Initiative `Wahlabsage / Mehr Demokratie, weniger Politik'Initiative `Wahlabsage / Mehr Demokratie, weniger Politik'



EIGENNUTZ

Verständnis und Ablehnung

Manche politischen Aktivisten reagieren auf die wachsende Nichtwählerbewegung in Deutschland weniger besorgt oder besonnen, sondern aggressiv und polemisch. Hier zwei Meinungen, hinter denen ganz unterschiedliche Motivationen stecken:

Projekt 'Wahlzusage'Ein junger, leicht chaotisch wirkender Mann mit alternativem Habitus: „Wir gründen gerade 'ne anarchistische Anti-Partei, ich und ein paar Kumpels. Sind auch Frauen dabei. Für Protestwähler ... und für unsere Haushaltskasse, da bin ich ganz radikal ehrlich. Hartz IV reicht nämlich hinten und vorne nicht. Fallt bloß nicht auf die anderen Spaßparteien rein: die Piraten, die Titanics oder die Schlingensiefs. Den finden alle zwar knuffig, aber mit seiner Chance 2000 hat er vielen Leuten falsche Hoffnungen gemacht. Unter uns: Wenn Ihr wirklich was ändern wollt, verzichtet lieber ganz aufs Wählen. Lasst Euch nicht von basisdemokratischen Spinnern mit runden Tischen oder Graswurzelbewegungen einlullen. Die sind inzwischen so was von abgefrühstückt ! Wenn Ihr Euch den Gang zur Urne schon nicht verkneifen könnt, dann wählt lieber uns Antis. Die Bewegung dankt !“
Eine leicht zynisch wirkende Dame, deren Lebensumfeld man im gehobenen Selbstverwirklichungsmilieu vermuten könnte, warnt: „Ich muss mich gerade sehr beherrschen, denn diese Nichtwähler-Förderung ist ja wohl das Allerletzte in meinen Augen ! Leute, die Parlamentariern die Unterstützung entziehen wollen ... Die mögen sicher auch keine Geländewagen oder Rap. Hierzulande darf doch wirklich jeder Querulant eine eigene politische Vereinigung gründen. Warum also feiger Wahlboykott ? Diese Systemkritiker wollen also partout den Lobbyisten und ihren Regierenden das Leben schwer machen - Na gut, dann sollten sie uns vielleicht lieber einfach mit einer Partei gegen Arschlöcher überraschen ! Das wäre witzig und nicht wirklich eine Gefahr für die Demokratie. Denn ich wette, von -na sagen wir mal- Mercedesfahrern oder Kampfhundehaltern würden die nicht eine Stimme bekommen.“





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