moderne21 - Politik, Satire, Zivilgesellschaft

ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN UND POLITISCHE SATIRE BEI moderne21:

ANGELA JEHRING, BENJAMIN KRAUSE, INGRID GOKELER, DIRK EYKENBOOM, NADJA GROTEFENDT, ANTHONY KRAUSKOPF, VERA GÖPFERT, CHRISTOPH DROBIG,
CARO KUNDE, BJÖRN ROTH, JUDITH BAREIß, CEM ATALAY, KATHARINA GEBHARDT, INGMAR SKRINJAR, NADIA PANKNIN, PEER GAHMERT, ANITA PUPPE, LARS MÖHRING,
EVA MATH, CARL VON HOLLEN, ASAD SCHWARZ-MSESILAMBA, BENJAMIN HIRT, LORENA MANZ, JOSEF GEREGA, MALAH HELMAN, ALICE GRINDA, MARCO AMMER.





FINANZKRISE

Libertäre Kunstplattform wehrt sich gegen Vertreibung

Linda Cerna, Sprecherin des Berliner 'Kunsthauses Tacheles'Im Fahrwasser des von der Finanzindustrie drangsalierten 'Kunsthauses Tacheles' droht auch die Politik- und Kunstplattform moderne21 ins Trudeln zu geraten. Sie hatte unter dem Dach der toleranten Künstlergemeinschaft in Berlins kreativer Mitte ungestört ihre ureigene Form regierungsfreundlicher Satire entwickeln können. Durch die jüngsten Entwicklungen sieht man bereits Erreichtes bedroht.

Nie war es um die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik besser bestellt als in diesen Tagen: Auffassungen und Ideen, die den Interessen staatlicher Entscheidungsträger entgegen laufen, können ohne Gefahr für die Urheber ungehindert veröffentlicht und diskutiert werden. In diesem erfreulichen gesellschaftlichen Klima schien es den Akteuren der Plattform moderne21 angemessen, die altmodische aber bewährte Form der 'Ergebenheitsbekundung' gegenüber den Mächtigen zu restaurieren und in die heutige Zeit hinüberzuretten. Als Ort hierfür wählten sie das als regierungskritisch aber auch als tolerant gegenüber abweichenden Meinungen geltende 'Kunsthaus Tacheles'. Von diesem ungewöhnlichen aber dafür umso glaubwürdigeren Schauplatz aus mischte man sich auf im Sinne der Bundeskanzlerin „hilfreiche Weise“ in den letzten fünf Jahren ein in Belange der Justiz (Initiative 'Gewalt-geht-immer'), der Unterhaltungsindustrie ('Dudelstopp?'), der Wirtschaft im allgemeinen ('Wir-sind-Wichtig') und schließlich der Politik ('Wahlzusage').
Dorothea Graumer, Aktivistin bei moderne21: „Eben WEIL das 'Tacheles' über politische Grenzen hinweg als unkorrumpierbare Institution in Berlins kreativer Mitte angesehen wird, hat dies unseren dort gestarteten regierungsfreundlichen Initiativen zu einer Glaubwürdigkeit verholfen, die wir anderswo – etwa im 'Haus der Demokratie und Menschenrechte' - auf keinen Fall erreicht hätten.“ Das drohende 'Plattmachen' des 'Kunsthauses Tacheles' lehnt sie ebenso wie Berlins regierender Bürgermeister Wowereit ab.
Am 21.09. wird um 20 Uhr im 'goldenen Saal' des von der Räumung bedrohten 'Kunsthauses Tacheles' (Oranienburgerstr. 54-56a, 10117 Berlin) ein Gründungsmanifest für Berlins Kreative Mitte bekannt gegeben und danach zur Diskussion gestellt. Damit soll der Wille zum Verbleib in der Oranienburgerstraße unterstrichen werden.


SERIOSITÄT

Vorabkritik am Manifest der 'Kreativen Mitte'

Abschlusskundgebung für die kreative Mitte Berlins am 20.09.2010Im Vorfeld der Präsentation eines 'Manifests der Kreativen Mitte Berlins' wurde Kritik an dessen erwarteter ideologischer Ausrichtung laut. Möglicherweise spielt dabei die anti-etatistische Selbstdefinition der Veranstalter eine Rolle, die dem traditionell der Idee des Versorgungstaats anhängenden Künstlermilieu entgegen läuft. Die Veranstalter von der Politik- und Satireplattform moderne21 wehren sich gegen Unterstellungen und wollen gleichzeitig auf ihre Kritiker zugehen.

Lars Möhring von der Initiative 'Violare-humanum-est', der am Dienstag ab zwanzig Uhr im 'goldenen Saal' des 'Kunsthauses Tacheles' das Manifest der 'Kreativen Mitte' vorstellen wird, versucht bereits im Vorfeld die Wogen zu glätten: „Ich denke, bei unserem Vorhaben besteht keine Gefahr, dass kreative Menschen ausgegrenzt oder nicht von uns abgeholt werden. Viele Künstler sind durch den gesellschaftsprägenden Konsumfetischismus sowohl linker als auch neoliberaler Kräfte ohnehin frustriert. Wir wollen ihre Gefühle auf keinen Fall noch zusätzlich verletzen. Unsere Grundsatzerklärung ist nicht sakrosankt. Sie kann bereits nach ihrer Präsentation am Dienstag kritisiert und einvernehmlich korrigiert werden.“
Dies wird aller Voraussicht nach tatsächlich nötig sein, da Kritikerinnen wie die Journalistin Ursula Reifenstein-Herbig bereits zu erwartende Defizite am angekündigten Manifest medienwirksam kolportieren: „Leider muss bei allem, was bisher über die Plattform 'moderne21' bekannt ist, ernsthaft bezweifelt werden, dass die angekündigte Grundsatzerklärung wichtige Anforderungen erfüllen wird, die heutzutage im öffentlichen Diskurs zum Standard gehören. Ich rechne mit dem Schlimmsten und mit nicht wieder gutzumachendem Schaden für die Szene.“ Sie gehe davon aus, dass die Veranstalter ungeeignet seien, unverzichtbare Aspekte wie den 'Kampf-gegen-Rechts' und die Gender-Problematik glaubhaft und kultursensibel in das angekündigte Manifest zu integrieren.


Das von der Räumung bedrohte Kunsthaus Tacheles in Berlin unterstützte Lühr bei allen vier moderne21-Initiativen. VORGESCHICHTE

Der Mann im Hintergrund

Über Hartmut Lühr, den Initiator der Kunst- und Politikplattform moderne21, erfährt man im Portrait "Hamburg, Hörspiel und gehobene Narrenfreiheit" von seinem Wegbegleiter Ludwig 'Ludo' Kamberlein mehr.

[...] Für die freie Politik- und Kunstplattform moderne21 initiierte Lühr das Projekt DUDELSTOPP – MUSIK OHNE ZWANG (2007), mit welchem er den Misstand unfreiwilligen Musikkonsums verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rücken und für mehr Rücksicht werben wollte. Hierbei bediente er sich nicht wie bisher rein auditiver Darstellungsformen, sondern verbreitete seine provokativen Thesen gemeinsam mit einer Gruppe von Schauspielern mit Hilfe von Internetvideos. Dies so erfolgreich, dass sich scheinbar paradoxerweise viele Popgruppen und -künstler aus Deutschland offiziell mit Lührs DUDELSTOPP-Bewegung solidarisierten, wozu dieser über `ZEIT online´ erklärte: `Ich sehe das als Geste, dass die Dauerbeschallung mit ihrer Musik nicht immer im Sinne der Bands ist.´
Für moderne21 blieb Lühr seiner Strategie treu, Schwächen der `finalmodernen Gesellschaft´ auf satirische Art darzustellen. Hierbei richtete sich sein Augenmerk nun auf die zu Unrecht häufig durch die Medien diffamierten Nichtwähler. In seinem Aktionsvideo für WAHLABSAGE – VERKANNTEN MODERNISIERERN DEN RÜCKEN STÄRKEN (2008) war die Aktivistin Malah Helman mit der Aussage zu hören, dass eine neuzugründende `Partei gegen Arschlöcher´ von Mercedesfahrern und Kampfhundehaltern mit Sicherheit nicht eine einzige Stimme bekäme. Trotz Vereinnahmungsversuchen vornehmlich linker Kreise hielt Lühr beim WAHLABSAGE-Projekt strikt seinen politisch neutralen Kurs.
Für das Projekt GEWALT GEHT IMMER – VIOLARE HUMANUM EST (2008) stellte Lühr den paradoxen Umgang staatlich Verantwortlicher mit Gewaltkriminalität als Symptom eines von der Gesellschaft gänzlich entkoppelten Justiz- und Sozialarbeiterapparats heraus. Auch seine eigene Profession, die Soziologie, nahm er hierbei von Kritik nicht aus, da er die Aufgabe ihrer Vertreter anspruchsvoller beschrieben sehen wollte als lediglich in der `Erstellung hochbezahlter Gefälligkeitsgutachten´, wie er 'BerlinOff' zu Protokoll gab. Die öffentliche Diskussion von moderne21 mit persönlich Betroffenen geriet außerordentlich heftig, was erklären könnte, weshalb die Massenmedien Lühr in puncto Berichterstattung für das heikle Thema `Kriminalität´ zunächst einen (Maul-)Korb verpassten.
Anders seine vierte und vorläufig letzte Aktionsreihe: Mit WIR SIND WICHTIG (2008), dem Projekt, das sich mit den Verlierern der Individualisierung beschäftigte und die Opfer der Single-Gesellschaft zu Wort kommen ließ, traf Lühr offenbar erneut den Nerv der Zeit. Bei der Präsentation im `Kunsthaus Tacheles´ erinnerte Daniel Fallenstein von den damaligen `Freunden der offenen Gesellschaft´ zwar an eine Zeit, zu der "Eremiten hoch geachtet wurden" - aber die Achillesferse hochmoderner Länder wie der Bundesrepublik tritt dennoch deutlich zu Tage: Individualisierte Selbstverwirklicher leben zunehmend entfremdet und empfinden sich als entwurzelt. Vereinsamung wird zum Massenphänomen, über das aus Scham viel zu selten gesprochen wird. Lühr wollte mit moderne21 diese Schweigespirale mit Hilfe von Satire offenlegen ...


Das 'Tacheles' darf nicht verschachert werden WINTER 2010

Von Suff bis Datenmuff

Die Gesellschaft schien entzweit bei der Beurteilung der Alkoholfahrt von Margot Käßmann, der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bei der die Hannoveranerin dem Vernehmen nach eine rote Ampel überfuhr und als Konsequenz von bei ihr festgestellter 1,54 % Blutalkoholkonzentration freiwillig von ihren Ämtern zurücktrat.

Die kulturell hochwertige Sendereihe 'Deutschland sucht den Superstar', kurz DSDS, steht nach wie vor in der Beliebtheitsskala junger Fernsehzuschauer weit oben und lässt sich, was die gemessene Aufmerksamkeit anbelangt, allenfalls vom nach wie vor wachsenden Web 2.0 auf die Ränge verweisen.
Trotz nicht übertrieben verbraucherfreundlich anmutender Bestimmungen in den AGBs von facebook hält der Ansturm auf Profile bei diesem sozialen Netzwerk an. Daneben bestimmen die Videoplattform Youtube und das online-Auktionshaus ebay etwas weniger die öffentliche Debatte. Lediglich um den neuen Service 'google street view', bei dem man weltweite Aufnahmen von gespeicherten Straßenzügen betrachten kann, wurde zwischen Datenschützern und Wirtschaftsfreunden heftig diskutiert. Immerhin stellte das Verfassungsgericht inzwischen fest, dass die Vorratsdatenspeicherung gegen das deutsche Grundgesetz verstößt und bislang gespeicherte Daten 'unverzüglich' gelöscht werden müssen.

Das weltberümte Berliner 'Kunsthaus Tacheles', das in den letzten 20 Jahren zahlreichen alternativen Projekten eine Heimat und ein Dach überm Kopf bot, steht möglicherweise vor dem Aus, da die vor allem durch die Finanzkrise bekannt gewordene SOS-Mordbank dem Vernehmen nach das Grundstücksareal zwangsversteigern lassen will. Dies würde das Aus für viele freie Künstler wie Alexander Rodin und unabhängige Kunstplattformen wie moderne21 bedeuten. Aber als Trost würden nach der Zwangsversteigerung voraussichtlich Neubebauungen des Areals mit Hotels, Geschäften und Appartments den kreativen Verlust für die Hauptstadt versüßen.


5 Minuten nach 12 ERLÖSUNG

Phil Collins plant offenbar den Ausstieg

Er war und ist ein ganz Großer der Unterhaltungsindustrie: Gegenüber Pressevertretern verkündete der scheinbar von Selbstzweifeln geplagte Superstar Phil Collins ("Don't Lose My Number", "Something Happened on the Way to Heaven"), demnächst seine Popkarriere beenden zu wollen - unter anderem angeblich ausgelöst durch die fortwährend geübte Häme von Kollegen und Musikkritikern an seiner Arbeit. Die Presse wertete diese Ankündigung als Sensation - sie käme einem mittleren Erdbeben in der Unterhaltungswelt gleich, in der der 60jährige Brite mittlerweile als moderner Klassiker gelte. Sein Ausscheiden aus der aktiven Musikproduktion wäre ein schwerer Schlag für die Gebrauchsmusik-Industrie.
In den unmittelbar betroffenen Branchen vor allem des Einzelhandels und der Callcenter-Firmen herrschte nach Bekanntwerden von Collins Plänen zunächst Ratlosigkeit: Mit welchen Inhalten sollte man jetzt Fahrstuhlkabinen, Telefon-Warteschleifen und Einkaufscenter beschallen, wenn der inoffizielle `Pate der Gebrauchsmusik´ in absehbarer Zeit kein neues Material mehr liefern würde ? Die Vorteile von Phil Collins musikalischen Erzeugnissen wurden über (gefühlte) Jahr(zehnt)e darin gesehen, dass sie ihre Konsumenten nie mit übertrieben anspruchsvollen oder gar ausgefallenen melodischen Strukturen überforderten, so dass sowohl die freiwilligen als auch die unfreiwilligen Zuhörer nebenher noch gut anderen Tätigkeiten, wie Einkaufen oder Warten, nachgehen konnten.
Die Initiative `Dudelstopp - wollen wir Friedhofsruhe ?´ warnt indes davor, dass mit Hohn und Spott durch Qualitätsmusiker bedachte und in die Enge getriebene bundesdeutsche Showgrößen, wie etwa Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen oder Lena Meyer-Landrut, dem Beispiel von Phil Collins folgen könnten. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen solcher Entscheidungen wären kaum abzusehen. Die Mitstreiter der Initiative warnen daher vor übereiltem Aktionismus oder Kurzschlussreaktionen und empfehlen als Alternative eine längere Auszeit für von Zweifeln oder Selbstvorwürfen geplagte Prominente der Unterhaltungsindustrie.


Für fehlgeleitete Zeitgenossen eine Provokation SYMPATHIETRÄGER II

Provokationen für die Berliner Republik

Wir schreiben das Jahr 2011. Noch nie war es so einfach, die Menschen in Deutschland mit medialen Inhalten zu provozieren und zu schockieren.

Ein neues Stilmittel, das seit Jahrzehnten in den Massenmedien tabuisiert wurde, ist die Darstellung von Gewalt. Unvorstellbar dass Frauen, Männer und Kinder zu jeder denkbaren Tages- und Nachtzeit im Fernsehen oder auf DVD mit der Abbildung körperlicher Roh- und Gemeinheit konfrontiert werden. Auch vom Anblick von Leichen und der detaillierten Schilderung von Tötungsvorgängen blieben wir Film- und Fernsehgucker und Zeitungsleser in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise weitgehend verschont. Dies will die Kunst- und Politikplattform moderne21 mit Hilfe von Satire ändern und die Menschen aus ihren Wolkenkuckucksheimen herausholen.
Ebenfalls ein Schattendasein führte das Zeigen sexueller Handlungen, kurz 'Sex', in Film, Fernsehen und Internet. Die Zuschauer und auch die Verantwortlichen hatten vor der natürlichsten Sache der Welt, der sich begehrende Menschen in der Regel auf dezente Weise nachgehen, zu viel Ehrfurcht und Respekt als das sie ihre Programmplätze und Webseiten damit füllen würden. Die marktradikalen Macher von der moderne21-Plattform sind jedoch der Auffassung, dass sich derlei intime Dinge nicht länger dem Wertschöpfungsprozess entziehen dürfen und werden daher demnächst auf ihrer Seite selbst voll loslegen.
Zuguterletzt war man bei den Film-, Fernseh- und Videoproduzenten schon lange der Ansicht, dass die niederen tiefenpsychologischen Bedürfnisse von Zuschauern nach Darstellungen, die Ekel und Abscheu hervorrufen können, nicht aus Profitgier bedient werden sollten. Das Ignorieren urtümlicher menschlicher Affekte, die durch Ekelgefühle hervorgerufen werden, sollten jedoch als zivilisatorische und sozialemanzipatorische Errungenschaften der postmodernen Gesellschaft angesehen werden, die ebenfalls mit gutem Gewissen kommerziell ausgewertet werden dürfen. Wir von moderne21 werden bald damit beginnen.


Kindergarten STRATEGIE II

Späte Einsicht oder gar Reue ?

Bei der Berliner Politikplattform moderne21 hat man eingesehen, dass dem Staat wachsende Verantwortung für die Bürger zukommt, die - in die richtigen Bahnen gelenkt – möglicherweise sogar Zufriedenheit und Zuversicht bei den Menschen stärken kann.

Die Aktivisten um Hartmut Lühr haben man begriffen, dass Bestrebungen nach mehr individuellen Freiheiten durch den rapiden Abbau familiärer und sozialer Bindungen der Menschen immer mehr der Boden entzogen wird. Vor diesem Hintergrund an sozialemanzipatorischen Zielen festzuhalten, hieße die Lebenswirklichkeit einer wachsenden Bevölkerungsmehrheit zu ignorieren und so das Unbehagen der durch ihren rasanten Wandel zutiefst verunsicherten Gesellschaft unnötig zu verstärken. Mit dem neuen moderateren Stil hat man bei moderne21 offenbar viel dazugelernt. Ob die Einsicht in frühere Fehler authentisch ist, innerer Überzeugung entspringt oder einfach nur Teil einer neuen Verwirrungsstrategie gegenüber der gutgläubigen Öffentlichkeit ist, muss sich erst noch herausstellen. Jedenfalls könnte es das demokratische Miteinander in der Bundesrepublik tatsächlich stärken, wenn es gelänge, ehemals unberechenbare Freigeister in offene Politik- und Kunstplattformen wie moderne21 einzubinden, damit sie sich dort an einer fruchtbaren öffentlichen Diskussion über die Zukunft der Gesellschaft beteiligen. Tatsächlich scheint die Bindungskraft der parlamentarischen Demokratie in der Bundesrepublik größer als lange Zeit angenommen.
Der Beweis, dass die Akteure um Lühr nach früheren Misstönen tatsächlich geläutert ihrer Verantwortung als öffentliche Meinungsmacher gerecht werden, steht noch aus. Zunächst sollten sie einfach beim Wort genommen werden, wenn sie vorgeben, den konstruktiven Dialog mit den Mächtigen suchen und auf diese zugehen zu wollen, „um sie brüderlich zu umarmen“. Letzteres ist hoffentlich nicht doch als versteckte Drohung zu interpretieren.


Journalisten während einer Vernissage im Berliner `Kunsthaus Tacheles´, 2011 MENTALE MOBILITÄT

Der Gedanke zählt, nicht der Standort

Da uns fast sofort nach Veröffentlichung unseres `Manifests der kreativen Mitte´ eine Reihe von Zuschriften aus diversen Teilen Deutschlands erreichten, möchten wir hier Folgendes konstatieren:

Einige Kreative aus Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und München waren zunächst etwas verwirrt: Der Begriff der 'kreativen Mitte', wie in die Akteure der Politik- und Kunstplattform moderne21 um Sonja Peters, Ludo Kamberlein, Dorothea Graumer und Hartmut Lühr sehen, ist natürlich nicht auf den Regierungsbezirk der deutschen Hauptstadt beschränkt. Jenseits des 'Kunsthauses Tacheles' und der 'Hackeschen Höfe' wird im künstlerischen Bereich selbstverständlich ebenfalls viel für die Gegenwartskultur der Bundesrepublik geschaffen, das steht außer Zweifel. Selbst in der Hauptstadt bleibt schließlich längst nicht alles künstlerische Leben auf den Innenstadtbezirk beschränkt, wie das Beispiel Martin Kippenberger, der in „Kippenbergers Büro“ Ausstellungen junger Künstler zeigte und vor allem in Kreuzberg und Charlottenburg aktiv war.
Bei der 'gewissen Art des Denkens, Handelns und Kunstschaffens' der Kreativen Mitte handelt es sich nach Aussage von Dorothea Graumer, dem jüngsten Neuzugang der Plattform moderne21, vielmehr um eine Einstellung. Bei Nachfrage kann man von ihr erfahren, dass es dabei vor allem darum geht, dem 'Mainstream' zu misstrauen und Außenseitern sowie vermeintlichen Losern eine Chance zu geben: "Am deutlichsten wird das Ganze, wenn es zum Beispiel um die Frage des geeignetsten Mediums geht, das man für die Vermittlung künstlerischer Inhalte und politischer Aussagen wählt. Der Mainstream setzt hier vor allem auf das Medium 'Film', während wir uns bei den Projekten und Initiativen unserer Plattform gerne auf das unpopuläre und angefeindete Medium 'Hörspiel' einlassen. Damit kommen Sie in Feuilletons meist nicht weiter, aber kritische Kunstkonsumenten wissen es dennoch oder gerade deshalb zu schätzen."


KUNST UNTER SCHWARZGELB

Politische Farbenlehre spielt kaum eine Rolle

Patrique Stach ('Bleib passiv') und Markus Wegner ('Prenzlbasher'), 2009 im Berliner 'Kunsthaus Tacheles'Im Berliner 'Kunsthaus Tacheles' diskutierten Filmproduzent Sven Wegner und Politaktivist Patrique Stach mit dem Mediensoziologen Hartmut Lühr die Frage, ob politische Aktionskunst in den letzten Jahren zu `handzahm´ geworden ist. Die Antwort fiel uneinheitlich aus. Dass sich mit der neuen schwarzgelben Bundesregierung die Bedingungen für künstlerische Kritik an gesellschaftlichen Misständen ebenfalls verändert hätten, wurde hingegen mehrheitlich verneint.

Wegner, der zuletzt mit dem Webisode-Projekt Prenzlbasher auf MySpace gegen das neue Spießertum im einstigen Berliner Avantgarde-Stadtteil Prenzlauer Berg zu Felde zog, räumte ein, dass man sich insbesondere im Internet den modernen Sehgewohnheiten der Netzgemeinde ein gutes Stück anpassen müsse, wenn man gegen die überwältigende Konkurrenz gänzlich unpolitischer Spaßvideos bestehen wolle. Subtilität als Stilmittel sei in der Konkurrenz mit den Sidos und Lemmys leider nicht das Mittel der Wahl, wenn man möglichst viele Zuschauer erreichen wolle. Dennoch seien eine Reihe von Medienprofis, wie z.B. der RBB und auch Teile der Berliner CDU, zunächst auf die satirischen Attacken gegen Windhundebesitzer, Doppelkinderwagen-Schieberinnen und Exil-Schwaben hereingefallen.
Die ideologische Färbung der jeweils amtierenden Bundesregierung spielt nach Patrique Stach vom Projekt Bleib passiv für politische Aktionskunst kaum eine Rolle. Zwar erwarte er, dass nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen "noch einige Masken fallen werden", er empfinde die Frage nach den jeweils dominanten Parteien und Politikern innerhalb der gegenwärtigen Machtstrukturen in der Bundesrepublik jedoch als nachrangig und nahezu beliebig. Seine Arbeit im eher basisdemokratisch ausgerichteten Projekt 'Bleib passiv' ziele in erster Linie darauf ab, Menschen auf den permanenten Konsumdruck und andere Ablenkungsmanöver der herrschenden Klasse aufmerksam zu machen, die eine demokratischere Gesellschaft verhinderten.
Hartmut Lühr von der Satireplattform moderne21 stimmte sowohl mit Patrique Stach als auch mit Sven Wegner darin überein, dass für die Zukunft unter Schwarzgelb kein Mangel an wichtigen Themen für politische Aktionskunst zu befürchten sei.


Ein Stein auf dem anderen STRATEGIE I

Handzahme Systemkritik ?

Bis vor kurzem galt die Politik- und Satireplattform moderne21 noch als aggressiv und unversöhnlich. Inzwischen geben sich ihre Aktivisten moderater. Und haben damit Erfolg.

Die Macher von moderne21 betreuen von Berlin aus vier Projektreihen. Das ist deutlich weniger als stark unterstützte Initiativen wie „die Gesellschafter“ oder die parteinahen Stiftungen anbieten und schlägt daher laut Initiator Hartmut Lühr lediglich „mit Kosten im Promillebereich entsprechender offizieller Budgets“ zu Buche. Was der Aktionskünstler verschweigt ist, dass der Grad der Selbstausbeutung seiner Mitstreiter, die allesamt der neu entstandenen 'digitalen Bohéme' (Sascha Lobo, Holm Friebe) zuzuordnen sind, sehr hoch sein dürfte. Möglicherweise macht aber auch die inhaltliche Konzentration auf besonders sinnbildliche Probleme moderner Gesellschaften - wie Entwurzelung und Gewalt - die Stärke der ausgewählten Projekte aus, die in erster Linie über Videos und öffentliche Diskussionen ihr Publikum finden. Auf der Startseite des eigenen Internetauftritts heißt es bescheiden: „Wir geben jenen Fehlgeleiteten eine Stimme und ein wenig Halt, die fälschlicherweise meinen, sie würden von staatlichen Institutionen bevormundet, von Politikern übervorteilt oder von der Wirtschaft ausgebeutet.“ Das klingt wenig spektakulär aber möglicherweise lassen sich gerade mit diesem wenig subversiven und dafür umso gefühlsbetonteren Stil bereits verloren geglaubte desillusionierte Menschen für das System der parlamentarischen Demokratie zurückgewinnen.
Vor etwas mehr als einem Jahr hielt man bei moderne21 noch die Selbstbestimmung des Individuums als Ideal hoch und kritisierte im Rahmen der vier Projekte Wir-sind-wichtig, Wahlabsage, Dudelstopp und Gewalt-geht-immer Phänomene wie politische Denkverbote oder die Zunahme vorzivilisatorischer Verhaltensweisen im täglichen Leben. Inzwischen hat man sich weiter entwickelt, hat sich der grundsätzlichen Kritik am Kapitalismus durch die maßgeblichen politischen Kräfte angeschlossen und mahnt folgerichtig einen kontinuierlichen Ausbau des Wohlfahrtsstaates an.


KLARTEXT

Warnung vor Karriereschäden durch Kinder

Fortschrittliche Kampagne aus Brüssel thematisiert die Gefahren durch FamiliennachwuchsDie Europäische Kommission wirbt aktuell mit einer Anzeigenkampagne für mehr wirtschaftliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern. Hierbei wurde auch das Bildmotiv einer Kleinfamilie verwendet, das mit der Frage "Wird ein Kind meiner Karriere schaden ?" übertitelt ist. Die Alleinstehenden-Initiative `Wir-sind-wichtig´ begrüßt diese indirekte Warnung vor Familiennachwuchs bei anhaltender Benachteiligung von Frauen.

Im Anzeigentext heißt es: "Familiäre Pflichten sind ungleich verteilt. Bei Frauen tritt häufiger eine Unterbrechung der Berufstätigkeit auf und sie arbeiten anschließend oft nicht mehr Vollzeit. Dies ist der Grund, warum Frauen durchschnittlich 17,5% weniger verdienen als Männer." Zwar gibt die Anzeigenserie vor, Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sollten überwunden werden, gleichzeitig werden durch den gewählten Slogan `Wird ein Kind meiner Karriere schaden ?´ jedoch Mädchen und Jungen in ein sehr kritisches Licht gestellt. In einer aus Steuergeldern finanzierten Kampagne geschah dies bisher noch nie so deutlich wie im vorliegenden Fall.

Ursula Reifenstein-Herbig von der Initiative `Wir-sind-wichtig´ lobt den Mut der Europäischen Kommission zur Ehrlichkeit: "Durch diese Kampagne fühlen meine MitstreiterInnen und ich uns nachhaltig in unserem Engagement unterstützt, die berufliche Karriere als Dreh- und Angelpunkt modernen Lebens gegenüber der überkommenen Institution `Familie´ aufzuwerten. Die Aussagen der EU-Kommission können unserer Ansicht nach als moderates Plädoyer gegen Kinder interpretiert werden, denn anderenfalls würde es sich der Logik zufolge ja um Erpressung handeln - nach dem Motto `entweder die Frauen in Europa bekommen 17,5% mehr Geld oder sie treten in einen Gebärstreik´." Eine derartige Drohung sei aus der Anzeige jedoch nicht herauszulesen.
Ebenfalls sehr lobenswert, so Reifenstein-Herbig, sei die konsequente Vermeidung der emotional aufgeladenen Begriffe `Mutter´ und `Vater´ in der gesamten Anzeigenserie. Die mit diesen Reizworten oftmals verbundene Familienperspektive entspreche ohnehin kaum noch der Lebenswirklichkeit moderner EuropäerInnen. Dass die EU-Kommission zudem bei der Kampagne nicht der Versuchung erliege, die vermeintlich gerechte gleiche Entlohnung für kindererziehende Hausfrauen und beispielsweise PädagogInnen zu fordern, beweise der unter anderem mit satirischen Mitteln arbeitenden Initiative `Wir-sind-wichtig´ zufolge wirtschaftsfreundliche und familienkritische Weitsicht.


NOISE AWARENESS DAY

`Tag gegen Lärm´ sollte inhaltlich weiter gefasst werden

Am Mittwoch, den 27.04.2011, fand der diesjährige `Tag gegen Lärm´ der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) statt. Aus diesem Anlass plädiert die zivilgesellschaftliche Initiative `Dudelstopp´ dafür, den Kampf gegen auditive Emissionen auch auf unerwünschte Musikbeschallung im öffentlichen Raum auszudehnen: Man wisse um das gewachsene Problembewusstsein bei der Musikindustrie sowie den einschlägigen Verwertungsgesellschaften und hielte die Thematisierung aggressiver Musik-Emissionen am `Tag gegen Lärm´ daher für zukunftsweisend.

Die zivilgesellschaftliche Initiative `Dudelstopp´ aus Berlin geht auf Entscheidungsträger der Musikindustrie zu, um sie auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zu suchen. Konkret schlagen die mitunter auch auf satirische Aktionsformen zurückgreifenden Dudelstopper die Einrichtung eines freiwilligen Hilfsfonds aus Abgaben auf Musikprodukte für diejenigen vor, die sich durch die Geräte der Unterhaltungsbranche beeinträchtigt fühlen. Mit relativ geringem finanziellen Aufwand könnten Schutzmaßnahmen vor Lärm und öffentliche Aufklärungsarbeit finanziert werden. Auf diese Art würde zwischen den subjektiv Leidenden und den legitimen Interessen der Wirtschaft ein Ausgleich geschaffen. Die Dudelstopper sind optimistisch, dass die Musikindustrie ihrer Verantwortung für die Lebensqualität einer großen Zahl von Menschen gerecht werden und früher oder später auf die berechtigten und moderaten Forderungen eingehen wird.
Mehrere konkrete Anfragen bezüglich des vorgeschlagenen Hilfsfonds beim Bundesverband Musikindustrie e.V. blieben allerdings bisher unbeantwortet. Daher begrüßt `Dudelstopp´-Aktivistin Sonja Peters den International Noise Awareness Day: „Der `Tag gegen Lärm´ wird die Professoren und Doktoren aus den Vorständen der organisierten Musikprofiteure möglicherweise noch einmal an ihre Verantwortung gegenüber der kleinen Minderheit von Menschen erinnern, die ihr Recht auf auditive Selbstbestimmung gestärkt sehen wollen.“


BASIS

Das Selbstverständnis von moderne21

Wenn Bürger dieses Landes die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kritisieren, ist dies in den allermeisten Fällen völlig ungerechtfertigt, denn bei den gescholtenen Spitzenkräften handelt es sich fast ausnahmslos um seriöse Experten, die sich fest am Gemeinwohl orientieren. Dennoch möchte die sich satirischer Mittel bedienende linke Politik- und Kunstplattform moderne21 jenen Fehlgeleiteten eine Stimme und ein wenig Halt geben, die fälschlicherweise meinen, sie würden von staatlichen Institutionen bevormundet, von Politikern übervorteilt und von der Wirtschaft ausgebeutet.

Wir alle wissen, dass die Bundesrepublik ein Land mit Zukunft ist und dass die Veränderungen im Bevölkerungsaufbau Deutschland interessanter machen. Durch die ungewöhnliche demografische Entwicklung stehen unausweichlich große Umbrüche bevor, die von verantwortungsbewussten Bürgern als Chance begriffen werden. Daher wird an der bereits in den siebziger Jahren getroffenen Entscheidung konsequent festgehalten, die störungsanfällige soziale Keimzelle `Familie´ nach und nach durch kompetente staatliche Einrichtungen zu ersetzen. Gefährliche Irrlehren wie solche, nach der die kinderlose Single-Gesellschaft keine Zukunft hat, können folgerichtig nicht toleriert werden.
Als für die allgemeine Lebensqualität besonders günstig erweisen sich außerdem die weitreichenden Aktivitäten des Sozialstaats, dessen Beschäftigte ein großes Interesse an der Zufriedenheit und Sicherheit der Bevölkerung haben und die dennoch bestrebt sind, ihre Arbeit lieber heute als morgen überflüssig zu machen. Aus dem wachsenden Einfluss des Staates auf das Leben der Menschen resultiert ein Mentalitätswandel, der Tatendrang und Optimismus fördert.

Zivilgesellschaftliche Projekte wie moderne21 bringen sich mit Kreativität, Zeit und Geld für gemeinschaftliche Zwecke ein. Sie wollen Politik, Wirtschaft, Medien und Verwaltung bei der Bewältigung der Folgen gesellschaftlichen Wandels mit Hilfe eigener Ideen und künstlerischer Ausdrucksformen zur Seite stehen. Ebenso wie alle relevanten politischen Kräfte steht moderne21 dem neoliberalen Kapitalismus ebenso skeptisch gegenüber wie ihr gleichzeitig der Ausbau des Wohlfahrtsstaates am Herzen liegt. Sie verschließt sich nicht dem Dialog mit den Mächtigen, sondern geht auf sie zu, um sie brüderlich zu umarmen.


Alexander Rodin am 15.12.2011 im `Kunsthaus Tacheles´ SPD

Die große alte Dame als Heuchlerin ?

Unter der Überschrift `Ein weiterer Schlag gegen die Menschenrechte´ kritisiert Rainer Vogt auf der offiziellen Homepage der SPD die jüngst angeordnete Haftverschärfung für den weißrussischen Oppositionellen und Sozialdemokraten Nicolaj Statkevich, den ein politisches Urteil ins Arbeitslager brachte. Gegen die nun erfolgte Verschlimmerung seiner Haftbedingungen protestiert die stellvertretende außenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Uta Zapf und beklagt nach Vogt die mangelnde Rechtsstaatlichkeit in der Causa `Statkevich´. Dies wirkt angesichts schwer nachzuvollziehender Vorgänge in Berlin-Mitte etwas geheuchelt.

Einerseits skandalisiert die SPD zu Recht undemokratische Zustände im osteuropäischen Ausland. Andererseits scheint sie rechtsstaatlich höchst zweifelhafte Vorgänge in der vom Sozialdemokraten Klaus Wowereit regierten Bundeshauptstadt hartnäckig zu ignorieren. Sie sollte aufpassen, dass ihr nicht die Glaubwürdigkeit abhanden kommt:
Im fünften Stock des weltbekannten `Kunsthauses Tacheles´ wurde der weißrussische Maler und Oppositionelle Alexander Rodin vor einem Monat ohne gültiges Gerichtsurteil und unter Gewaltanwendung aus dem von ihm seit Jahren genutzten Atelier vertrieben. Seine Bilder wurden `beschlagnahmt´ und werden seither unter ungeeigneten Bedingungen verwahrt - es sind bereits Schäden durch die unsachgemäße Lagerung nach dem `Bilderklau´ dokumentiert worden. Die Rückgabe der Werke an ihren gewaltsam geräumten Ursprungsort fand bisher nicht statt. Obwohl die Vorgänge in der Hauptstadt großes mediales Aufsehen erregten, ist nicht bekannt, dass sich der sozialdemokratische Bürgermeister Klaus Wowereit, der ironischerweise auch Kultursenator Berlins ist, für Alexander Rodin persönlich eingesetzt hätte. Den in seiner Heimat verfolgten Maler hat der gewaltsame Rausschmiss aus seinem angestammten Atelier psychisch stark mitgenommen, zumal er sich in Berlin bisher deutlich sicherer fühlte als in Minsk.

Der Eindruck entsteht, dass die `große alte Dame SPD´ sich vornehmlich außerhalb Deutschlands für mehr Rechtsstaatlichkeit und Freiheit einsetzt. Es bleibt zu hoffen, dass die Berliner Sozialdemokraten bald auch vor ihrer eigenen Haustür kehren.



Manager beim Golfspiel SYMPATHIETRÄGER I

Die Möglichkeit von Profitum

Immer mehr Menschen glauben, dass ihnen von den Massenmedien ein falsches Bild der Realität vermittelt wird, dass sie von den großen und mächtigen Wirtschaftsunternehmen ausgebeutet und dass sie von Politikern der verschiedensten Parteien übervorteilt werden. Wir interessieren uns bei all diesen Themenkomplexen lediglich für die jeweilige „Möglichkeit von Profitum“.

Daher plädieren wir dafür, dass die Massenmedien ihre Konsumenten möglichst professionell informieren – egal, ob sie diese nun mit Szenarien unausweichlich erscheinender Bürgerkriege in Europa verängstigen oder ob sie sie mit der Aussicht auf sichere Renten und einen harmonisch vonstatten gehenden Bevölkerungsaustausch beruhigen. Ebenfalls möchten wir ausschließlich Profis in den Führungsetagen der großen Unternehmen sehen – unabhängig davon, ob deren Manager sich für den Erhalt oder gar den Ausbau von Arbeitsplätzen verantwortlich fühlen oder ob sie jungen Menschen, die im passenden Alter für Familiengründungen sind, das Leben mit Forderungen nach mehr räumlicher Mobilität erschweren. Schließlich würden wir es begrüßen, wenn die Politiker der führenden Parteien so profihaft wie möglich regieren würden – ganz gleich, ob sie planen, den Bürgern in Zukunft mehr Freiheiten zugestehen zu wollen oder ob sie vorhaben, deren Abhängigkeit von staatlichen Kontrollinstanzen weiter zu vergrößern.
Wir plädieren für die Möglichkeit von mehr Profitum in allen diesen wichtigen Bereichen – dies ist für uns ein Wert an sich, zu dem wir stehen und dies nicht nur im Rahmen dieser politisch korrekten Satire. Wir wollen damit der freien Politik- und Kunstplattform moderne21 den Rücken stärken, deren Macher nun bereits seit einigen Jahren ebenfalls ein gutes Beispiel für die professionelle Unterstützung der Mächtigen innerhalb eines politischen Systems liefern.

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aus einer völlig anderen Liga (subjektive und wertfreie Zusammenstellung; subjektive und nicht autorisierte Link-Empfehlungen)
Literatur: Günter Grass
Spiritualität: Nina Hagen
Astronomie: Claudia Roth
Courage: Wolfgang Thierse




Im Kontext von `Leo Greller´
Vera Lengsfeld, Gregor Gysi, IM Erika,
Wolfgang Schäuble, Klaus Wowereit,
Rocko Schamoni, Wolf Biermann,
Bernd Begemann, Hellmuth Karasek.




Im Kontext von `Leo Greller´
Geheim- Nachrichtendienst, Abhören,
Show, Loyalität, Spitzel, Gossip, mp3,
Stazi, Querkopf, Freigeist, Agent, ddr.
Humor, Comedy, Konzert, Frust, Stasi.