Initiative `Wir-sind-wichtig - Der Wirtschaft zuliebe !´Video 'Einsamkeit von Singles'



Ein neuer um sich greifender Defätismus sieht die gesellschaftspolitische Entwicklung in der Bundesrepublik
geprägt von wirtschaftlicher Gier des politisch rechten sowie deutschlandfeindlichem Selbsthass des politisch
linken Lagers. Massenmedien und Meinungsmacher verhalten sich verantwortungsbewusst und thematisieren
diese Entwicklung so gut wie kaum. Somit bleibt eine kleine Nische für unsere Initiative `Wir sind wichtig´.Mehr zum Selbstverständnis des Projekts 'WIR-SIND-WICHTIG / Der Wirtschaft zuliebe'



Nadja Grotefendt (für die Initiative 'Wir-sind-wichtig')
INDIVIDUALISIERUNG

Der Blick auf uns selbst

Der Name 'Wir-sind-wichtig' dieser neuen Initiative beschreibt eine sich immer weiter ausbreitende Selbsteinschätzung moderner Individualisten. Sich ihrer Einzigartigkeit bewusste und von Bindungszwängen weitestgehend befreite Menschen bilden das Rückrad einer leistungsfähigen Wirtschaft sowie eines expandierenden Wohlfahrtsstaats. Und das ist gut so.

# Das Projekt in der öffentlichen Wahrnehmung: Was bisher bei 'WIR-SIND-WICHTIG' geschah

# Diskussion mit Daniel Fallenstein u.a.: Das Projekt 'Wir-sind-wichtig' startet 2008 in Berlin




Anthony Krauskopf (für die Initiative 'Wir sind wichtig')
ÖKONOMIE

Die Wirtschaft zeigt sich dankbar

Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sollten den Gelderwerb im Allgemeinen und die berufliche Karriere im Besonderen als Dreh- und Angelpunkte modernen Lebens aufwerten. Illusionen schutzspendender familiärer Bindungen sind trügerisch und gefährlich. Viel eher müssen Karrierefrauen und Karrieremänner gewürdigt, ermutigt und getröstet werden.

# Eremiten und andere Individualisten: Podiumsdiskussion aus Berlin

# Die Wirtschaft fordert vollen Einsatz: Angebliche Schweigespirale zum Thema 'Einsamkeit'




Vera Göpfert (für die Initiative 'Wir-sind-wichtig')
PANTOFFELHELDEN

Die domestizierende Frau

Fortschrittliche Frauen haben die modernen westlichen Männer endlich da, wo sie sie haben wollen: Weg vom Schreibtisch und zu Hause auf dem Sofa. Jetzt sollten sich eigentlich Glück und Zufriedenheit einstellen, denn die kastrierten Herren der Schöpfung können sich nun endlich den jahrhundertelang vernachlässigten weiblichen Bedürfnissen widmen.

# Begründeter Mehrwert durch Gender-Politik und Gleichstellung: Weitere Pluspunkte für Berlin

# EU-Kommission auf dem richtigen Kurs: Kinder als Gefahr für die Karriere


'Wir-sind-wichtig' ist eine Initiative der Politik- und Kunstplattform 'moderne21'




Initiative WIR-SIND-WICHTIG
Impressum, Basis, neue Version




Video
Aktionsvideo 'Berliner Mehrwert'
BERL. MEHRWERT

Video
Video 'Saß ein Blogger auf dem Sofa ...'
BLOGGERITIS




an dieser Initiative beteiligte Aktivisten und Schauspieler
Vera Göpfert, Christoph Drobig,
Nadja Grotefendt, Angela Jehring
Anthony Krauskopf, Nina Ernst.




weitere Initiativen und Bündnisse unter dem Dach von `moderne21´
Lautsprecher an !: Dudelstopp
Verdrossenheit, ade: Wahlzusage
Justitia wacht: Gewalt geht immer




Video
Video 'Ein Redakteur, wie er sein sollte'
REDAKTEUR

Video
Video 'Parkbank-Dialog'
PARKBANK





Zitate aus dem 'Wir-sind-wichtig'-Projekt
Draußen im Lande wird hauptsächlich Fehlverhalten freigesetzt.
Und deswegen stehen bereits große Teile der Bevölkerung unter Frust.
"
(Fritz Mikesch)
"Die zentrale Frage der Kultur ist doch nicht, wie man sich gegenüber Gott oder dem Staat verhält,
sondern gegenüber anderen Menschen.
"
(Max Goldt [Falter])





Bündnis BERLINER MEHRWERT (Basisinitiative: WIR-SIND-WICHTIG)

Diskutant Daniel Fallenstein
BERLINER MEHRWERT I

Finanzielle Solidarität vs. Faulheit ?

Seit einiger Zeit ist das Phänomen des 'Berliner Mehrwerts' Gegenstand einer neuen Gerechtigkeitsdiskussion um die nicht zuletzt durch den Länderfinanzausgleich bedingte finanzielle Besserstellung der Hauptstädter auf Kosten der Steuerzahler in anderen Bundesländern. Berlin hat unbestreitbar eine gesellschaftspolitische Vorreiterrolle inne.

# Goslaer Frauenbeauftragte Ebeling auf maskulistischen Abwegen: Das wäre in Berlin nicht passiert

# Südländer verneinen Berliner Förderungswürdigkeit: Unverdiente Probleme für Klaus Wowereit




Diskutantin Sonja Peters
BERLINER MEHRWERT II

Pluspunkte für Berlin

Die durch den Gesetzgeber geförderte Angleichung der Geschlechter, die in Berlin bereits besonders weit fortgeschritten ist und die das tägliche Zusammenleben weiblich und männlich geprägter Menschen weitaus erträglicher macht als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war, ist nur ein Aspekt der Fortschrittsorientierung der Hauptstadt.

# Gesellschaftliche Vorreiterrolle der Spreemetropole: Weitere Pluspunkte für Berlin


Extra
Die 'Wir-sind-wichtig'-Darsteller inmitten einer Auswahl von Mitwirkenden an allen Initiativen und Projekten der letzten acht Jahre (namentliche Nennung auf der Seite der jeweiligen Initiative bzw. des jeweiligen Projekts)
MITWIRKENDE

Fotostrecke
Fotostrecke zum Projekt 'Wir-sind-wichtig'
WIR SIND WICHTIG




Diskussion
Diskussion zum Thema 'politische Aktionskunst'
AKTIONSKUNST

zivilgesellschaftliches Bündnis unter dem Dach von `moderne21´
Bündnis `Kreative Mitte´
KREATIVE MITTE




Gender-Spezial
Moderne Frauen sind keine Tussis,
Moderne Männer keine Opfer.







ZIVILGESELLSCHAFTLICHE INITIATIVEN UNTER DEM DACH VON moderne21:

DIE NAMEN DER BETEILIGTEN SIND AUF DEN JEWEILS VERLINKTEN SEITEN AUFGEFÜHRT





LÄNDERFINANZAUSGLEICH

Bayerns Kälte gegen Berlins Wärme

Bayerns Finanzminister Markus SöderBayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) ist einer der seriösesten und angesehendsten Politiker sowohl Bayerns als auch der Bundesrepublik. Daher sind seine Partei, seine Anhänger und nicht zuletzt auch seine Wähler verblüfft von seinem Vorstoß, für den finanzstarken Freistaat im Süden der Republik eigene Steuersätze einführen zu wollen.

Markus Söder in Anbetracht des aktuellen Wahlkampfs in Bayern einen Populisten zu nennen, der für ein paar Prozentpunkte in der Wählergunst auch vor anti-`nordischen´ Ressentiments nicht zurückschreckt, wäre sicher ganz falsch. Aber wenn er mit Verweis auf diverse Haushaltsexperten der Union auf die vermeintliche Notwendigkeit von mehr Steuerwettbewerb unter den Bundesländern hinweist, ist dies sehr kritisch zu sehen. Wenn er dann auch noch konkret die Senkung der Einkommenssteuer um drei Prozent sowie die Halbierung der Erbschaftsteuer benennt und als Gegenfinanzierung verminderte Zahlungen Bayerns an den Länderfinanzausgleich (LFA) anführt, müssen in den gesellschaftspolitisch vorbildlich geführten aber wirtschaftlich ungerechterweise relativ erfolglos agierenden Ländern und Nettoempfängern aus dem LFA, wie etwa Berlin, die Alarmglocken läuten.

Die Sprecherin des breiten zivilgesellschaftlichen Hauptstadt-Bündnisses `Berliner Mehrwert´, Manuela Holpert-Mang, kritisiert folgerichtig das offenbar mit Sozial-, Familien und Migrationsexperten nicht abgesprochene Vorpreschen Söders: `Wir kennen Herrn Söder seit Jahrzehnten als echten Charmebolzen auf der politischen Bühne - aber wenn er seinen Vorschlag tatsächlich weiter verfolgen sollte, müssen wir ihm leider politische Kaltschnäuzigkeit attestieren´. Mit der Einführung des Leistungsprinzips bei der bundesweiten Steuerverteilung würden die Pionierländer gesellschaftlicher Entwicklung, wie Berlin, Bremen und neuerdings auch wieder Nordrhein-Westfalen, mit voller Härte für ihre Bemühungen in Sachen Gleichstellung, Individualisierung und Einwanderung abgestraft. Dies, so Holpert-Mang, könne nicht diskussionslos hingenommen werden.


KLARTEXT

Warnung vor Karriereschäden durch Kinder

Fortschrittliche Kampagne aus Brüssel thematisiert die Gefahren durch FamiliennachwuchsDie Europäische Kommission wirbt aktuell mit einer Anzeigenkampagne für mehr wirtschaftliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern. Hierbei wurde auch das Bildmotiv einer Kleinfamilie verwendet, das mit der Frage "Wird ein Kind meiner Karriere schaden ?" übertitelt ist. Die Alleinstehenden-Initiative `Wir-sind-wichtig´ begrüßt diese indirekte Warnung vor Familiennachwuchs bei anhaltender Benachteiligung von Frauen.

Im Anzeigentext heißt es: "Familiäre Pflichten sind ungleich verteilt. Bei Frauen tritt häufiger eine Unterbrechung der Berufstätigkeit auf und sie arbeiten anschließend oft nicht mehr Vollzeit. Dies ist der Grund, warum Frauen durchschnittlich 17,5% weniger verdienen als Männer." Zwar gibt die Anzeigenserie vor, Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sollten überwunden werden, gleichzeitig werden durch den gewählten Slogan `Wird ein Kind meiner Karriere schaden ?´ jedoch Mädchen und Jungen in ein sehr kritisches Licht gestellt. In einer aus Steuergeldern finanzierten Kampagne geschah dies bisher noch nie so deutlich wie im vorliegenden Fall.

Ursula Reifenstein-Herbig von der Initiative `Wir-sind-wichtig´ lobt den Mut der Europäischen Kommission zur Ehrlichkeit: "Durch diese Kampagne fühlen meine MitstreiterInnen und ich uns nachhaltig in unserem Engagement unterstützt, die berufliche Karriere als Dreh- und Angelpunkt modernen Lebens gegenüber der überkommenen Institution `Familie´ aufzuwerten. Die Aussagen der EU-Kommission können unserer Ansicht nach als moderates Plädoyer gegen Kinder interpretiert werden, denn anderenfalls würde es sich der Logik zufolge ja um Erpressung handeln - nach dem Motto `entweder die Frauen in Europa bekommen 17,5% mehr Geld oder sie treten in einen Gebärstreik´." Eine derartige Drohung sei aus der Anzeige jedoch nicht herauszulesen.
Ebenfalls sehr lobenswert, so Reifenstein-Herbig, sei die konsequente Vermeidung der emotional aufgeladenen Begriffe `Mutter´ und `Vater´ in der gesamten Anzeigenserie. Die mit diesen Reizworten oftmals verbundene Familienperspektive entspreche ohnehin kaum noch der Lebenswirklichkeit moderner EuropäerInnen. Dass die EU-Kommission zudem bei der Kampagne nicht der Versuchung erliege, die vermeintlich gerechte gleiche Entlohnung für kindererziehende Hausfrauen und beispielsweise PädagogInnen zu fordern, beweise der unter anderem mit satirischen Mitteln arbeitenden Initiative `Wir-sind-wichtig´ zufolge wirtschaftsfreundliche und familienkritische Weitsicht.


Daniel Fallenstein und Sonja Peters GERECHTIGKEIT

Führt finanzielle Solidarität
zu kreativer Faulheit ?

Seit einiger Zeit ist das Phänomen des 'Berliner Mehrwerts' Gegenstand einer neuen Gerechtigkeitsdiskussion um die nicht zuletzt durch den Länderfinanzausgleich bedingte finanzielle Besserstellung der Hauptstädter auf Kosten der Steuerzahler in anderen Bundesländern. Die gesellschaftspolitische Vorreiterrolle Berlins, die durch großes Vertrauen in staatliche Transferleistungen und Überwindung traditioneller Sozialstrukturen gekennzeichnet ist, gilt bei politischen Entscheidungsträgern aller couleur als besonders förderungswürdig: Berliner sind de facto 'mehr wert' als Münchner und Düsseldorfer. Ob dies tatsächlich gerechtfertigt ist, darüber diskutierten Sonja Peters vom in Berlin ansässigen 'Bündnis für die Beibehaltung der Einwohnerhöherwertung' und der libertäre Journalist Daniel Fallenstein ('the European') im 'Kunsthaus Tacheles'.

Als größter Aktivposten der Spreemetropole wurde von Peters deren soziokultureller Output betont, den ein freier Markt nicht genügend honorieren würde. Kultur und soziales Engagement basierten jedoch auf geleisteter Arbeit und müssten auch entsprechend entlohnt werden: „Kultur darf schließlich nicht zur Subkultur werden. Der Rest der Republik muss das verhindern helfen.“
Fallenstein wies auf den Widerspruch hin, dass sich Berlins spezifischer 'Mehrwert' zwar nicht monetär ausdrücken lasse, er aber dennoch durch den Rest der Republik monetär abgegolten werden solle. Die Förderung moderner Lebensstile in der Hauptstadt sieht der Journalist skeptisch: „Das Geld, das die Berliner von Steuerzahlern aus anderen Teilen der Republik erhalten, ohne dass letztere eine andere Wahl haben als zu zahlen, stellt keine wirkliche Förderung der Kreativität dar, sondern führt mittelfristig zu kreativer Faulheit.“ Fallenstein gab ebenfalls zu bedenken, dass neben der Wirtschaft durchaus ein 'Markt für gesellschaftliche Vorbilder' existiere, auf dem Berlin einen sehr guten Stand habe und daher eigentlich keine Subventionierung benötige.


Den Geldfluss für die Hauptstadt sichern ! MEHRWERT

Weitere Pluspunkte für Berlin

Die durch den Gesetzgeber geförderte Angleichung der Geschlechter, die in Berlin bereits besonders weit fortgeschritten ist und die das tägliche Zusammenleben weiblich und männlich geprägter Menschen weitaus erträglicher macht als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war, ist nur ein Aspekt für die Fortschrittsorientierung der Hauptstadt. Bei genauerer Betrachtung werden weitere Beispiele deutlich, die die Förderungswürdigkeit der Spreemetropole unterstreichen.

So sucht die nahezu uneingeschränkte städtische Unterstützung freier und öffentlicher Sexualität bundesweit ihresgleichen – selbstverständlich im Rahmen geltender Gesetze, aber immer auch mit einem klaren Sympathiebonus für gesellschaftliche Minderheiten, die durch den Konformitätsdruck einschlägiger Massenmedien sowie kulturell tradierter Normen und Werte schließlich schon genug zu leiden haben.
Das sich immer vertraulicher und intimer gestaltende Zusammenleben von Mensch und Haustier in der Metropole kann ebenfalls als ein weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbares hoffnungsvolles Signal gesehen werden, das der stark wachsenden Zahl vereinsamter Menschen als Vorbild dient. Die soziale Entwurzelung, die durch die Konzentration auf das Erwerbsleben unvermeidlich ist, kann damit ein gutes Stück verträglicher gestaltet werden.
Auch die Förderung von mehr sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit unter den Berlinerinnen und Berlinern sowie die hiermit eng zusammenhängende politische Abkehr vom fragwürdigen Leistungsprinzip berechtigen zu der Bitte nach mehr finanzieller Unterstützung der modernen Spreemetropole durch die restliche Republik: Berliner sind für die künftige Entwicklung des gesamten Landes de facto „mehr wert“ als Einwohner in Landesteilen, die sich der Zukunft einer gerechten, toleranten und fortschrittlichen Gesellschaft weit weniger nachhaltig verschrieben haben.


Würde, Mut und Trost ÜBER UNS I

Würde, Mut und Trost

'Wir sind wichtig' ist eine zivilgesellschaftliche Initiative der offenen Politik- und Kunstplattform moderne21. Sie unterstützt seit drei Jahren Politik und Wirtschaft dabei, die berufliche Karriere als Dreh- und Angelpunkt modernen Lebens aufzuwerten.

Eine wachsende Zahl von Menschen tritt wegen ihrer subjektiv empfundenen beruflichen Unentbehrlichkeit in ihrem Sozialleben immer kürzer. Unabhängig davon, ob sie tatsächlich unersetzbar sind oder nicht, bringen sie große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus sehr häufig resultierende Verzicht auf Familienleben, elementare Glückserfahrungen und emotionale Stabilität ist nicht zu leugnen. Die Millionen Einzelkämpfer müssen daher von Initiativen wie 'Wir-sind-wichtig' gewürdigt, ermutigt und getröstet werden. Den Menschen soll ihr Unbehagen genommen und mit Hilfe von Aktionen, Diskussionen und der Dokumentation moderner Biographien gezeigt werden, dass sich Individualisierung und Marktwirtschaft sehr gut miteinander vereinbaren lassen.
Hinter Wir-sind-wichtig stehen neben Vertretern aus Politik, der boomenden Selbstverwirklichungsindustrie und Gewerkschaften Bürgerinnen und Bürger, die sich einbringen und gleichzeitig der Notwendigkeit ihrer Opfer für die Wirtschaft vergewissern wollen. Es sollte vor allem von der Politik aufrichtiger als bisher kommuniziert werden, dass beruflicher Erfolg nun einmal der Fetisch der modernen Zeit ist, dessen Nebenerscheinungen wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung adäquat durch Geld, Sozialarbeit oder neue Medien zu lösen sind. Durch Konsumchancen können Einsamkeitsgefühle kompensiert werden, beruflicher Erfolg kann fehlende Bestätigung im sozialen und familiären Bereich ersetzen. Den Menschen wird heute statt zu Hause in ihren Unternehmen vermittelt, dass sie einzigartig und wichtig sind. Sie fühlen sich dort unabkömmlich und wollen nicht riskieren, ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen drohendem Verschleiß auszusetzen.


Es gibt sehr wohl eine Gesellschaft ! ÜBER UNS II

Es gibt sehr wohl eine Gesellschaft !

... und was für eine: Sie wird immer vollkommener und perfekter, dank der Experten und der Fachleute, die von Staats wegen daran arbeiten, die elementaren Besonderheiten menschlicher Existenz mit den berechtigten Interessen der Wirtschaft in Einklang zu bringen.

Die Aktivisten von Wir-sind-wichtig helfen dem Staat, die altmodische Illusion schutzspendender sozialer Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft als gefährlich zu entlarven. Deren vermeintliche Funktion als `Sicherheitsspender´ wurde insbesondere von Soziologen bereits im vorigen Jahrhundert als Trugbild entlarvt und von vorausschauenden Politikern durch einen soliden und großzügigen Wohlfahrtsstaat ersetzt. Dieser sorgt weitgehend frei von menschlicher Irrationalität seither für Verlässlichkeit im Leben der Deutschen und garantiert so das Funktionieren von Wirtschaft im Großen und Privatleben im Kleinen. Wegen der Unverzichtbarkeit beruflichen Erfolgs für die Selbstverwirklichung hatten bereits führende Vertreter der 68er-Generation einengende gesellschaftliche Normen und Werte als Hindernisse für den Individualismus erkannt und erfolgreich bekämpft. Ihre geistigen Erben verstehen es sehr gut, ökonomisch funktionalisierte Sexualität mit den Grundsätzen des Feminismus und der Single-Gesellschaft zu verknüpfen. Ungünstig wirkt sich hierbei allenfalls die wegen politisch gebotener Maßnahmen wie dem Gender-Mainstreaming rapide abnehmende Anziehung zwischen den ehemals sehr gegensätzlichen Geschlechtern aus.
Der Initiative zufolge sind moderne Gesellschaften, deren Sozialstrukturen sich – unterstützt von Wirtschaft und Politik - radikal im Umbau befinden, von einer grundsätzlich positiven Haltung gegenüber staatlichem Wirken geprägt. Antietatistische Einstellungen, wie etwa Margaret Thatchers Aussage, nach der es keine Gesellschaft gäbe, sondern „nur Individuen, die für ihre Familie und ihre Nachbarn sorgen“, können daher keine Oberhand gewinnen. Die Akzeptanz staatlicher Sozialleistungen ist im Gegenteil gestiegen, da das Arbeitseinkommen wegen wachsender Abgabenquoten selbst für Alleinstehende und Kinderlose oft nicht ausreicht. `Wir-sind-wichtig´ kritisiert jedoch, dass viele Massenmedien noch immer zu einseitig über die sehr subjektiven Schattenseiten karriereorientierter Lebensbiografien berichten. Das Phänomen `Einsamkeit in der Single-Gesellschaft´ wird unnötig dramatisiert – bewährte Lösungen, wie beispielsweise Haustiere, werden hingegen zu selten aufgezeigt.


SPD-Bundeszentrale in Berlin REALISMUS

Rückendeckung durch progressive Kräfte

Die bundesrepublikanische Wirtschaft kann mit der politischen Linken im Land ausgesprochen zufrieden sein, bei der der Verteilungsgedanke nach wie vor uneingeschränkt im Vordergrund steht. Bei Grünen, Linken und Sozialdemokraten haben alternative utopisch anmutende Überlegungen zum Glück keine Chance - etwa die, nach der wirtschaftliche Faktoren für das Leben der Menschen in einer Gesellschaft, in der angeblich längst alle Grundbedürfnisse der Bevölkerung abgedeckt sind, auf ein Minimum zurückgefahren werden sollten.

Solch eine nur von ganz wenigen Außenseitern eingeforderte einseitige Ausrichtung der großen Unternehmen sowie der Politik auf das vermeintliche 'Lebensglück' der einfachen Menschen könnte für ein Land, das dem internationalen und globalisierten Wettbewerb um Ressourcen und Wachstum ausgesetzt ist, verheerende Auswirkungen in den Rankings und Statistiken haben und wurde daher von den bundesdeutschen Entscheidungsträgern zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise als alternatives Politikziel in Erwägung gezogen.
Es gab in den frühen achtziger Jahren kurzzeitig bei den 'Grünen' Bestrebungen, das Primat der Wirtschaft für das Leben der Bürger in Frage zu stellen. Dieses unrealistische Ansinnen wurde jedoch sehr schnell durch verantwortungsbewusste mediale, gewerkschaftliche und vermutlich auch - Ehre wem Ehre gebührt - sozialdemokratische Einflüsse zurückgedrängt und ist zum Glück längst weitestgehend in Vergessenheit geraten. Initiativen wie 'Berliner MehrWert' helfen dabei, den Menschen in der gesamten Republik am Fallbeispiel der Hauptstadt zu verdeutlichen, wie mit Hilfe konsequenten Gender-Mainstreamings, professionell betriebener Gleichstellung und gerechter Quotierung sowie einer vertretbaren Staatsverschuldung und moderaten Inflation die Interessen von Wirtschaft, Politik und Bürgern harmonisch in Einklang zu bringen sind, ohne dass es zu Irritationen oder gar offenen Konflikten kommen muss.


Projekt 'Wir-sind-wichtig' Initiative WIR-SIND-WICHTIG

Die Wirtschaft dankt - das alleine zählt

Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf und neuen Medien in ihrem Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und Geselligkeit ist kein Pappenstiel. Das Projekt 'Wir-sind-wichtig' zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.

Die berufliche Karriere ist der Dreh- und Angelpunkt der modernen Welt. Erfolgreiche Menschen richten ihr Leben heutzutage nach den Anforderungen der Wirtschaft aus und zahlen dafür oft den Preis mangelnder oder sogar gänzlich fehlender sozialer Bindungen. Nur wenigen beneidenswerten Frauen und Männern gelingt es, ihre jeweiligen Karrierepläne unter einen Hut zu bekommen und ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Verantwortung aufzubauen. Das ist gewiss bedauerlich - es sollte die weniger glücklichen Bürgerinnen und Bürger dennoch nicht davon abhalten, ihren Teil für das Funktionieren einer modernen und konkurrenzfähigen Wirtschaft in Deutschland beizutragen. Die Politik und das Projekt 'Wir-sind-wichtig' helfen ihnen dabei.
Die Einsicht, dass uneingeschränkter Individualismus und beruflicher Erfolg für moderne erwerbsorientierte Existenzen und eine starke Volkswirtschaft unverzichtbar sind, verdanken wir der 68er-Generation, die einengende gesellschaftliche Normen und Werte schon früh als Hindernisse für die individuelle und berufliche Selbstverwirklichung erkannt und erfolgreich bekämpft hat. Gefährliche Illusionen schutzspendender sozialer Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft wurden insbesondere von Soziologen bereits in den sechziger Jahren als Trugbilder entlarvt und von Politikern durch einen soliden und großzügigen Wohlfahrtsstaat ersetzt, der weitgehend frei von menschlicher Irrationalität seither für Sicherheit im Leben der Deutschen sorgt. Die neue Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ dokumentiert moderne Biographien in der Bundesrepublik, in der der gut ausgebaute Sozialstaat für das Funktionieren von Wirtschaft im Großen und Privatleben im Kleinen garantiert.


Vera Göpfert (Projekt 'Wir-sind-wichtig') INDIVIDUALISIERUNG

Der Blick auf uns selbst

Der Name 'Wir-sind-wichtig' des jüngsten Projekts beschreibt eine stark verbreitete Selbsteinschätzung moderner Individuen. Sich ihrer Einzigartigkeit bewusste und von Bindungszwängen weitestgehend befreite Menschen sind das Rückrad einer leistungsfähigen Wirtschaft und eines expandierenden Wohlfahrtsstaats. Bei der Kunstplattform moderne21 hat man die stetig wachsende Zahl durchökonomisierter Biografien, die den Anforderungen des kapitalistischen Marktsystems voll und ganz gerecht werden, bereits seit mehreren Jahren aufmerksam verfolgt und will die Millionen Einzelkämpfer mit dem neuen Projekt würdigen, ermutigen und trösten.

Die Hamburger People-Journalistin Ursula Reifenstein-Herbig, die das Projekt betreut, hält es für wichtig, dass die psychologischen Folgen des Wirkens mehrerer Generationen von Sozial- und Wirtschaftspolitikern sowie von Managern „endlich einmal im Rahmen einer ambitionierten und ungewöhnlich ehrlichen Projektreihe dokumentiert werden.“ Die Bürger bringen mittlerweile große private Opfer für das reibungslose Funktionieren von Wirtschaft und Sozialstaat, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wären. In der Folge fühlen sie sich berechtigterweise einfach zu wichtig, um ihre Lebenskraft und ihre Kreativität für anfällige soziale Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft drohendem Verschleiß auszusetzen. „Dass viele als Ausgleich für wachsende Einsamkeit auf Konsum und Selbstverwirklichung setzen, ist doch nur zu verständlich. Sollen wir ihnen ihren einzigen Trost etwa madig machen ?“, fragt Reifenstein-Herbig und klingt dabei ehrlich bekümmert.
Zusätzliche Identitäten und riesige anonyme Freundschaftsnetzwerke im Internet sind im Kommen und nichts, weswegen moderne Individualisten sich schämen sollten. Die Menschen mögen früher lebenslange und verlässliche soziale Bindungen miteinander eingegangen sein – heute kann sich jeder mit seinen vielen Talenten überall wenn nicht ständig als Superstar so doch wenigstens als ewiger Geheimtipp im Netz oder in der kleinen Galerie nebenan fühlen. Die Macher von Wir-sind-wichtig interpretieren das als zivilisatorischen Fortschritt, den sie moralisch unterstützen wollen.


Christoph Drobig (Projekt 'Wir-sind-wichtig') BETROFFENHEIT I

Die Opfer der Individualisierung

Der Aktion 'Wir-sind-wichtig' geht es um die Verlierer der Individualisierung, um die Opfer des gelebten modernen Kapitalismus. Wir betrachten mit Sorge, dass die zum Teil sehr negativen Auswirkungen der Single-Gesellschaft in Politik und Medien sehr selten und wenn, dann sehr einseitig thematisiert werden. Es existiert eine Schweigespirale in Hinblick auf extreme Vereinsamungs- und Entfremdungsprozesse in der Bevölkerung. Dahinter steht keine Verschwörung, sondern ein enormer Konformitätsdruck. Einsamkeit ist ein `Loserthema´ mit einem sehr niedrigen Coolnessfaktor.

Der Titel `Wir-sind-wichtig´ beschreibt einen Gemütszustand durch den sich immer breitere Bevölkerungsschichten über individuell verpfuschte Lebensbiografien hinwegzutrösten versuchen. Nach dem Motto „Ich bin zwar einsam und unglücklich – aber ich habe mich ja schließlich für etwas Höheres, Wichtigeres aufgeopfert: Für meinen Beruf, für meine einzigartigen Hobbys, für meine kurze Berühmtheit in Fernsehen oder im Internet oder für andere, die weniger privilegiert leben müssen als ich usw.“ Das ist nicht für alle aber für VIELE Menschen ein gefährlicher Trugschluss. Individualisierung und Marktwirtschaft vertragen sich sehr gut miteinander. Vielleicht zu gut.
Wir wollen eine ehrliche gesellschaftliche Diskussion darüber, wieweit wirtschaftliche und ideologische Faktoren bereits Einfluss auf die Lebensgestaltung, auf Glück und Unglück der Menschen gewonnen haben. Ob der Preis für Selbstverwirklichung und Erfolg auf dem Arbeitsmarkt nicht doch zu hoch ist. Wir wollen Politik und Medien dazu bringen, ehrlich zu sagen: „Wenn Ihr Euch für die Single-Gesellschaft entscheidet, aus materiellen Gründen oder warum auch immer, ist das natürlich Euer gutes Recht – aber steht dann bitte auch für die Folgen gerade! Die Single-Gesellschaft ist nun einmal häufig egoistisch, kalt und rücksichtslos.“ Es dürfen natürlich keinesfalls Lebensstile kritisiert werden. Aber genauso wenig dürfen negative Auswirkungen verharmlost oder schöngeredet werden: Die Politik macht den Leuten vor, Probleme wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung seien irgendwie durch Geld oder Sozialarbeit zu lösen. Das sind sie nicht und das werden sie auch nicht sein.


Spaziergängerin (Projekt 'Wir-sind-wichtig') BETROFFENHEIT II

Ego-Industrie weiter auf Wachstumskurs

Eine wachsende Anzahl von Menschen sieht sich konfrontiert mit steigendem Druck vom Arbeitsmarkt, fortschreitender Vereinsamung und dem Ausbleiben elementarer Glückserfahrungen. Früher kritisierte man diese Phänomene als `Entfremdung´ - heute hat man sich längst mit ihnen abgefunden. Massenmedien wie das Internet und das Privatfernsehen reagieren auf ihre Weise und nähren mit Blogs und Casting-Shows bei Unzufriedenen und Sinnsuchenden die Illusion von der eigenen Wichtigkeit. Das tröstet für den Moment.

Mit ihrem Leben unzufriedene Bürger werden von der boomenden Selbstverwirklichungsindustrie in dem Glauben bestärkt, anders als ihre Mütter und Väter etwas ganz Besonderes zu sein. So erscheinen ihnen ihre vielfach verkümmerten Biografien erträglicher. Tatsächlich fördert diese Einstellung nur die bedingungslose Unterwerfung moderner Frauen und Männer hinsichtlich der Zumutungen durch die globalisierte Marktwirtschaft. Elementare soziale Bindungen, auf die sich frühere Generationen verlassen konnten und wollten, werden gleichzeitig immer mehr verdrängt und vom Sozialstaat nur unzureichend durch Geldleistungen ersetzt. Individualisierung und Marktwirtschaft gehen schon seit einiger Zeit eine für beide vorteilhafte Allianz ein, bei der Glück und Lebenssinn vieler Menschen auf der Strecke bleiben. Die Idee, die eigene Existenz weitestgehend den Erfordernissen einer ungebremsten Ökonomie anzupassen, hat sich in allen politischen Lagern durchgesetzt. Beruflicher Erfolg soll dabei Einsamkeit ausgleichen, Konsumexzesse fehlende Anerkennung ersetzen und Freizeit ausbleibenden Sinn.
Von der Politik und den Massenmedien sind keine Impulse für eine Umkehr vom eingeschlagenen Weg zu erwarten. So bleibt es kleinen Satireprojekten wie `Wir-sind-wichtig´ vorbehalten, die immer deutlicher zutage tretenden Negativfolgen der Individualisierung zu thematisieren und den Menschen Mut zu machen für Veränderungen.


Nadja Grotefendt (Projekt 'Wir-sind-wichtig') BETROFFENHEIT III

Einsamkeit als Preis
für ein marktkonformes Leben

Beruflicher Erfolg ist der Fetisch der modernen Zeit. Über seine Schattenseiten für die Lebensqualität vieler Menschen, bei denen seelische Störungen stetig zunehmen, wird jedoch erstaunlich oft geschwiegen. Dabei treten sie immer sichtbarer zutage.

Geschäftsmänner sind gesellschaftlich hoch angesehen, Karrierefrauen werden gefördert und bewundert. Häufig sind es ungebundene Singles, die sich einen komfortablen Lebensstil leisten können - verbunden mit dem Bewusstsein, eine wichtige Rolle für ihr Unternehmen zu spielen. Was jedoch in ihnen vorgeht, wenn sie abends die Tür zu ihrer leeren Wohnung hinter sich zuziehen oder wenn sie an einem schönen Tag alleine auf einer Parkbank sitzen und wieder einmal niemanden zum unterhalten haben, darüber wird nur selten in den Massenmedien berichtet. Einsamkeit hat keinen hohen Nachrichtenwert. Für viele mehr oder weniger beruflich erfolgreiche Alleinstehende beginnt spätestens in der Mitte ihres Lebens das große Zweifeln über die Richtigkeit längst getroffener Entscheidungen zugunsten der Karriere und gegen traditionelle familiäre Bindungen. Dies gilt für Frauen und Männer gleichermaßen, auch wenn sich bei ihnen die sichtbarsten Auswirkungen unterentwickelter sozialer Bindungen voneinander unterscheiden: Frauen flüchten sich oftmals in Depressionen, Männer verweigern häufig das Erwachsenwerden. Es stellt sich schon seit langem die Frage, ob durchökonomisierte moderne Biografien nicht weit über ein erträgliches Maß hinaus den Anforderungen des kapitalistischen Marktsystems Rechnung zollen.
Die Berliner Aktions- und Politikplattform moderne21 widmet sich der Furcht moderner Individualisten vor der Einsicht, ihr Leben allzu sehr nach den Erfordernissen der Marktwirtschaft westlicher Prägung auszurichten und einen viel zu hohen Preis dafür zu zahlen oder bereits unwiderruflich gezahlt zu haben. Der Name der neuen Projektreihe `Wir sind wichtig´ spielt auf den von Politik, Wirtschaft und Medien immer wieder neu genährten Mythos an, ausschließlich über beruflichen Erfolg und `Karriere´ könne der eigenen Existenz Bedeutung verliehen werden.



Rotes Rathaus Berlin DISKUSSION

Diskussion über den 'Berliner Mehrwert'

Was hat es mit dem Schlagwort des 'Berliner Mehrwerts' auf sich, das gegenwärtig in Feuilletons und politischen Kommentaren die Runde macht ? Dem mit diesem sarkastischen Begriff einhergehenden Vorwurf, den Hauptstädtern ginge es – da sie faktisch 'mehr Wert' seien - auf Kosten der restlichen Republik finanziell zu gut, widmet sich eine neue Initiative des Projekts 'Wir-sind-wichtig'.

Seit einiger Zeit ist der sogenannte 'Berliner Mehrwert' Gegenstand der Diskussion um Verteilungsgerechtigkeit in der Bundesrepublik. Es wird suggeriert, die Hauptstädter seien dank der für die Spree-Metropole segensreichen Auswirkungen des Länderfinanzausgleichs de facto 'mehr wert' als Bürgerinnen und Bürger in anderen Teilen der Republik, die die Wohltaten für Berlin mit Steuergeldern finanzieren müssen. Die Initiative 'Wir-sind-wichtig' hält den Unmut über die vermeintliche Privilegierung der Hauptstädter für ungerechtfertigt, plädiert aber dennoch dafür, mögliche Konflikte beim Namen zu nennen und intelligent zu moderieren, damit sie eines Tages nicht eskalieren.
Die gesellschaftliche Vorreiterrolle Berlins ist durch die Konzentration postmoderner Lebensstile in der Hauptstadt besonders augenfällig: Die Angleichung der Geschlechter sowie die endgültige Überwindung traditioneller Familienstrukturen bringen die Metropolenbewohner einerseits zwar der angestrebten weitestgehenden Selbstverwirklichung näher, sie verlangen ihnen andererseits jedoch auch nicht zu unterschätzende Opfer ab, was Lebensfreude, Gesundheit und nachhaltige soziale Bindungen anbelangt. Als Ausgleich hierfür ist es gerechtfertigt, dass die Hauptstädter weniger hart für ihren Wohlstand arbeiten müssen als Bürger in anderen Teilen der Republik. Um den gesellschaftspolitischen Pionierstatus Berlins weiterhin sicherzustellen, ist es darüber hinaus sogar überlegenswert, die ökonomische Unterstützung durch die anderen Bundesländer, die früher oder später allesamt von den Erfahrungen der Spreemetropole profitieren werden, weiter auszubauen.


EN DETAIL

Was bisher bei 'WIR-SIND-WICHTIG' geschah

Die sich satirischer Mittel bedienende Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ startete Ende 2008 und stieß von Beginn an auf reges Interesse der Öffentlichkeit sowie der veröffentlichten Meinung.

Die neue Projektreihe wurde umgehend im Internet diskutiert u.a. im Erwerbslosen Forum. Zum Auftakt fand im Oktober 2008 im Berliner Kunsthaus Tacheles in Berlin eine Podiumsdiskussion (Ausschnitt) mit Daniel Fallenstein und weiteren 'Freunden der offenen Gesellschaft' statt. Über die Aktionsreihe berichteten u.a. der WDR sowie der Deutschlandfunk.
Vor drei Jahren gab es bereits ein Vorläuferprojekt von Wir-sind-wichtig in Form eines satirischen Hedonisten-Bashings mit dem Titel 'Groupiedämmerung'. Es hatte eher unterhaltenden Charakter und wurde als Hörbuch vertont. Der 'Hörspiegel' schrieb damals: "Hier wird in 38 Minuten ein Bild erschaffen, welches sich von den üblichen Themen von Hörspielen abhebt. Interessante Unterhaltung mit Nachwirkung." Und auch die taz-Berlin stimmte ein: "Lühr nutzt das Medium Hörspiel, um auf das Meinungsmonopol der Massenmedien aufmerksam zu machen.", vermutlich jedoch ohne sich dabei selbst als marktbeherrschend einzustufen.
Einen großen Schub an Glaubwürdigkeit und Boulevard-Credibility sicherte sich 'Wir-sind-wichtig' durch die Zusammenarbeit mit der bekannten Hamburger Journalistin und Kolumnistin Ursula Reifenstein-Herbig ("Die überbewerteten Unterschiede", "Singlefrauen - alleine und glücklich"), die das Projekt als Patin betreut. Die eloquente Powerfrau hat sich mittlerweile wieder mit dem moderne21-Aktivisten Leo Greller und dessen Manager Ludwig 'Ludo' Kamberlein ausgesöhnt, nachdem der zu Kurzschluss-handlungen neigende Liedermacher Greller unbewiesenermaßen ein Filmrequisit aus der Winterhuder Villa der Erfolgsautorin entwendet hatte, das inzwischen erfreulicherweise wieder auf seinen alten Platz im Hause Reifenstein-Herbig zurückgefunden hat.


MACHTVERHÄLTNIS

Richtige Frauen und falsche Männer

Fortschrittliche Frauen sind keinesfalls automatisch die besseren Männer, moderne Männer sind mitnichten halbe Frauen. Von Selbsthass getrieben werden Männer lediglich dann, wenn sie als Kinder oder in der Adoleszenz Opfer von Demütigungen bezüglich ihrer Männlichkeit geworden sind. Hier müssen wir alle noch aufmerksamer werden und bei Notwendigkeit rechtzeitig einschreiten.

Dank mannigfaltiger Quotenregelungen wird die Politik in Deutschland gegenwärtig immer weiter demaskuliniert. In den Hintergrund gerückt wird daher zunehmend das harte Aufeinandertreffen verschiedener Meinungen und die konsensuale Harmonie tritt in den Vordergrund. Auch die Ideologie der Political Correctness wird zunehmend als Mittel akzeptiert, mehr Gerechtigkeit herzustellen.
Der von Misanthropen und Maskulisten gegenüber von Politik und Gesellschaft zu Recht geförderten Karrierefrauen zu konstatierende Penisneid ist gesellschaftlich gesehen auf dem Rückmarsch. Progressive und emanzipierte Männer akzeptieren ihre Partnerinnnen oder Partner sowohl im Privatleben als auch im beruflichen kulturellen Bereich.

Von den männlichen Nerds der `Piratenpartei´-Generation geht allenthalben keine Gefahr mehr für moderne und gerechte Gesellschaften aus. Sie haben das `Hotel Mama´ für sich entdeckt, dass sie einem Leben mit erwachsenen und karriereorientierten Frauen so lange als möglich vorziehen.
Von einer Minderheit fortschrittsverweigernder Männer werden in Beruf und Karriere erfolgreich geförderte Frauen jedoch häufig ignoriert oder mit dem Argument zurückgewiesen, dass `man sich lieber an das Original halte´, seine Freizeit daher bevorzugt mit Kumpels verbringe und seine erotischen Bedürfnisse auf käuflichen Sex verlagere beziehungsweise sich hierbei verstärkt dem eigenen Geschlecht zuwende Diese perfide Diskriminierung sollte mit entsprechenden Verboten, wie etwa in Skandinavien, geahndet werden.


HORROR

Gleichgewicht des Schreckens

Moderne Frauen und moderne Männer sehen sich vielfach Schmähungen und Spott von Seiten rückständiger Frauen sowie besitzstandswahrenden Männern ausgesetzt. müssen vielfach gegen bösartige Klischees ankämpfen, die von `glücklichen´ Familienmüttern oder vermeintlich `richtigen´ Männern in die Welt gesetzt wurden, um ihnen vorsätzlich ihre Selbstverwirklichung zu erschweren. Solchen Unwägbarkeiten muss mit Entschiedenheit entgegen getreten werden

Von weiblicher Seite kommt es im Zuge der Gegenbewegung zur jahrhundertelangen Männergewalt teilweise zu verständlichen Überreaktionen mit `Nachholcharakter´. Dies wird von modernen Männern akzeptiert, ebenso wie die von den Boulevardmedien zum Tabu-Thema verklärte häusliche Gewalt, die von Frauen gegen das vermeintlich `starke Geschlecht´ gerichtet ist, die aber trotz allem eine Ausnahme darstellt.
Weil moderne Frauen die korrekteren und daher genau genommen die `besseren´ Männer sind, betätigen sie sich seit einiger Zeit auch überaus erfolgreich als Soldatinnen. Tragische Unfälle weiblicher Rekrutinnen, wie etwa wiederholt auf dem Ausbildungsschiff `Gorch Fock´ vorgekommen, können diesen begrüßenswerten gesellschaftlichen Trend nicht umkehren, den man im übrigen keinesfalls als neues `Gleichgewicht des Schreckens´ diffamieren sollte.

Moderne Männer setzen sich vielmehr gegen Diskriminierung ein und beziehen mutig Stellung gegen den Hass. Mit Vorurteilen haben sie daher erst recht nichts am Hut. Der aus autoritär geprägten Gesellschaften stammenden Eigenschaft `Rücksicht´ erteilen sie folgerichtig ebenfalls eine Absage. Musik sollte deshalb überall laut genossen werden können, beispielsweise die Tonträger der frechen Tic Tac Toe, die ihren männlichen Macho-Kollegen bereits vor 16 Jahren in nichts nachstanden oder auch die der promovierten Pornorapperin Lady Bitch Ray aus Bremen.

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