
`Getrübe Einigkeit´,`Gehobene Narrenfreiheit´,`Geteilte Einsicht´ - Hörstücke von Hartmut Lühr. Inhalt: Leben in der modernen Gesellschaft. Mit Constanze Köpp, Carsten Kölln, Christina Holsten, Anne Lange, Annette Bajorat. Buch, Regie, Produktion: Hartmut Lühr.
Wir hören wohl nicht recht !
Gesellschaftskritik von zweifelhafter Herkunft jetzt auch im Dreierpack
Der Hamburger Soziologe Hartmut Lühr `beglückte´ die Hörspielwelt in den 90er Jahren gleich mit einer Trilogie von Stücken über die moderne Gesellschaft. Hat er dabei immer das rechte Maß gefunden, wie man es von einem verantwortungsbewussten Autoren der Generation Golf erwarten darf ? Zweifel sind angebracht.
Ist es vertretbar, eine politische Extremistin in einem Hörstück von seiten einer Journalistin lediglich mit Wohlfühl-Fragen beispielsweise über die `erotisch geladene Atmosphäre´ zwischen den Beteiligten einer gewalttätigen Aktion zu konfrontieren ? Müsste ein fieser Rüstungsexporteur von derselben Journalisten nicht wesentlich kritischer angegangen werden als mit der Frage, ob der Haussegen in seiner herrschaftlichen Villa durch die Morddrohungen, die bei ihm und seiner Frau wegen der Verstrickungen seiner Firma in irgendwelche Genozide eingehen, leidet ? Darf man das hohe Gut der betrieblichen Mitbestimmung durch die Überzeichnung zweier Betriebsräte in einem Drama über gewerkschaftliche Machtspielchen in einer Autozubehörfabrik durch den Kakao ziehen ? Ist es richtig, die Krise der Institution `Ehe´ ausgerechnet durch ein vom Überfluss der Konsumgesellschaft entstelltes Ehepaar verkörpern zu lassen, das in einer Einkaufspassage unerwartet mit den Herausforderungen des Seins in Berührung kommt ?
Beantworten Sie sich diese Fragen doch selber ! Einen mp3-Player werden Sie ja wohl bedienen können, oder ? Somit haben sie keine Ausrede, nicht in die Hörspiel-Trilogie `Getrübte Einigkeit´, `Gehobene Narrenfreiheit´ sowie `Geteilte Einsicht´ hineinzuhören und sich ein eigenes Urteil über Gewalt-, Macht- und Ehefragen zu bilden. Um Authentizitätsfreaks von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, sei an dieser Stelle auch bereits erwähnt, dass die Hörstücke hauptsächlich in Hamburg-Wandsbek aufgezeichnet wurden. Es ist nicht auszuschließen, dass ihnen dieses Missgeschick anzuhören ist. Sie verdienen es dennoch, genau so ernst genommen zu werden, wie andere Betroffenheitsdramen auch.
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Erotisch geladene Atmosphäre bei politischem Extremismus ?
Interview mit feministischer Terroristin gerät zum journalistischen Fiasko
Im schäbigen Hinterzimmer einer drittklassigen Absteige in Duisburg führte Pamela Volpers-Schreiner von der Frauenzeitschrift `Mago´ kürzlich ein Interview mit einer der am meisten gesuchten politischen Aktivistinnen Deutschlands, der Terroristin Eva Gark. Dieses Ereignis hätte leicht ein Meilenstein für die Versöhnung von Fundamental-Feminismus mit der Boulevardpresse der Bundesrepublik werden können. Doch die historische Chance scheiterte leider an der Unfähigkeit der Beteiligten, über den jeweils eigenen ideologischen Tellerrand zu blicken.
So war die Terroristin Eva Gark immer wieder fassungslos über die sehr unpolitisch anmutenden Fragen der `Mago´-Mitarbeiterin. Diese interessierte sich besonders für Einzelheiten aus dem Liebesleben der hochgefährlichen Frau: „Ich kann mir z.B. gut vorstellen, dass während Ihrer Aktionen zwischen den Teilnehmern eine gewisse, vielleicht unterschwellig bestehende, erotisch geladene Atmosphäre herrscht. Eventuell ja sogar zwischen Ihnen und Ihren Opfern“ ... Die Terroristin stand solchen Vermutungen vollkommen fassungslos gegenüber: „Sagen Sie mal, ist das jetzt das neueste Kuriosum auf dem spätkapitalistischen Arbeitsausbeutungsmarkt ? Sexistische Journalistinnen ? Sie werden wirklich etwas unsachlich.“ Aber es half ihr nichts und so musste Frau Gark, nach der der Bundesnachrichtendienst Gerüchten zufolge mittlerweile in Winsen an der Luhe fandet, konsterniert feststellen: „Wirklich sehr bedauerlich, dass ich Ihrer Kolumne nicht sie heißblütige Amazone darbieten kann, die Ihrer Auflage zu neuen Höhenflügen verhelfen würde.“ Dieser Sarkasmus rettete sie jedoch nicht vor der Unterstellung der `Mago´-Redakteurin, sie würde ihre „elementaren körperlichen Bedürfnisse als weiblicher Mensch“ wegleugnen und heucheln.
Immerhin hat Frau Volpers-Schreiner das Interview überlebt. Es fand ja zum Glück nur als Satire statt.
Vielleicht ist es ja doch so, dass eine Boulevard-Frauenzeitschrift, wie die genannte, sich besser mit weiblichen Interessen auskennt als es fanatisierten Gender-Aktivistinnen und erwiesenen Feindinnen des staatlichen Gewaltmonopols wie Frau Gark recht sein kann. Es kommt möglicherweise nicht ganz von ungefähr, dass sich an den beispielsweise in der Hauptstadt regelmäßig stattfindenen relevanten politischen Stammtischen nur in seltenen Ausnahmefällen auch Frauen beteiligen.
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Direktor einer Mittelstandsfirma spricht Klartext:
Betriebliche Mitbestimmung ist eine Pest
Der Direktor einer Automobilzubehörfirma vergriff sich im Ton gegenüber seinen Angestellten. Was zunächst als skandalöser Ausrutscher in übelster Stammtischmanier erscheint, wird erst beim näheren Hinhören etwas verständlicher: Die beiden Betriebsräte Frau Schmidt-Paulsen und Herr Wessel erweisen sich nämlich tatsächlich als Stachel im Fleisch der Firma `AML - Oberhausen´, der Dr. Freudenberg als Direktor vorsteht.
Am letzten Tag der Arbeitswoche hat es Direktor Freudenberg gehörig die Laune verhagelt: Ausgerechnet während der Übertragung einer spannenden Bundestags-Haushaltsdebatte haben die zwei von ihm wenig geschätzten Betriebsräte seines Automobilzulieferunternehmens ihr Erscheinen in seinem Büro angekündigt.
Eine Ethik-Kommission wollen Frau Schmidt-Paulsen und Herr Wessel seiner Firma verpassen. Als ob der Direktor nicht wahrlich schon genug andere Sorgen hätte: Die Überwachungskameras, die er auf dem Betriebsgelände installieren ließ, sorgen für Unmut innerhalb der Belegschaft. Das Kinderbetreuungsprogramm für die jungen Eltern unter seinen Angestellten stellt ihn vor schwierige organisatorische Probleme. Und als ob das alles nicht schon genügen würde, verteilt ein Ingenieur aus der Fertigungsplanung unautorisiert Flugblätter mit äußerst fragwürdigem Inhalt auf dem Werksgelände. Das geht nun wirklich gar nicht.
Es kommt wie es kommen muss: In einem schwachen Moment bezeichnet Dr. Freudenberg die beiden umtriebigen Betriebsräte als Wichtigtuer, die am liebsten schon morgen die Führung der Firma übernehmen würden, indem sie seine Kompetenz untergraben nachdem sie mit Hilfe des Mitbestimmungsrechts gehörig für Chaos gesorgt haben. Die Stimmung ist vergiftet. Um den Betriebsfrieden wieder herzustellen, hat der Direktor am Ende einen sehr hohen Preis zu zahlen.
Das Tondokument zu den Auseinandersetzungen
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Getrübte
Einigkeit von Hartmut Lühr (1994;95 / 52"20)
"Die Dialoge von vier Personen über die Befindlichkeit von Gesellschaft,
Land, Welt attackieren Allgemeinplätze und begeben sich gleichzeitig
voll in neue. In allen sind Funken von Wahrheit enthalten, mal auf "Bild"-Niveau,
mal auf dem Niveau des "Spiegel", mal auf dem der "Brigitte". Für jedes
Argument gibt es die Gegenposition.Und alles sind praktische, nützliche
Gedanken - wie von Leuten, die allabendlich in der Kneipe ihr Unbehagen
thematisieren, aber den Rand vom Glas als Maß ihres Horizontes benutzen
- und soweit kennt man das, sich, das ganze Gerede ..."
(Klaus Schmitz / Südwestfunk)
Gehobene Narrenfreiheit
von Hartmut Lühr (1996 / 46"26)
Am letzten Tag der Arbeitswoche hat es Direktor Freudenberg gehörig
die Laune verhagelt. Ausgerechnet während der Übertragung der Bundestags-Haushaltsdebatte
haben zwei von ihm wenig geschätzte Betriebsräte seines Automobilzulieferunternehmens
ihr Erscheinen in seinem Büro angekündigt.
Eine Ethik-Kommission wollen die beiden seiner Firma verpassen - Als ob
der Direktor nicht wahrlich schon genug andere Sorgen hätte. Da wäre
z.B. dieser Ingenieur aus der Fertigungsplanung, der unautorisiert Flugblätter
mit äußerst fragwürdigem Inhalt auf dem Betriebsgelände
verteilt ...
Geteilte Einsicht
von Hartmut Lühr (1996 / 7"42)
Ein gelangweiltes Ehepaar besucht eine Einkaufspassage. Die beiden haben
sich gegenseitig nicht mehr viel zu sagen - ein Bettler, der vor einem der
Konsumtempel `Stellung´ bezogen hat, ihnen dafür um so mehr.
Worin unterscheiden sich Gruselhörspiele aus den 80ern von
den heutigen Vertretern dieses Genres ?
Der HÖRSPIELer meint: `
In den 80ern wurden diese Hörspiele von Drehbuchautoren geschrieben,
von Schauspielern mit Leben gefüllt und von Regisseuren
umgesetzt, die sich privat als auch beruflich ansonsten
mit Kunst beschäftigt haben und aus finanziellen Gründen
-teils mit leichtem Naserümpfen,
teils mit Galgenhumor, teils mit der Einstellung `machen
wir einfach das Beste daraus´-
an besagten Produktionen mitwirkten.
Heute werden diese Hörspiele von Leuten realisiert, die privat
ebenfalls Horror und `Trash´ konsumieren.
Das macht <leider
> den hörbaren Unterschied aus. ´
Die folgenden Seiten verstehen sich daher als Reminiszenz an Könner
wie
Horst Frank, Judy Winter, Gottfried Keller, Douglas Welbat, Hans Clarin,
Günther Pfitzmann, Hans Paetsch, Marianne Kehlau und viele andere.
MACABROS
MACABROS/-FUNDSTÜCKE
LARRY
(alle auf dieser Seite)
Dan Shocker´s MACABROS
subjektive
Bestenliste der 10 beim
EUROPA-Label vertonten Folgen
:
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[6]
Camilla Davies ist medial veranlagt. Ein Wissenschaftler-Team, das
an der Erforschung parapsychologischer Phänomene arbeitet, will ihre
ungewöhnlichen Fähigkeiten testen. An einem geheimgehaltenen Ort
findet eine Seance statt. Aber etwas Merkwürdiges geschieht, das auch
Camilla nicht gewollt hat: das Medium verschwindet aus einem abgeschlossenen
Raum.
Wer hätte das gedacht:
Helmut Zierl , im TV durchweg als sympathischer Schwiegersohntyp besetzter
Heile-Welt-Mime,gibt hier sein absolut überzeugendes Debüt als
zynisch-süffisanter Dämonenfürst und befördert diese
Folge damit zum absoluten Highlight der Serie. Die drastisch geschilderten
Probleme eines nach einer außer Kontrolle geratenen Seance auf die
andere Seite des Erdballs verschlagenen Mediums tragen ebenfalls zur ausgesprochen
abwechslungsreichen Unterhaltung des gebannten Hörers bei. |
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[4]
Durch die Zeitschrift "Amazing Tales" erfährt Björn Hellmark
von einem Mann, der nach dreijähriger Abwesenheit wieder in London
aufgetaucht ist, ohne sagen zu können, wo er die ganze Zeit über
gewesen war. Auf der Suche nach dem Mann trifft er auf eine geheimnisvolle
Frau, die vor dreißig Jahren schon in ihrem Haus lebte, dann unauffindbar
verschwand, heute wieder dort lebt und um keinen Tag gealtert ist.
Eine fast sympathische Schreckensgöttin,die
eines ihrer unwilligen Opfer eigentlich lieber bemuttern möchte,statt
es zu eliminieren, beweist einmal mehr, daß Dan Shocker es seinerzeit
vorzüglich verstand, auch die dunklen Charaktere seiner Gruselreihe
differenziert und nicht nach dem bekannten Schwarz-Weiß-Muster,das
in diesem Genre leider viel zu oft Konjunktur hat, darzustellen. Dies hebt
ihn klar von weniger rühmlichen Vertretern seiner Zunft ab. |
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[5]
Ein Seglerpärchen glaubt sich allein auf einer Insel, von der es
wegen eines defekten Trimarans nicht mehr weg kommt. Andrew und Julia
stoßen auf den Eingang einer unheimlichen Höhle, in deren unergründlichen
Schwärze ein gigantischer Totenkopf von Zeit zu Zeit aufglimmt -
und wieder verlöscht. Andrew kann seine Neugierde kaum bezwingen
und wagt es, die Höhle zu erforschen.
Krimi, Mystik und Verfolgungsjagd
geben sich hier ein munteres Stelldichein. Ein Dämonenfürst,
der fast an seinem unterbelichteten Helfer verzweifelt, würde wahrscheinlich
beinahe das Mitgefühl der Hörer wecken, wenn diese nicht gerade
voll damit ausgelastet wären, der detail- und an Untertönen
reichen, galoppierenden Handlung zu folgen. |
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[1]
Nyreen Matobish ist Haupterbin des Antiquitätenhändlers Lawrence
Clearwater,obwohl der Mann einen leiblichen Sohn hat. Das Erbgut ist ein
altes, mit vollem Inventar versehenes Haus auf einer kleinen irischen Insel.
In den düsteren Räumen dieses Gebäudes scheint das Böse
zu lauern, und das Böse schlägt auch zu.
Die vermutlich härteste
Folge der Reihe.Auf der kleinen irischen Insel geht es ordentlich zur Sache.
Musikauswahl und Hintergrundgeräusche lassen eine erschreckend düstere
Atmosphäre entstehen. Die Phantasie wird auf jeden Fall enorm angeregt,da
können selbst die längeren Monologe des Protagonisten (verschmilzt
mit seiner Rolle: Darsteller und Drehbuchautor Douglas Welbat) dessen
Unterwasser-Odyssee nichts von ihrer fesselnden Spannung nehmen. |
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[7]
Pierre Barlon wird von finsteren Mächten erpresst: Sollte es ihm
nicht gelingen, Björn Hellmark ins Jenseits zu befördern, so
würden seine Frau und seine Tochter dafür bezahlen müssen.
So macht sich Pierre Barlon also schweren Herzens auf dem Weg in die Schweiz.
Was er nicht weiß: Frau und Tochter stehen selber mit den Mächten
der Finsternis in Kontakt und greifen später in das Geschehen ein als
sich abzeichnet, daß Pierre seinen Auftrag nicht erfüllen kann.
Diese Folge besticht durch
ihr geschickt inszeniertes Verwirrspiel um die Intrigen der Gegenspieler
Björn Hellmarks. Für die weibliche Kontrahentin der Hauptfigur
hätte man mit Sicherheit keine bessere Darstellerin verpflichten können
als Judy Winter, der ihre Doppelrolle als treusorgende Ehefrau und Dämonin,
hörbar Spaß bereitet. |
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[8]
Hans Leibold hatte schon immer einen Hang zum Okkulten. Die Totenbesprechung
hat es ihm angetan. So manche Nacht verbringt er auf dem Friedhof. Und
in einer Nacht gelingt es ihm: Ein Grab öffnet sich. Aber was Leibold
in ein unwirkliches Leben zurückgerufen hat, ist kein Mensch,
sondern eineBestie.
Die wirklich sehr makaberen
Geschehnisse um eine Armee von Untoten werden den Zuhörern durch die
geschickte Einbeziehung einer zerstrittenen Familie versüßt.
Auch die Gestaltung des ersten, vermeintlichen erotischen, Abenteuers der
Hauptfigur geriet den Hörspielmachern durchaus amüsant. |
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[3]
Jörg Maruschka ist Sammler okkulter Gegenstände und besessen
von dem Gedanken, daß gerade in Fröschen Dämonen und böse
Geister hausen und sie als Wirtskörper benutzen. Ein Alptraum wird
wahr, denn ein Frosch,größer als ein Mensch, entführt Maruschka
und behandelt ihn so, wie er die gefangenen Frösche bisher behandelt
hat.
Hier müßte eigentlich
das Herz eines jeden Gegners von Tierversuchen höher schlagen: Den
Spieß einmal umkehrend wird hier ein Wissenschaftler von einem Riesenfrosch
viviseziert.Folgen wie diese helfen dem Zuhörer, Dan Shockers Namensgebung
für seine Serie besser nachzuvollziehen. Ideal besetzt:
Horst Frank
als unheimlicher Wächter der Dämonenmaske. |
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[9]
Als sich der Angehörige des US-Geheimdienstes Phil Hunter einer
Herzoperation unterziehen muß, hat er während der Vollnarkose
ein eigenartiges Erlebnis: Er ist sich sicher, einen Blick in die Hölle
zu werfen. Was er dort sieht, vergißt er nicht. Sein Entsetzen wird
grenzenlos, als er ins einem Traum eine Schwester vom Pflegepersonal unter
den Höllenwesen zu erkennen glaubt.
Eine ein doppeltes Spiel verfolgende
Krankenschwester,eine selbstbewußte Hausfrau, durchaus kritisch
anklingende Schilderungen zweifelhafter Geheimdienstpraktiken sowie ein
vermeintlicher Scheuerlappen sind die rechten Zutaten für einen Gruselkrimi
par excellence. |
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[10]
Jahrelang war James Owen nicht mehr zu Hause. Als Seefahrer und Abenteurer
hat er dieganze Welt gesehen. Dann kehrt er plötzlich zurück nach
England. Abgemagert und alt... Seine Frau erkennt ihn kaum wieder. Die
Begrüßung wird zum Schrecken: James Owen verändert sich
im Bett neben seiner Frau und wird zu einem Skelett. Als die Frau am nächsten
Morgen erwacht, zeigen sich die ersten Knochen an ihrem Körper.
Das Südamerika-Abenteuer
machte den Abschied von den Hörspielvertonungen der Serie besonders
schwer, wurde doch hier mit Pepe erstmals eine weitere tragende Figur der
Saga neben Hellmark, Brado, Mahay und Mertus gelungen in Szene gesetzt. Aber
dieses Phänomen kennt man ja spätestens seit der Glanzbesetzung
von Gucky in der letzten Folge der Perry Rhodan-Vertonung von 1984
. |
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[2]
Über Howard Rox erzählt man sich unheimliche Dinge. Es gibt
Zungen, die behaupten, er könne sich in einen Werwolf verwandeln,
andere sagen, er sei ein Vampir - Niemand weiß Genaues, doch fest
steht: Etwas stimmt nicht mit diesem unheimlichen Mann.
Immer noch packender als manch
anderer Gruselroman, jedoch im Vergleich mit dem Niveau der übrigen
Vertonungen hinterherhinkend.So prädestiniert dieser Schauspieler
für die Rolle des psychopathischen Bösewichts seit nunmehr drei
Jahrzehnten zweifellos ist - Horst
Frank
als Dirk Toesfeld in Folge 3 der Serie hätte doch vielleicht genügt. |
Dan Shocker´s
MACABROS und LARRY
Fundstücke
Stellt man sich die Frage, wer oder was Jürgen
Grasmück alias Dan Shocker Anfang der siebziger Jahre für die Namensgebung
einer seiner beiden erfolgreichen Gruselserien inspiriert haben könnte,
lohnt ein Blick in das Fernsehprogramm aus jenen Tagen:
Hier finden wir im Jahr 1968 den 3-teiligen
Krimi `Ein Mann namens Harry Brent´ von Francis Durbridge. Da
scheint Shockers Figur Larry ja einen prominenten Ziehvater gehabt zu haben
...
In Macabros Nr. 50 `Rha-Ta-N`mys Leichenschlucht´
kommen Björn Hellmark und Larry Brent tatsächlich zusammen. In
der Folge gerät eine große Filmgesellschaft ins Trudeln, bei
der während der Dreharbeiten Filmszenen Realität werden: Straßen
brechen auf, Häuser stehen in Flammen, Flugzeuge explodieren, Flutwellen
ergießen sich über das Land. Hätte EUROPA doch die Macabros-
Hörspielproduktion bis Folge 50 durchgehalten! Ihre sämtlichen
archivierten Hintergrundgeräusche hätten sie hier zum Einsatz kommen
lassen können. Ein weiteres Stelldichein ergab sich 1984 zwischen den
Schauspielern Rainer Schmitt und Douglas Welbat: In der öffentlich-rechtlichen
Hörspielproduktion `Kampf um Kreuzberg´ von Peter Gollan stehen
sich Schmitt (alias Larry Brent) und Welbat (alias Björn Hellmark) als
`Superbulle´ (Schmitt) und Hausbesetzer (Welbat) gegenüber. Diese
Produktion bescherte ihren Zuhörern seinerzeit, fast genauso wie die
Shocker-Produkte, ein harmonisches Ende.
Ein durchgeknallter Dan Shocker-Fan dichtete 1974
folgendeZeilen auf Hellmarks treuen Weggefährten `Da ist noch der Rani
/ der`Koloß aus Bhutan´ / Im Stich läßt er Björn
nie, / ihm hätt´s sonst leid getan´ -
nun ja ...
Ein weiterer Shocker-Fan riet Grasmück bezüglich
des regelmäßig im Romanheft abgebildeten Konterfeis des Autors(s.o.)
"Wenn Ihnen Ihre Eckzähne irgendwann einmal zu lang werden, dann kauen
Sie doch einfach regelmäßig Sandpapier; Ein Rat meines Hausvampirs.".
Diesen Rat weist der den Sorgen seiner Gefolgschaft gegenüber reichlich
unsensible Grasmück jedoch seinerzeit mit dem Hinweis zurück,
daß er sich hüten werde, seine Zähne zu kürzen. Sie
seien sein ganzer Stolz und zudem die einzigen, die noch etwas taugten.Ob
er wohl heute, 25 Jahre später, immer noch so denkt ?
Auf dem Höhepunkt einer der ersten UFO-Hysterie-Wellen
forderte Dan Shocker doch tatsächlich seine Leser auf, nach unbekannten
Flugobjekten Ausschau zu halten (vornehmlich auf Gran Canaria) und diese
möglichst auch zu fotografieren, was ihm selber leider nie gelungen
sei. Wahrscheinlich ließ sich Shocker von dem damals gleichsam populären
als auch unsäglichen Erich von Däniken zu diesem geistigen Tiefschlag
inspirieren. Kann sich ein Leser dieser Seite durch diesen Hinweis
bereichert nun vielleicht nachträglich daran erinnern, im Sommerurlaub
Anno `74 auf besagter Insel einen aufgeregten Mittdreißiger mit bemerkenswert
beißfesten Zähnen mit der Fotokamera den Himmel absuchend gesehen
zu haben ? Wenn ja - jetzt weiß man endlich, was dahintersteckte.
Es folgen sieben von unzähligen möglichen
Beweisen für Jürgen Grasmücks wortschöpferische Qualitäten
- Die Namen der schwarzen Priester Xantilons (in hierarchischer Reihenfolge):
Quappa Orgep, MankoTarlep, Yron, Apron Kaa, Vartan Konk, Ontar Muoll und
Dwahl.
Für die Bennenung einiger seiner Figuren hat
sich Grasmück dem Vernehmen nach auch von den Namen einiger seiner Freunde
und Bekannter inspirieren lassen - Was hat der Mann denn für seltsame
Freunde ?
Originelles Motto: In einer Discothek in der Nähe
von Hannover lief ca. 1984 sogar eine Show mit dem Titel `Orungu, Fratze
aus dem Dschungel´, dem Shocker-Fan als Titel eines Larry Brent-Romans
lebhaft in Erinnerung. Ob die Veranstaltung ein kommerzieller oder wenigstens
ästhetischer Erfolg wurde, ist leider nicht überliefert.
Dan Shocker´s
LARRY
subjektive
Bestenlisteder 15 beim
EUROPA-Label vertonten Folgen
:
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[5] Chopper
- Geisterstimme aus dem Jenseits
Was zunächst als geschmackloser Streich
geplant war, endet für zwei junge Frauen aus Düsseldorf tödlich.
Nachdem ein Arbeitskollege einer der beiden mit Hilfe einer alten Beschwörungsformel
den Chopper-Dämon auf den Hals gehetzt hat, wird diese zu dessen willigem
Gefäß und läuft Amok. Zudem haben weitere dunkle Mächte
Interesse an der Kontrolle des Choppers.
Die Tragik eines aus Leichtsinn
ausgelösten Schreckenskarussells wird hier ergänzt durch die
spannend und streckenweise recht humorvoll inszenierten Bemühungen
Larry Brents, einer unübersichtlichen und bedrohlichen Situation Herr
zu werden. Die Story bedient sich in gekonnter gegenseitiger Ergänzung
sowohl des Agenten- als auch des Gruselroman-Genres. Mit ihr setzte Jürgen
Grasmück alias Dan Shocker der Stadt Düsseldorf, zu der er anscheinend
ein besonders inniges Verhältnis hat, ein Denkmal (bleibt zu hoffen,
daß man dies dort zu schätzen weiß ...). |
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[6] Im Kabinett
des Grauens
Der vor zwanzig Jahren in London hingerichtete
Mörder Derry Cromfield taucht plötzlich in einem Flugzeug nach
New York auf und tötet den Piloten, der ein Neffe seines Henkers
war. Danach schwört er auch der restlichen Verwandtschaft des Vollstreckers
blutige Rache. An der Wiederbelebung der Schreckensfigur ist dessen Bruder,
der in London ein gutgehendes Wachsfigurenkabinett besitzt, offenbar nicht
ganz unbeteiligt.
Die turbulente Anfangsszene
in der Boeing 707 gehört zu den amüsantesten der Serie. Schrecken
und teilweise ironischer Humor liegen auch in dieser Folge wieder einmal
eng beieinander. Die Geschehnisse um ein mysteriöses Wachsfigurenkabinett,
ein Film-Starlett, zwei Kleinkriminelle, und die Nöte einer Henkersfamilie
entlassen den Hörer nicht für eine Minute aus ihrem Bann. Das
Ganze wird schließlich noch durch die Besetzung des bewährten
Horst Frank
als wahnsinnig-genialem und unfreiwillig komischem Wissenschaftler abgerundet. |
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[1] Irrfahrt
der Skelette
Professor Torrence und seine Mitstreiter wollen
die Weltherrschaft an sich reißen. Ermöglichen soll ihnen dies
ein Kampfgas, welches Menschen, die damit in Berührung kommen, innerhalb
von Sekunden zu Skeletten werden läßt. Auf einer Südsee-Kreuzfahrt
soll Larry Brent den Professor, der als Passagier mit an Bord der `Andrea
Morena´ ist, aufzuhalten versuchen.
Eine makabere aber leider
trotzdem gar nicht so unrealistische Handlung um ein tödliches Kampfgas.
Südsee-Idylle und Agenten-Action werden im Hörspiel gleichermaßen
von kitschiger (vermeintlicher) Karibik-Folklore untermalt. Beinahe überflüssig
zu erwähnen, daß Horst
Frank
(er spielt in insgesamt 2 Brent-Folgen den Bösewicht) als Professor
Torrence wieder einmal glänzend besetzt ist |
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[12] Atomgespenster
Um einen Kumpanen aus dem Gefängnis freizupressen,
wollen einige Ganoven die Öffentlichkeit mit der Wiederinbetriebnahme
des Unglücksreaktors im amerikanischen Mealburg erpressen. Sie ahnen
hierbei nicht, daß sich ihre Pläne mit denen eines zwielichtigen
Arztes und einiger verstrahlter kindlicher Mutanten kreuzen.
Im Hörspiel erweisen
sich die vermeintlichen Strahlenopfer bzw. -monster als einigen ihrer Mitbürger
moralisch überlegen. Der Charme dieser spannenden Geschichte, die
eine düstere Atmosphäre entwickelt, liegt in der vollkommenen
Selbstverständlichkeit, mit der Grasmück Atomkraft als große
Gefahr darstellt. Dies bedarf für ihn offenbar überhaupt keiner
Erklärung. Recht hat der Mann. |
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[13] Der
Dämon mit den Totenaugen
Larry Brents Freund Iwan Kunaritschew wird in
eine mafiöse New Yorker Untergrundorganisation eingeschleust, deren
Mitglieder Totenschädelmasken tragen. Die PSA vermutet, daß der
Chef dieser Organisation über übernatürliche Kräfte verfügt.
Schnell gerät auch Larry Brent in seine Gewalt.
Neben der nervenaufreibenden
Handlung sind es in dieser Folge wieder einmal die tragischen Nebenrollen,
die der Story zu einer in diesem Genre selten anzutreffenden Tiefe verhelfen:
Ein Cop, den kurz vor seiner Pensionierung noch der Tod ereilt und eine drogensüchtige
Prostituierte (unerwartet überzeugend dargestellt von Renate Pichler,
die sonst eher auf die Rolle der Familienmutter abonniert ist) machen Larry
Brent die Erledigung seines Jobs nicht leichter... . |
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[7] Das
Totenhaus der Lady Florence
Der populäre englische Krimi-Autor Richard
Burling mietet das alte Haus, das seit dem Tod von Lady Florence leersteht.
Angeblich will er dort seinen neuesten Thriller vollenden, doch dies ist
nur eine Scheintätigkeit. In Wahrheit hat er ein gefährliches Serum
entwickelt, welches unsichtbar macht, hierzu jedoch auch noch eine andere
tödliche Nebenwirkung aufweist. Jetzt sind jedoch die verschiedensten
Agentenringe hinter ihm her.
Sehr spannende Geschichte,
die genüßlich mit altbewährten Genre-Klischees spielt: Von
unterbelichteten aber gutmütigen Totengräbern, einem schusseligen
Professor (quiekt munter durch die Gegend: Joachim Wolff, der sich bereits
als Professor Bienlein in Tim & Struppi akademische Sprechersporen verdient
hat) bis zu einem offenherzigen, naiven und natürlich attraktiven Hippie-Mädchen
reicht diesmal die Palette der von Shocker geschickt inszenierten Charaktere. |
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[2] Marotsch,
der Vampir-Killer
Kein Vampir ist vor dem Marotsch sicher. Um
sich 50 echte Vampirherzen zu sichern, sorgt er sogar dafür, daß
weitere Menschen zu Blutsaugern werden. Doch einige seiner Opfer beginnen
sich gegen ihn zu wehren. Sie können auf Larry Brents und Iwan Kunaritschews
Unterstützung setzen.
Eine recht blutrünstige
Geschichte, die jedoch durch hypnotisierende Spannung sowie einige Abschnitte,
in denen es rührend `menschelt´, ergänzt wird und somit letztendlich
doch abwechslungsreich unterhält. Gottfried Keller als der Marotsch
klingt gefährlicher als man es von ihm erwarten durfte. |
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[8] Das
Grauen von Blackwood-Castle
Der junge und recht attraktive Lord von Blackwood-Castle
hat ein unappetitliches Hobby: Er züchtet unzählige großer
und zum Teil sogar fleischfressender Raupen in den unterirdischen Gewölben
seines Schlosses. Erbschleicher haben es zudem auf sein Vermögen abgesehen
und fühlen sich daher gestört als sich eine junge Frau für
den kauzigen Lord interessiert. Da kommen ihnen die aggressiven Geschöpfe
des jungen Mannes gerade recht...
Geschickt wird bis zum
Schluß des Hörspiels die Spannung aufrechterhalten, was es denn
mit dem leicht gestörten Lord eigentlich auf sich hat. Helmut Zierl
setzt den widersprüchlichen Charakter glaubwürdig in Szene. An
dieser Stelle sei jedoch auch einmal erwähnt, daß der inflationäre
Einsatz des `Mr. EUROPA ´ alias F.J. Steffens
als Dauer-Bösewicht in den beiden Shocker-Serien ein wenig penetrant
wirkt. |
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[11] Sylphidas
Rachegeister
Ein irisches Fischerdorf wird von den geisterhaften
Sylphiden terrorisiert. Die Sylphiden fordern vom Lord of Glophtony den für
sie lebensnotwendigen Lohn eines jahrhundertealten Paktes mit dessen Vorfahren.
Doch der Lord will die Sylphiden vernichten, was diese jedoch mit drastischen
Mitteln zu verhindern suchen.
Eine temporeiche, spannende
Geschichte, die weitgehend ohne die Darstellung von Gewalt auskommt. Im
Hörspiel wird der Countdown, gegen den Larry Brent ankämpfen muß,
weniger glaubwürdig als vielmehr äußerst unbarmherzig geschildert.
Das softeste Hörspiel nach Dan Shocker. |
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[3] Die
Angst erwacht im Todesschloß
Die Bewohner des Schlosses von Sir George, Duke
of Hutchingdon werden von brutalen Gangstern erpreßt, die den Familiensitz
als Unterschlupf nutzen. Neugierige, die sich zu weit in das Schloß
hineinwagen, kommen auf mysteriöse Weise ums Leben.
Das Hörspiel liefert
einige wirklich gruselige Momente und darüber hinaus knallharte Agenten-Action.
Entgegen dem ersten Anschein walten im Schloß keine übernatürlichen
Kräfte, was einmal eine willkommene Abwechslung vom sonstigen Monster-Kreaturen-Mutationen-Motto
der Serie ist. |
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[10] Die
Jenseitskutsche von Diablos
In Spanien entführt die Jenseitskutsche
von Diablos Menschen auf dessen Burg, wo sie vorzeitig altern und dem jahrhundertealten
Tyrannen ihre Lebenskraft abtreten müssen.
Doch Diablos will mehr: Er zwingt den amerikanischen
Urahn seines Henkers aus längst vergangenen Zeiten nach Spanien zu
kommen, um sich dort stellvertretend an dem Jugendlichen rächen zu können.
Typisch für Dan Shocker,
daß er in die turbulente Handlung noch leger die Rolle eines Behinderten
einbaut. Obwohl diese Rolle als weder eindeutig gut noch eindeutig böse
eingestuft werden kann, wäre diese Vorgehensweise Grasmücks Anno
2006 wegen der zeitweilig ausufernden political correctness dieser Tage wohl
nicht mehr möglich. |
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[15] Dämonenbrut
Außerirdische haben menschlichen Müttern
ihre Nachkommenschaft untergejubelt. Mit Erreichen ihres 5. Lebensjahres
werden die bis dahin unauffälligen Kinder jedoch zu übermächtigen,
gewalttätigen Mutanten, die die Erde zusammen mit einigen menschlichen
Versuchskaninchen verlassen wollen.
Prinzipiell eine recht
gute SF-Gruselstory. Der spannende Handlungsablauf wird ergänzt durch
eine gelungene und eine fatale Nebenrollenbesetzung: Glücklich war die
Verpflichtung Hans Clarins als selbstherrlicher Psychoanalytiker, unterirdisch
geriet stimmenlagentechnisch jedoch die Darstellung des außerirdischen
Anführerkindes, welche dem Hörer die zweite Hälfte des Hörspiels
leider völlig vergrätzt. |
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[4] Die
Monster-Maschine
Ein chinesischer Forscher beschäftigt sich
mit genetischen Experimenten, mit deren Hilfe er aus Menschen Monster klont.
Seine Geschöpfe vergreifen sich zunehmend an Unbeteiligten. Um dem Treiben
ein Ende zu bereiten, tarnt sich Larry Brent zunächst selber als Leiche.
Wenn man den Zeitpunkt
des Erscheinens dieses Romans anfang der 70er Jahre bedenkt, muß man
zugeben, daß Shocker in dieser Story mit der Gentechnik recht frühzeitig
ein heißes Eisen anpackt. Dies gelingt ihm jedoch nicht wirklich. Die
genetische Gänsehaut bleibt oberflächlich und auf vordergründige
Gruseleffekte beschränkt. Bemerkenswert immerhin der relativ lange Monolog
eines Chinesen im O-Ton - Hier hat man bei EUROPA
wirklich mit Liebe zum Detail gearbeitet. |
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[14] Der
Mönch mit der Teufelskralle
In einem geschlossenen und sehr restriktiven
spanischen Heim für schwererziehbare junge Mädchen werden zwei
der Insassen umgebracht. Die Anstaltsleitung will die Vorfälle am liebsten
vertuschen, da sie selber in die Vorgänge verwickelt zu sein scheint.
Daß Larry Brent in das Geschehen eingreift, stößt daher auf
wenig Gegenliebe, geschweige denn Unterstützung.
Die Darstellung der heuchlerischen
Doppelmoral konservativer Anstaltsleiter ist zwar zu begrüßen,
ansonsten geriet die Story jedoch ausgesprochen düster ohne wenigstens
irgendwo einen minimalen Lichtblick erkennen zu lassen. Marianne Kehlau
gibt allerdings eine überzeugend bigotte Anstaltsmatrone ab. |
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[9] Die
Schlangenköpfe des Dr. Gorgo
Der mißgebildete Dr. Gorgo, ein exzellenter
Chirurg, rächt sich an den Frauen, die ihn wegen seiner körperlichen
Deformation in seinen Jugendjahren abgewiesen haben. Er lockt deren Töchter
in sein Labor und verunstaltet sie dort, indem er ihre Köpfe auf die
Körper von Tieren verpflanzt.
Eine grausame und abartige
Handlung, bei der Jürgen Grasmück sein Talent für das rechte
Maß bei Horrorgeschichten bedauerlicherweise abhanden gekommen ist.
Auch Drehbuchschreiber Douglas Welbat konnte seiner Verantwortung, die er
gegenüber den bekanntermaßen jugendlichen Konsumenten der Serie
trug, leider nicht gerecht werden. Die Folge war 1986, daß diese Hörspielepisode
indiziert
wurde und EUROPA danach alle Grusel- bzw. Horrorserien
einstellte.
Der Umstand, daß
im Jahre 2009, 23 Jahre später, Jugendliche durch die massenmediale
Verflachung und Verrohung, die aus der Privatisierungswelle des Fernsehens
seit den späten 80ern resultiert, ohne viel Aufwand wesentlich bedenklichere
Inhalte konsumieren können, scheint diesbezüglich als `Trost´
denkbar ungeeignet. |

die SchauspielerInnen und
der Sprecher auf dieser Seite (von rechts nach links):
CON STANZE KÖPP, CHRISTINA HOLSTEN,
CARSTEN KÖLLN und HARTMUT LÜHR (nicht im Bild: ANNE LANGE und ANNETTE
BAJORAT)
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