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Initiative WIR-SIND-WICHTIG
Die Wirtschaft dankt - das alleine zählt
Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf und neuen Medien in ihrem Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und Geselligkeit ist kein Pappenstiel. Das Projekt 'Wir-sind-wichtig' zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.
Die berufliche Karriere ist der Dreh- und Angelpunkt der modernen Welt. Erfolgreiche Menschen richten ihr Leben heutzutage nach den Anforderungen der Wirtschaft aus und zahlen dafür oft den Preis mangelnder oder sogar gänzlich fehlender sozialer Bindungen. Nur wenigen beneidenswerten Frauen und Männern gelingt es, ihre jeweiligen Karrierepläne unter einen Hut zu bekommen und ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Verantwortung aufzubauen. Das ist gewiss bedauerlich - es sollte die weniger glücklichen Bürgerinnen und Bürger dennoch nicht davon abhalten, ihren Teil für das Funktionieren einer modernen und konkurrenzfähigen Wirtschaft in Deutschland beizutragen. Die Politik und das Projekt 'Wir-sind-wichtig' helfen ihnen dabei.
Die Einsicht, dass uneingeschränkter Individualismus und beruflicher Erfolg für moderne erwerbsorientierte Existenzen und eine starke Volkswirtschaft unverzichtbar sind, verdanken wir der 68er-Generation, die einengende gesellschaftliche Normen und Werte schon früh als Hindernisse für die individuelle und berufliche Selbstverwirklichung erkannt und erfolgreich bekämpft hat.
Gefährliche Illusionen schutzspendender sozialer Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft wurden insbesondere von Soziologen bereits in den sechziger Jahren als Trugbilder entlarvt und von Politikern durch einen soliden und großzügigen Wohlfahrtsstaat ersetzt, der weitgehend frei von menschlicher Irrationalität seither für Sicherheit im Leben der Deutschen sorgt. Die neue Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ dokumentiert moderne Biographien in der Bundesrepublik, in der der gut ausgebaute Sozialstaat für das Funktionieren von Wirtschaft im Großen und Privatleben im Kleinen garantiert.
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Initiative DUDELSTOPP
 Wollen wir Friedhofsruhe ?
Eine Handvoll Initiativen fordert neuerdings die Einschränkung oder das Verbot kostenlos bereitgestellter Musik im öffentlichen Raum. Bedenken diese Profilneurotiker und Sonderlinge eigentlich die Folgen ihres Tuns ? Das Projekt `Dudelstopp - Wollen wir Friedhofsruhe ?´ setzt sich provokativ mit der Frage auseinander, wie eine Welt aussehen würde, in der Musik nur noch im Einvernehmen aller Anwesenden erklingen dürfte.
Die Musikproduktion der Bundesrepublik befindet sich im internationalen Vergleich auf hohem Niveau. Der Ausstoß an Tonträgern ist jedes Jahr auf´s Neue rekordverdächtig und der Verfügbarkeit rhythmischer Tonmedien aller Art sind dank mp3-Playern räumlich wie zeitlich kaum noch Grenzen gesetzt. Natürlich kommt es im Tonträgergewerbe, an dem nach neuesten Schätzungen rund 300.000 Arbeitsplätze hängen, mitunter auch zu Fehlentwicklungen und negativen Auswüchsen. Diese werden von der Industrie sehr ernst genommen und einzudämmen versucht, auch wenn sie nur eine verschwindend geringe Zahl sich gestört oder gar belästigt fühlender überempfindlicher Personen betreffen. Letztere werden von der Betroffenheitsindustrie nur zu gerne als Vorwand missbraucht, um die musikalische und rhythmische Untermalung des oft genug grauen Alltags als `Gedudel´ zu diffamieren. Auch die gelegentlich geäußerte Vermutung, die schwindende Rücksichtnahme im täglichen sozialen Miteinander sei auf veränderte Familienstrukturen, in denen immer häufiger Geschwister und Väter fehlen, zurückzuführen, muss bis zur Vorlage eines soliden wissenschaftlichen Beweises zurückgewiesen werden. Viele Menschen sind allerdings heute bereits von der Tatsache betroffen, dass die Deutschen immer älter und in der Folge auch einsamer werden. Dies sollte eigentlich Grund genug sein, mit Hilfe technisch ausgereifter Erzeugnisse der Musikindustrie gegen die aufziehende Friedhofsruhe anzugehen. Ein tatsächlicher 'Dudelstopp' wäre dabei wenig hilfreich. Pulsierende Lautsprecher hingegen bringen heute schon Leben in die vergreisende Gesellschaft. Totalitäre Ruhe steht für Einsamkeit und Tod. |
Initiative WIR-SIND-WICHTIG
Was bisher bei 'WIR-SIND-WICHTIG' geschah
Die sich satirischer Mittel bedienende Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ startete Ende 2008 und stieß von Beginn an auf reges Interesse der Öffentlichkeit sowie der veröffentlichten Meinung.
Die neue Projektreihe wurde umgehend im Internet diskutiert u.a. im Erwerbslosen Forum. Zum Auftakt fand im Oktober 2008 im Berliner Kunsthaus Tacheles in Berlin eine Podiumsdiskussion (Ausschnitt) mit Daniel Fallenstein und weiteren 'Freunden der offenen Gesellschaft' statt. Über die Aktionsreihe berichteten u.a. der WDR sowie der Deutschlandfunk. Vor drei Jahren gab es bereits ein Vorläuferprojekt von Wir-sind-wichtig in Form eines satirischen Hedonisten-Bashings mit dem Titel 'Groupiedämmerung'. Es hatte eher unterhaltenden Charakter und wurde als Hörbuch vertont. Der 'Hörspiegel' schrieb damals: "Hier wird in 38 Minuten ein Bild erschaffen, welches sich von den üblichen Themen von Hörspielen abhebt. Interessante Unterhaltung mit Nachwirkung." Und auch die taz-Berlin stimmte ein: "Lühr nutzt das Medium Hörspiel, um auf das Meinungsmonopol der Massenmedien aufmerksam zu machen.", vermutlich jedoch ohne sich dabei selbst als marktbeherrschend einzustufen.
Einen großen Schub an Glaubwürdigkeit und Boulevard-Credibility sicherte sich 'Wir-sind-wichtig' durch die Zusammenarbeit mit der bekannten Hamburger Journalistin und Kolumnistin Ursula Reifenstein-Herbig ("Die überbewerteten Unterschiede", "Singlefrauen - alleine und glücklich"), die das Projekt als Patin betreut. Die eloquente Powerfrau hat sich mittlerweile wieder mit dem moderne21-Aktivisten Leo Greller und dessen Manager Ludwig 'Ludo' Kamberlein ausgesöhnt, nachdem der zu Kurzschluss-handlungen neigende Liedermacher Greller unbewiesenermaßen ein Filmrequisit aus der Winterhuder Villa der Erfolgsautorin entwendet hatte, das inzwischen erfreulicherweise wieder auf seinen alten Platz im Hause Reifenstein-Herbig zurückgefunden hat.
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LIFESTYLE Die Frau auf der urbanen Straße gibt Auskunft
Wenn man die Themen 'quasi-staatlicher Zwang zu hedonistischen Lebensstilen', 'Selbstausbeutung in der digitalen Bohème' und 'Vereinsamung durch Individualismus' behandelt, kommt man um eine Bestandsaufnahme über das Leben in der Hauptstadt Berlin nicht herum.
Glücklicherweise erweisen sich viele Einwohner der Metropole an der Spree als ausgesprochen auskunftsfreudig wann immer ihnen ein Mikrophon vor die Nase gehalten wird, selbst was eher intime Angelegenheiten wie etwa das Gefühlsleben anbelangt. So ließ sich auch eine junge Frau aus dem trendigen Szenestadtteil Prenzlauer Berg nicht lange bitten als sie um ihre Einschätzung über die zwischenmenschlichen Trends in ihrem Lebensumfeld gebeten wurde: „Die Stadt ist quasi ein riesiges Experimentierfeld für neue moderne Lebensstile, die von den Politikern vorgegeben werden und für die wir alle uns zur Verfügung stellen. Unter Opfern - soziale Experimente können auch misslingen. Wir sind schließlich keine Laborratten sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Die Folgen tragen wir, denn Medikamente und Psychiater kosten Geld. Wenigstens das sollte man uns stellen.“
Diese Einschätzung der jungen Frau klingt ehrlich und authentisch. Darüber hinaus ließ sie keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Menschen in Berlin sich zu Recht als Teil einer modernen Avantgarde begreifen können, was moderne urbane Lebensstile anbelangt, die ja von weniger qualifizierter und nicht selten konservativer Seite immer mal wieder auch kritisiert werden: „In vielen Dingen ist man an der Spree schon weiter. Mensch und Tier leben hier zum Beispiel viel enger und, ja, inniger zusammen als selbst auf dem Land. Wenn deutsche Hunde und Katzen die freie Wahl hätten, würden sie nach Berlin ziehen und ich finde, das sagt einiges über die Lebensqualität dieser Stadt aus: Sie ist längst auf den Hund gekommen und ich meine das im positiven Sinne.“
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TRÜBES WASSER
Digitales Polit-Theater
Ein bekanntes Hamburger Nachrichtenmagazin meldete kürzlich, dass unter anderem Angela Merkel und Sigmar Gabriel in Berlin eine Theateraufführung der "Weber" von Gerhard Hauptmann besucht haben. Es handelte sich dem Vernehmen nach um eine sehr gesellschaftskritische Veranstaltung, die das kapitalistische System alt aussehen lassen wollte, dabei aber wegen eines Übermaßes an zu deutlich zur Schau gestellter `linker´ Selbstgerechtigkeit einerseits und eines bedauerlichen Mangels an Ironie oder gar Satire andererseits nicht wirklich überzeugen konnte. Missgeschicke wie dieses werden jedoch auch weiterhin egozentrische Theatermacher nicht davon abhalten, sich für unvergleichlich provokativ und mit ihrer infantilen Trotzhaltung zum Kapitalismus für den Nabel der linksintellektuellen Welt zu halten. Es wäre amüsant, wenn es die Steuerzahler etwas weniger teuer zu stehen käme und wenn es nicht dazu geeignet wäre, die verbliebenen `wahren´ Linken wie Manuela Schwesig oder Leo Greller auf Dauer zu verprellen. Dass die beiden Hoffnungen Linker Utopisten sich kürzlich im Berliner `Café Einstein´ zu einem diskreten Gedankenaustausch getroffen haben sollen, wurde von der Liedermacherseite als unwahr zurückgewiesen. Zu den Themen `digitale Mitbestimmung´ und `Beteiligungsdemokratie´ erinnert die Initiative `Wahlzusage´ an ein noch nicht lange zurück liegendes Ereignis in Berlin: Bei einer Diskussion der damals noch Nichtwähler-freundlichen Aktion `Wahlabsage´ vor einiger Zeit in Berlin konnte der Vertreter von `mehr Demokratie eV´ das Publikum nicht so recht überzeugen mit seinen Plädoyers für mehr direkte Demokratie, die sich aber inhaltlich deutlich am linken Medien-Mainstream orientieren sollte (für Ausländerwahlrecht etc). Wenn man wirklich `dem Volk´ mehr Macht einräumen möchte, muss man auch sämtliche anderen Meinungen ertragen, auch wenn das manchen Publizisten vom Schlage Augstein oder Jürgs vermutlich nicht gefällt.
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ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN UND POLITISCHE SATIRE BEI moderne21:
ANGELA JEHRING, BENJAMIN KRAUSE, INGRID GOKELER, DIRK EYKENBOOM, NADJA GROTEFENDT, ANTHONY KRAUSKOPF, VERA GÖPFERT, CHRISTOPH DROBIG, CARO KUNDE, BJÖRN ROTH, JUDITH BAREIß, CEM ATALAY, KATHARINA GEBHARDT, INGMAR SKRINJAR, NADIA PANKNIN, PEER GAHMERT, ANITA PUPPE, LARS MÖHRING, EVA MATH, CARL VON HOLLEN, ASAD SCHWARZ-MSESILAMBA, BENJAMIN HIRT, LORENA MANZ, JOSEF GEREGA, MALAH HELMAN, ALICE GRINDA, MARCO AMMER.
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