Initiative `Dudelstopp - Musik ohne ZwangInitiative `Dudelstopp - Musik ohne Zwang



RENEGAT

Barden, Straßenmusikanten und anderer Pöbel

Der ehemalige Hamburger Liedermacher und Provokateur Leo Greller gehört seit einiger Zeit zu den umtriebigsten Aktivisten der zivilgesellschaftlichen Initiative `Dudelstopp´. Hieran wird immer wieder Kritik laut - manch einer stößt sich an der vermeintlichen Unberechenbarkeit des unangepassten Künstlers. Daher scheint es sinnvoll, einen Blick auf seine Biographie zu werfen:

Im Alter von 17 neben Musikerkollegen Nivek O.Geboren in Heide (Holst.) absolviert Leo 1986 die mittlere Reife. Er leistet seinen Zivildienst in einer Pschiatrie ab und beginnt danach eine Ausbildung als Bauzeichner, die er kurz darauf abbricht. Greller leidet seither unter einer Phobie vor hohen Gebäuden und fühlt sich daher in Hamburg gut aufgehoben, wohin er 1986 umzieht. Aber in der Hafenstraße wird es ihm schnell zu unruhig. Es folgen Verschiedene Jobs ohne nennenswerte künstlerische Perspektive. Einzige Ausnahme: Seine Tätigkeit als Straßenmusikant, welche Leo jedoch schon bald wegen zu häufiger Erkältungen aufgeben musste.
1989 übernimmt Greller die Koordination kreativer Störaktionen anlässlich der sogenannten `Volkszählung´. Es folgen testosterongeschwängerte Auftritte mit seiner Electro-Hardcore-Kombo `Abortive Gasp´ im `Stairways´ und im `Kir´. Nach deren Auflösung entwickelt sich Leo 1990 mit der Organisation des Workshops `Schöner Wohnen mit weniger Kohlen´ weiter. Er lebt inzwischen in St. Pauli und der Workshop hat nur Wenige Teilnehmer, erregt jedoch einiges Medieninteresse. Greller gründet mit Mitteln aus der Erbschaft einer älteren Hamburger Unternehmerin einen eigenen Musikverlag (Pauli-Platten) begleitet von bösen Gerüchten innerhalb der örtlichen Musikszene über die Natur des Verhältnisses zwischen Leo und besagter Dame. Um diesen schlechten Schwingungen aus dem Weg zu gehen, verbringt er bis 1991 ungefähr ein Jahr mit seiner persönlichen `Ich-Findung´ in Amsterdam. Wieder nach Hamburg heimgekehrt, zieht Greller sich wegen schwerer finanzieller Verluste aufgrund kaufmännischer Fehlentscheidungen aus dem Musikverlagsgeschäft zurück.
1991 kommt es erstmals zur Zusammenarbeit mit Manager Ludo Kamberlein. Leo gibt aus gereifter Überzeugung sein Vorhaben der Gründung einer nach eigenen Bedürfnissen maßgeschneiderten Gewerkschaft (für "Barden, Straßenmusikanten und anderen Pöbel") auf, da die potentielle Mitgliederzahl behördlicherseits als zu geringfügig eingeschatzt wird. Künftig will er verstärkt als politischer Liedermacher und Aktionskünstler in Erscheinung treten.





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