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STUDENTENPROBLEME
Gebt uns bitte noch einen Dudelsender ! [1997]
Den Neu-Hamburgern unter den Erstsemestern ist beim Absuchen der hiesigen UKW-Skala nach Interessantem und Informativem wahrscheinlich die beneidenswerte Vielfalt dieser Stadt an Radiostationen, die sicher nicht im Verdacht stehen, ihre Hörer durch ein möglicherweise zu hohes Gesprächsniveau abzuschrecken, aufgefallen. Bei meinem letzten Check waren es mindestens zehn an der Zahl (von NDR 2 bis Radio Hamburg). Da könnte man eigentlich meinen, in Anbetracht lediglich zweier überregionaler Informationssender, die diesen Namen auch verdienen und der Flut an belangloser Berieselung als einzige etwas entgegenzusetzen haben, sei dies irgendwie genug - weit gefehlt ! Das Deutschlandradio-Berlin, welches mit dem bundesweit höchsten Wortanteil das Programmangebot dieser Stadt seit etwas über einem Jahr auf einer eigenen Frequenz in ausgesprochen wohltuender Weise bereichert (nahezu jeden zweiten Tag wird hier z.B. der aussterbenden Gattung `Hörspiel´ ein fester Programmplatz eingeräumt), hat nun neuerdings einen leider ziemlich lästigen Untermieter aufgedrückt bekommen: Täglich muss es einige Stunden Sendezeit am frühen Abend an das `FSK´ (das sog. Freie Sender-Kombinat) abgeben. Wenn dieser Name doch nur annähernd halten würde, was er verspricht !
Aber einen Unterschied zu anderen Dudelstationen kann man bis auf die mangelnde Professionalität leider nicht ausmachen. Und dass sich in der Organisation des `FSK´ vor allem Studenten hervortun, macht es leider auch nicht besser (Moderator Holger beim Kaschieren einiger Unzulänglichkeiten seines `Scripts´: “Der Text hier ist etwas unlogisch: Es kommen Worte doppelt vor und es fehlen Worte...“; Studiogast Elena von der Band Stella: „Im Tonstudio schlafe ich meistens ein...“). Der Offene Kanal, der früher das `FSK´ betreuen musste, bevor es eine eigene Frequenz bekam, wird sicher glücklich darüber sein, dass er sein Programm jetzt wieder vollständig weniger eitlen und trotzdem interessanten Akteuren und ihren Beiträgen widmen kann. Es sei ihm gegönnt. Und den Verantwortlichen von staatlicher Seite, die für diese Entlastung des Offenen Kanals gesorgt haben, sei an dieser Stelle demütig dafür gedankt, dass sie den Einschnitt in das Programm des Deutschlandradios auf gerade eben noch erträgliche drei Stunden täglich begrenzt haben.
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