Initiative `Dudelstopp - Musik ohne ZwangInitiative `Dudelstopp - Musik ohne Zwang



GEGENPOSITION

Selbstmord aus Angst vor dem Leben ?

Einst kämpfte man für die freie Persönlichkeitsentfaltung – heute will man sie in Sachen Musik wieder zurückschrauben ... ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ist die Individualisierung nun eine gute Sache oder neuerdings wieder nicht ? Akzeptieren wir musikbejahende Lebensstile als gleichberechtigt oder wollen wir vielleicht doch lieber ein bisschen gleicher sein als andere ?

Musik als Waffe ? Neue soziale Bewegungen, zu denen sich auch die Gruppe `Dudelstopp´ zählt, sind traditionell von fortschrittlicher Gesinnung. Dennoch bringen es die Musikfeinde fertig, die Angehörigen des in ihren Augen besonders rücksichtslosen 68er-Milieus, also unbestritten die Ziehväter und Ziehkinder moderner Protestinitiativen, als Unruhestifter in den Chefsesseln der Unterhaltungsindustrie auszumachen. Was die Dudelstopp-Aktivisten nicht wahrhaben wollen: Nicht der Lärm nimmt zu – wir haben es jedoch häufiger mit übersensitiven Personen zu tun ! Und anders als umgekehrt verhalten wir uns denen gegenüber tolerant: Der VDBSI versucht nicht Menschen, die die modernen Zivilisationsgeräuschen ablehnen, daran zu hindern, in Meditationsworkshops, Schweigeseminaren oder Klosterklausuren nach Stille suchen. Wir Musikbefürworter müssen übrigens ebenfalls ungefragt zuhören, wenn die Massenmedien über populistische Bürgerbewegungen wie Dudelstopp berichten und sind trotzdem souverän genug, hier nicht unsererseits einen Betroffenheits- bzw. Laberstopp zu fordern.
Zum Totschlag-Argument 'Guantanamo': Musik kann also auch als Waffe eingesetzt werden ? Welch atemberaubende Erkenntnis ! Wie meinte Loriot doch einst: Marzipan in großen Mengen sei mindestens ebenso unbekömmlich wie konventionelle Schützenpanzerwagen ... Wir geben gerne zu, dass dies sicher auch für große Mengen an Gebrauchsmusik gilt. Aber wer bitte verbringt denn tatsächlich mehr als ein paar Stunden pro Woche in Warenhäusern oder musikbeschallten Wartezimmern von Arztpraxen ? Und ist Musik als Waffe -wenn sie denn als solche missbraucht wird- nicht tatsächlich anderen Gewaltmitteln vorzuziehen ? Ist ihr Einsatz nicht sympathischer als mit Messern aufeinander loszugehen und somit gar als zivilisatorischer Fortschritt zu sehen ? Eine solche Sichtweise erschließt sich einem allerdings nur dann, wenn man nicht hoffnungslos in der eigenen Opfermentalität verfangen ist. Hier ist der VDBSI bei den Dudelstopp-Sympathisanten leider wenig optimistisch. Aber wir wollen gerne weiter hoffen.





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