesländern. Die gesellschaftspolitische Vorreiterrolle Berlins, die durch großes Vertrauen in staatliche Transferleistungen und Überwindung traditioneller Sozialstrukturen gekennzeichnet ist, gilt bei politischen Entscheidungsträgern aller couleur als besonders förderungswürdig: Berliner sind de facto 'mehr wert' als Münchner und Düsseldorfer. Ob dies tatsächlich gerechtfertigt ist, darüber diskutierten Sonja Peters vom in Berlin ansässigen 'Bündnis für die Beibehaltung der Einwohnerhöherwertung' und der libertäre Journalist Daniel Fallenstein ('the European') im 'Kunsthaus Tacheles'.

Als größter Aktivposten der Spreemetropole wurde von Peters deren soziokultureller Output betont, den ein freier Markt nicht genügend honorieren würde. Kultur und soziales Engagement basierten jedoch auf geleisteter Arbeit und müssten auch entsprechend entlohnt werden: „Kultur darf schließlich nicht zur Subkultur werden. Der Rest der Republik muss das verhindern helfen.“
Fallenstein wies auf den Widerspruch hin, dass sich Berlins spezifischer 'Mehrwert' zwar nicht monetär ausdrücken lasse, er aber dennoch durch den Rest der Republik monetär abgegolten werden solle. Die Förderung moderner Lebensstile in der Hauptstadt sieht der Journalist skeptisch: „Das Geld, das die Berliner von Steuerzahlern aus anderen Teilen der Republik erhalten, ohne dass letztere eine andere Wahl haben als zu zahlen, stellt keine wirkliche Förderung der Kreativität dar, sondern führt mittelfristig zu kreativer Faulheit.“ Fallenstein gab ebenfalls zu bedenken, dass neben der Wirtschaft durchaus ein 'Markt für gesellschaftliche Vorbilder' existiere, auf dem Berlin einen sehr guten Stand habe und daher eigentlich keine Subventionierung benötige.


Rotes Rathaus Berlin DISKUSSION

Diskussion über den 'Berliner Mehrwert'

Was hat es mit dem Schlagwort des 'Berliner Mehrwerts' auf sich, das gegenwärtig in Feuilletons und politischen Kommentaren die Runde macht ? Dem mit diesem sarkastischen Begriff einhergehenden Vorwurf, den Hauptstädtern ginge es – da sie faktisch 'mehr Wert' seien - auf Kosten der restlichen Republik finanziell zu gut, widmet sich eine neue Initiative des Projekts 'Wir-sind-wichtig'.

Seit einiger Zeit ist der sogenannte 'Berliner Mehrwert' Gegenstand der Diskussion um Verteilungsgerechtigkeit in der Bundesrepublik. Es wird suggeriert, die Hauptstädter seien dank der für die Spree-Metropole segensreichen Auswirkungen des Länderfinanzausgleichs de facto 'mehr wert' als Bürgerinnen und Bürger in anderen Teilen der Republik, die die Wohltaten für Berlin mit Steuergeldern finanzieren müssen. Die Initiative 'Wir-sind-wichtig' hält den Unmut über die vermeintliche Privilegierung der Hauptstädter für ungerechtfertigt, plädiert aber dennoch dafür, mögliche Konflikte beim Namen zu nennen und intelligent zu moderieren, damit sie eines Tages nicht eskalieren.
Die gesellschaftliche Vorreiterrolle Berlins ist durch die Konzentration postmoderner Lebensstile in der Hauptstadt besonders augenfällig: Die Angleichung der Geschlechter sowie die endgültige Überwindung traditioneller Familienstrukturen bringen die Metropolenbewohner einerseits zwar der angestrebten weitestgehenden Selbstverwirklichung näher, sie verlangen ihnen andererseits jedoch auch nicht zu unterschätzende Opfer ab, was Lebensfreude, Gesundheit und nachhaltige soziale Bindungen anbelangt. Als Ausgleich hierfür ist es gerechtfertigt, dass die Hauptstädter weniger hart für ihren Wohlstand arbeiten müssen als Bürger in anderen Teilen der Republik. Um den gesellschaftspolitischen Pionierstatus Berlins weiterhin sicherzustellen, ist es darüber hinaus sogar überlegenswert, die ökonomische Unterstützung durch die anderen Bundesländer, die früher oder später allesamt von den Erfahrungen der Spreemetropole profitieren werden, weiter auszubauen.


Den Geldfluss für die Hauptstadt sichern ! MEHRWERT

Weitere Pluspunkte für Berlin

Die durch den Gesetzgeber geförderte Angleichung der Geschlechter, die in Berlin bereits besonders weit fortgeschritten ist und die das tägliche Zusammenleben weiblich und männlich geprägter Menschen weitaus erträglicher macht als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war, ist nur ein Aspekt für die Fortschrittsorientierung der Hauptstadt. Bei genauerer Betrachtung werden weitere Beispiele deutlich, die die Förderungswürdigkeit der Spreemetropole unterstreichen.

So sucht die nahezu uneingeschränkte städtische Unterstützung freier und öffentlicher Sexualität bundesweit ihresgleichen – selbstverständlich im Rahmen geltender Gesetze, aber immer auch mit einem klaren Sympathiebonus für gesellschaftliche Minderheiten, die durch den Konformitätsdruck einschlägiger Massenmedien sowie kulturell tradierter Normen und Werte schließlich schon genug zu leiden haben.
Das sich immer vertraulicher und intimer gestaltende Zusammenleben von Mensch und Haustier in der Metropole kann ebenfalls als ein weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbares hoffnungsvolles Signal gesehen werden, das der stark wachsenden Zahl vereinsamter Menschen als Vorbild dient. Die soziale Entwurzelung, die durch die Konzentration auf das Erwerbsleben unvermeidlich ist, kann damit ein gutes Stück verträglicher gestaltet werden.
Auch die Förderung von mehr sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit unter den Berlinerinnen und Berlinern sowie die hiermit eng zusammenhängende politische Abkehr vom fragwürdigen Leistungsprinzip berechtigen zu der Bitte nach mehr finanzieller Unterstützung der modernen Spreemetropole durch die restliche Republik: Berliner sind für die künftige Entwicklung des gesamten Landes de facto „mehr wert“ als Einwohner in Landesteilen, die sich der Zukunft einer gerechten, toleranten und fortschrittlichen Gesellschaft weit weniger nachhaltig verschrieben haben.


SPD-Bundeszentrale in Berlin REALISMUS

Rückendeckung durch progressive Kräfte

Die bundesrepublikanische Wirtschaft kann mit der politischen Linken im Land ausgesprochen zufrieden sein, bei der der Verteilungsgedanke nach wie vor uneingeschränkt im Vordergrund steht. Bei Grünen, Linken und Sozialdemokraten haben alternative utopisch anmutende Überlegungen zum Glück keine Chance - etwa die, nach der wirtschaftliche Faktoren für das Leben der Menschen in einer Gesellschaft, in der angeblich längst alle Grundbedürfnisse der Bevölkerung abgedeckt sind, auf ein Minimum zurückgefahren werden sollten.

Solch eine nur von ganz wenigen Außenseitern eingeforderte einseitige Ausrichtung der großen Unternehmen sowie der Politik auf das vermeintliche 'Lebensglück' der einfachen Menschen könnte für ein Land, das dem internationalen und globalisierten Wettbewerb um Ressourcen und Wachstum ausgesetzt ist, verheerende Auswirkungen in den Rankings und Statistiken haben und wurde daher von den bundesdeutschen Entscheidungsträgern zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise als alternatives Politikziel in Erwägung gezogen.
Es gab in den frühen achtziger Jahren kurzzeitig bei den 'Grünen' Bestrebungen, das Primat der Wirtschaft für das Leben der Bürger in Frage zu stellen. Dieses unrealistische Ansinnen wurde jedoch sehr schnell durch verantwortungsbewusste mediale, gewerkschaftliche und vermutlich auch - Ehre wem Ehre gebührt - sozialdemokratische Einflüsse zurückgedrängt und ist zum Glück längst weitestgehend in Vergessenheit geraten. Initiativen wie 'Berliner MehrWert' helfen dabei, den Menschen in der gesamten Republik am Fallbeispiel der Hauptstadt zu verdeutlichen, wie mit Hilfe konsequenten Gender-Mainstreamings, professionell betriebener Gleichstellung und gerechter Quotierung sowie einer vertretbaren Staatsverschuldung und moderaten Inflation die Interessen von Wirtschaft, Politik und Bürgern harmonisch in Einklang zu bringen sind, ohne dass es zu Irritationen oder gar offenen Konflikten kommen muss.


Projekt 'Wir-sind-wichtig' Projekt WIR-SIND-WICHTIG

Die Wirtschaft dankt - das alleine zählt

Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf und neuen Medien in ihrem Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und Geselligkeit ist kein Pappenstiel. Das Projekt 'Wir-sind-wichtig' zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.

Die berufliche Karriere ist der Dreh- und Angelpunkt der modernen Welt. Erfolgreiche Menschen richten ihr Leben heutzutage nach den Anforderungen der Wirtschaft aus und zahlen dafür oft den Preis mangelnder oder sogar gänzlich fehlender sozialer Bindungen. Nur wenigen beneidenswerten Frauen und Männern gelingt es, ihre jeweiligen Karrierepläne unter einen Hut zu bekommen und ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Verantwortung aufzubauen. Das ist gewiss bedauerlich - es sollte die weniger glücklichen Bürgerinnen und Bürger dennoch nicht davon abhalten, ihren Teil für das Funktionieren einer modernen und konkurrenzfähigen Wirtschaft in Deutschland beizutragen. Die Politik und das Projekt 'Wir-sind-wichtig' helfen ihnen dabei.
Die Einsicht, dass uneingeschränkter Individualismus und beruflicher Erfolg für moderne erwerbsorientierte Existenzen und eine starke Volkswirtschaft unverzichtbar sind, verdanken wir der 68er-Generation, die einengende gesellschaftliche Normen und Werte schon früh als Hindernisse für die individuelle und berufliche Selbstverwirklichung erkannt und erfolgreich bekämpft hat. Gefährliche Illusionen schutzspendender sozialer Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft wurden insbesondere von Soziologen bereits in den sechziger Jahren als Trugbilder entlarvt und von Politikern durch einen soliden und großzügigen Wohlfahrtsstaat ersetzt, der weitgehend frei von menschlicher Irrationalität seither für Sicherheit im Leben der Deutschen sorgt. Die neue Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ dokumentiert moderne Biographien in der Bundesrepublik, in der der gut ausgebaute Sozialstaat für das Funktionieren von Wirtschaft im Großen und Privatleben im Kleinen garantiert.


Benjamin Krause (Projekt 'Wir-sind-wichtig') JUGEND

Mehr Geld für Sexyness – mehr Gerechtigkeit

Im Zuge der Aktion 'Wir Berliner sind wichtig(er)' wurden Bewohner der Hauptstadt über ihre Meinung zum Verhältnis zwischen der einzigen deutschen Metropole und dem Rest der Republik befragt. Darunter befand sich auch ein junger Szenegänger, der sich mittels eines chilligen Spaziergangs durch die Stadt von einer schweisstreibenden Party in Mitte erholte:

„Es ist ja kein Geheimnis, dass man im Süden der Republik eher reich und weniger sexy ist. Und eben auch zu dezent: Der Berliner pöbelt los, wenn ihm das Geld nicht reicht. Damit ist er immer gut gefahren. Der verkriecht sich nicht verschämt in die Ecke, das entspricht einfach nicht seinem Naturell. Und Dank dieser Kodder- schnauze wissen alle bis nach Bayern runter, woran sie sind und können aushelfen.“, so der junge Mann, der im Abkühlung spendenden Schatten der Schweizer Botschaft in unmittelbarer Nähe des Reichstags Auskunft über seine Einschätzung zum innerdeutschen Finanzausgleich gab.
Zusätzlich bezog er noch Stellung zu der Art Kritik, wie sie von Seiten vermeintlich kreativer Köpfe gegenüber dem zunehmend hedonistischen Charakter der jüngeren Generationen in Berlin ertönt - Dank der im Großen und Ganzen politisch sehr korrekten Massenmedien zum Glück jedoch nur sehr vereinzelt: „Wenn fiese Stückeschreiber unsere Szenepartygänger runtermachen als 'Verhärmte Großstadt-Amazonen, tumbe Stiernacken mit Glatze, graue Mäuse und halbe Portionen' dann spricht daraus einerseits sicher Futterneid. Es zeigt aber andererseits auch, dass unser Senat immer noch nicht genug ausgibt für Aufklärungskampagnen über freie und öffentliche Sexualität. Dafür brauchen wir dringend mehr Geld.“ Dieser Einschätzung des bereits leicht alkoholisierten jungen Mannes können wir vom satirischen Projekt 'Wir-sind-wichtig' uns nur voll und ganz anschließen, denn 'in vino veritas' !


Ingrid Gokeler (Projekt 'Wir-sind-wichtig') LIFESTYLE

Die Frau auf der urbanen Straße gibt Auskunft

Wenn man die Themen 'quasi-staatlicher Zwang zu hedonistischen Lebensstilen', 'Selbstausbeutung in der digitalen Bohème' und 'Vereinsamung durch Individualismus' behandelt, kommt man um eine Bestandsaufnahme über das Leben in der Hauptstadt Berlin nicht herum.

Glücklicherweise erweisen sich viele Einwohner der Metropole an der Spree als ausgesprochen auskunftsfreudig wann immer ihnen ein Mikrophon vor die Nase gehalten wird, selbst was eher intime Angelegenheiten wie etwa das Gefühlsleben anbelangt. So ließ sich auch eine junge Frau aus dem trendigen Szenestadtteil Prenzlauer Berg nicht lange bitten als sie um ihre Einschätzung über die zwischenmenschlichen Trends in ihrem Lebensumfeld gebeten wurde: „Die Stadt ist quasi ein riesiges Experimentierfeld für neue moderne Lebensstile, die von den Politikern vorgegeben werden und für die wir alle uns zur Verfügung stellen. Unter Opfern - soziale Experimente können auch misslingen. Wir sind schließlich keine Laborratten sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Die Folgen tragen wir, denn Medikamente und Psychiater kosten Geld. Wenigstens das sollte man uns stellen.“
Diese Einschätzung der jungen Frau klingt ehrlich und authentisch. Darüber hinaus ließ sie keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Menschen in Berlin sich zu Recht als Teil einer modernen Avantgarde begreifen können, was moderne urbane Lebensstile anbelangt, die ja von weniger qualifizierter und nicht selten konservativer Seite immer mal wieder auch kritisiert werden: „In vielen Dingen ist man an der Spree schon weiter. Mensch und Tier leben hier zum Beispiel viel enger und, ja, inniger zusammen als selbst auf dem Land. Wenn deutsche Hunde und Katzen die freie Wahl hätten, würden sie nach Berlin ziehen und ich finde, das sagt einiges über die Lebensqualität dieser Stadt aus: Sie ist längst auf den Hund gekommen und ich meine das im positiven Sinne.“


Dirk Eykenboom (Projekt 'Wir-sind-wichtig') GENDER

Sühne als Chance

Jungen Frauen gehört die Zukunft in Deutschland. Lange genug haben sie darauf warten müssen. Und jungen Männern ? Oder Männern überhaupt ? Für sie wird vielleicht auch ein bisschen was vom Kuchen abfallen, auch wenn sie es nicht wirklich verdienen, da sie sich immer noch nicht vollständig von tradierten Rollenbildern losgelöst haben.

Sie spüren instinktiv, dass sie in den gesellschaftspolitischen Projektionen der Entscheidungsträger_Innen lediglich eine untergeordnete Rolle spielen und überspielen dies zumeist hilflos mit überspitzt klischeehaften Verhalten à la 'großer Junge', 'Chaot', 'testosterongesteuert' usw. Damit bestätigen sie allerdings, dass es richtig ist, sie politisch und gesellschaftlich nicht mehr zu bevorzugen, wie dies seit Jahrhunderten der Fall war – mit den bekannten traurigen Ergebnissen für Frauen, Kinder, Greise und junge Hunde. Wenn man Angehörige der digitalen Bohéme, 'urbane Penner' oder Sozialpädagogen auf Zeitgenossen anspricht, die sich mit der für sie vorgesehenen Sühnerrolle nicht abfinden und die moderne sowie gerechte Bundesrepublik verlassen wollen, reagieren manche dieser Herren folgerichtig etwas trotzig: „Jedes Jahr verlassen zigtausend junge Fachkräfte Deutschland, weil sie hier keine 'Zukunft' für sich sehen. Die können sich gerne verziehen mit ihrem wertvollen Expertenwissen ! Wir Überlebenskünstler bleiben der Hauptstadt treu. Hier sind unsere Ausbildungen in Sozial- und Verwaltungswissenschaften gefragt und die stehen ethisch und moralisch sowieso viel höher als IT- oder Ingenieurs-Knowhow.“
Konsequenterweise wird auch die Bildungspolitik unter einem neuen gerechteren Vorzeichen gesehen: „In der Hauptstadt ist man zum Glück überhaupt nicht elitär drauf und das ist auch gut so. Es wird hier nicht gerne gesehen, wenn sich manche mit unsozialem Verhalten oder Talent Vorteile im Leben verschaffen wollen. Dass sich bei uns immer mehr Privatschulen breitmachen, bei denen es um Auslese und Leistung geht, dagegen legen wir uns mächtig ins Zeug. Das sollte stärker gefördert und honoriert werden.“ Honoriert ? Hoppla, das ist aber wieder sehr gewinnorientiert gedacht. Davon wollten wir uns doch alle lösen, oder ? Aber das wird schon noch.


Vera Göpfert (Projekt 'Wir-sind-wichtig') INDIVIDUALISIERUNG

Der Blick auf uns selbst

Der Name 'Wir-sind-wichtig' des jüngsten Projekts beschreibt eine stark verbreitete Selbsteinschätzung moderner Individuen. Sich ihrer Einzigartigkeit bewusste und von Bindungszwängen weitestgehend befreite Menschen sind das Rückrad einer leistungsfähigen Wirtschaft und eines expandierenden Wohlfahrtsstaats. Bei der Kunstplattform moderne21 hat man die stetig wachsende Zahl durchökonomisierter Biografien, die den Anforderungen des kapitalistischen Marktsystems voll und ganz gerecht werden, bereits seit mehreren Jahren aufmerksam verfolgt und will die Millionen Einzelkämpfer mit dem neuen Projekt würdigen, ermutigen und trösten.

Die Hamburger People-Journalistin Ursula Reifenstein-Herbig, die das Projekt betreut, hält es für wichtig, dass die psychologischen Folgen des Wirkens mehrerer Generationen von Sozial- und Wirtschaftspolitikern sowie von Managern „endlich einmal im Rahmen einer ambitionierten und ungewöhnlich ehrlichen Projektreihe dokumentiert werden.“ Die Bürger bringen mittlerweile große private Opfer für das reibungslose Funktionieren von Wirtschaft und Sozialstaat, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wären. In der Folge fühlen sie sich berechtigterweise einfach zu wichtig, um ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft drohendem Verschleiß auszusetzen. „Dass viele als Ausgleich für wachsende Einsamkeit auf Konsum und Selbstverwirklichung setzen, ist doch nur zu verständlich. Sollen wir ihnen ihren einzigen Trost etwa madig machen ?“, fragt Kamberlein und klingt dabei ehrlich bekümmert.
Zusätzliche Identitäten und riesige anonyme Freundschaftsnetzwerke im Internet sind im Kommen und nichts, weswegen moderne Individualisten sich schämen sollten. Die Menschen mögen früher lebenslange und verlässliche soziale Bindungen miteinander eingegangen sein – heute kann sich jeder mit seinen vielen Talenten überall wenn nicht ständig als Superstar so doch wenigstens als ewiger Geheimtipp im Netz oder in der kleinen Galerie nebenan fühlen. Die Macher von Wir-sind-wichtig interpretieren das als zivilisatorischen Fortschritt, den sie moralisch unterstützen wollen.


Christoph Drobig (Projekt 'Wir-sind-wichtig') BETROFFENHEIT I

Die Opfer der Individualisierung

Der Aktion 'Wir-sind-wichtig' geht es um die Verlierer der Individualisierung, um die Opfer des gelebten modernen Kapitalismus. Wir betrachten mit Sorge, dass die zum Teil sehr negativen Auswirkungen der Single-Gesellschaft in Politik und Medien sehr selten und wenn, dann sehr einseitig thematisiert werden. Es existiert eine Schweigespirale in Hinblick auf extreme Vereinsamungs- und Entfremdungsprozesse in der Bevölkerung. Dahinter steht keine Verschwörung, sondern ein enormer Konformitätsdruck. Einsamkeit ist ein `Loserthema´ mit einem sehr niedrigen Coolnessfaktor.

Der Titel `Wir-sind-wichtig´ beschreibt einen Gemütszustand durch den sich immer breitere Bevölkerungsschichten über individuell verpfuschte Lebensbiografien hinwegzutrösten versuchen. Nach dem Motto „Ich bin zwar einsam und unglücklich – aber ich habe mich ja schließlich für etwas Höheres, Wichtigeres aufgeopfert: Für meinen Beruf, für meine einzigartigen Hobbys, für meine kurze Berühmtheit in Fernsehen oder im Internet oder für andere, die weniger privilegiert leben müssen als ich usw.“ Das ist nicht für alle aber für VIELE Menschen ein gefährlicher Trugschluss. Individualisierung und Marktwirtschaft vertragen sich sehr gut miteinander. Vielleicht zu gut.
Wir wollen eine ehrliche gesellschaftliche Diskussion darüber, wieweit wirtschaftliche und ideologische Faktoren bereits Einfluss auf die Lebensgestaltung, auf Glück und Unglück der Menschen gewonnen haben. Ob der Preis für Selbstverwirklichung und Erfolg auf dem Arbeitsmarkt nicht doch zu hoch ist. Wir wollen Politik und Medien dazu bringen, ehrlich zu sagen: „Wenn Ihr Euch für die Single-Gesellschaft entscheidet, aus materiellen Gründen oder warum auch immer, ist das natürlich Euer gutes Recht – aber steht dann bitte auch für die Folgen gerade! Die Single-Gesellschaft ist nun einmal häufig egoistisch, kalt und rücksichtslos.“ Es dürfen natürlich keinesfalls Lebensstile kritisiert werden. Aber genauso wenig dürfen negative Auswirkungen verharmlost oder schöngeredet werden: Die Politik macht den Leuten vor, Probleme wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung seien irgendwie durch Geld oder Sozialarbeit zu lösen. Das sind sie nicht und das werden sie auch nicht sein.


Spaziergängerin (Projekt 'Wir-sind-wichtig') BETROFFENHEIT II

Ego-Industrie weiter auf Wachstumskurs

Eine wachsende Anzahl von Menschen sieht sich konfrontiert mit steigendem Druck vom Arbeitsmarkt, fortschreitender Vereinsamung und dem Ausbleiben elementarer Glückserfahrungen. Früher kritisierte man diese Phänomene als `Entfremdung´ - heute hat man sich längst mit ihnen abgefunden. Massenmedien wie das Internet und das Privatfernsehen reagieren auf ihre Weise und nähren mit Blogs und Casting-Shows bei Unzufriedenen und Sinnsuchenden die Illusion von der eigenen Wichtigkeit. Das tröstet für den Moment.

Mit ihrem Leben unzufriedene Bürger werden von der boomenden Selbstverwirklichungsindustrie in dem Glauben bestärkt, anders als ihre Mütter und Väter etwas ganz Besonderes zu sein. So erscheinen ihnen ihre vielfach verkümmerten Biografien erträglicher. Tatsächlich fördert diese Einstellung nur die bedingungslose Unterwerfung moderner Frauen und Männer hinsichtlich der Zumutungen durch die globalisierte Marktwirtschaft. Elementare soziale Bindungen, auf die sich frühere Generationen verlassen konnten und wollten, werden gleichzeitig immer mehr verdrängt und vom Sozialstaat nur unzureichend durch Geldleistungen ersetzt. Individualisierung und Marktwirtschaft gehen schon seit einiger Zeit eine für beide vorteilhafte Allianz ein, bei der Glück und Lebenssinn vieler Menschen auf der Strecke bleiben. Die Idee, die eigene Existenz weitestgehend den Erfordernissen einer ungebremsten Ökonomie anzupassen, hat sich in allen politischen Lagern durchgesetzt. Beruflicher Erfolg soll dabei Einsamkeit ausgleichen, Konsumexzesse fehlende Anerkennung ersetzen und Freizeit ausbleibenden Sinn.
Von der Politik und den Massenmedien sind keine Impulse für eine Umkehr vom eingeschlagenen Weg zu erwarten. So bleibt es kleinen Satireprojekten wie `Wir-sind-wichtig´ vorbehalten, die immer deutlicher zutage tretenden Negativfolgen der Individualisierung zu thematisieren und den Menschen Mut zu machen für Veränderungen.


Nadja Grotefendt (Projekt 'Wir-sind-wichtig') BETROFFENHEIT III

Einsamkeit als Preis
für ein marktkonformes Leben

Beruflicher Erfolg ist der Fetisch der modernen Zeit. Über seine Schattenseiten für die Lebensqualität vieler Menschen, bei denen seelische Störungen stetig zunehmen, wird jedoch erstaunlich oft geschwiegen. Dabei treten sie immer sichtbarer zutage.

Geschäftsmänner sind gesellschaftlich hoch angesehen, Karrierefrauen werden gefördert und bewundert. Häufig sind es ungebundene Singles, die sich einen komfortablen Lebensstil leisten können - verbunden mit dem Bewusstsein, eine wichtige Rolle für ihr Unternehmen zu spielen. Was jedoch in ihnen vorgeht, wenn sie abends die Tür zu ihrer leeren Wohnung hinter sich zuziehen oder wenn sie an einem schönen Tag alleine auf einer Parkbank sitzen und wieder einmal niemanden zum unterhalten haben, darüber wird nur selten in den Massenmedien berichtet. Einsamkeit hat keinen hohen Nachrichtenwert. Für viele mehr oder weniger beruflich erfolgreiche Alleinstehende beginnt spätestens in der Mitte ihres Lebens das große Zweifeln über die Richtigkeit längst getroffener Entscheidungen zugunsten der Karriere und gegen traditionelle familiäre Bindungen. Dies gilt für Frauen und Männer gleichermaßen, auch wenn sich bei ihnen die sichtbarsten Auswirkungen unterentwickelter sozialer Bindungen voneinander unterscheiden: Frauen flüchten sich oftmals in Depressionen, Männer verweigern häufig das Erwachsenwerden. Es stellt sich schon seit langem die Frage, ob durchökonomisierte moderne Biografien nicht weit über ein erträgliches Maß hinaus den Anforderungen des kapitalistischen Marktsystems Rechnung zollen.
Die Berliner Aktions- und Politikplattform moderne21 widmet sich der Furcht moderner Individualisten vor der Einsicht, ihr Leben allzu sehr nach den Erfordernissen der Marktwirtschaft westlicher Prägung auszurichten und einen viel zu hohen Preis dafür zu zahlen oder bereits unwiderruflich gezahlt zu haben. Der Name der neuen Projektreihe `Wir sind wichtig´ spielt auf den von Politik, Wirtschaft und Medien immer wieder neu genährten Mythos an, ausschließlich über beruflichen Erfolg und `Karriere´ könne der eigenen Existenz Bedeutung verliehen werden.


EN DETAIL

Was bisher bei 'WIR-SIND-WICHTIG' geschah

Die sich satirischer Mittel bedienende Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ startete Ende 2008 und stieß von Beginn an auf reges Interesse der Öffentlichkeit sowie der veröffentlichten Meinung.

Die neue Projektreihe wurde umgehend im Internet diskutiert u.a. im Erwerbslosen Forum. Zum Auftakt fand im Oktober 2008 im Berliner Kunsthaus Tacheles in Berlin eine Podiumsdiskussion (Ausschnitt) mit Daniel Fallenstein und weiteren 'Freunden der offenen Gesellschaft' statt. Über die Aktionsreihe berichteten u.a. der WDR sowie der Deutschlandfunk.
Vor drei Jahren gab es bereits ein Vorläuferprojekt von Wir-sind-wichtig in Form eines satirischen Hedonisten-Bashings mit dem Titel 'Groupiedämmerung'. Es hatte eher unterhaltenden Charakter und wurde als Hörbuch vertont. Der 'Hörspiegel' schrieb damals: "Hier wird in 38 Minuten ein Bild erschaffen, welches sich von den üblichen Themen von Hörspielen abhebt. Interessante Unterhaltung mit Nachwirkung." Und auch die taz-Berlin stimmte ein: "Lühr nutzt das Medium Hörspiel, um auf das Meinungsmonopol der Massenmedien aufmerksam zu machen.", vermutlich jedoch ohne sich dabei selbst als marktbeherrschend einzustufen.
Einen großen Schub an Glaubwürdigkeit und Boulevard-Credibility sicherte sich 'Wir-sind-wichtig' durch die Zusammenarbeit mit der bekannten Hamburger Journalistin und Kolumnistin Ursula Reifenstein-Herbig ("Die überbewerteten Unterschiede", "Singlefrauen - alleine und glücklich"), die das Projekt als Patin betreut. Die eloquente Powerfrau hat sich mittlerweile wieder mit dem moderne21-Aktivisten Leo Greller und dessen Manager Ludwig 'Ludo' Kamberlein ausgesöhnt, nachdem der zu Kurzschluss-handlungen neigende Liedermacher Greller unbewiesenermaßen ein Filmrequisit aus der Winterhuder Villa der Erfolgsautorin entwendet hatte, das inzwischen erfreulicherweise wieder auf seinen alten Platz im Hause Reifenstein-Herbig zurückgefunden hat.

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