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ÄSTHETIK

Kritik an sog. 'Piepsstimmen' ist frauenfreindlich

Die ganz überwiegende Mehrheit der Bundesdeutschen hat sich längst daran gewöhnt, bei der medialen Präsenz weiblicher Schauspielerinnen, Politikerinnen oder Expertinnen über deren teilweise als sehr unangenehm empfundenen Sprechstimmen tolerant `hinwegzuhören´. Auf dem Weg zu einer gerechteren Mediengesellschaft ohne Diskriminierungen ist diese Entwicklung zweifellos zu begrüßen.

Frauen mit unzumutbarer Stimme dürfen massenmedial nicht ausgegrenzt werdenDurften Zuschauerinnen und Zuschauer, Zuhörerinne und Zuhörer von Fernseh- und Radioprogrammen seit Beginn der elektronischen Massenmedien hierzulande bis in die Achtziger Jahre hinein die wohlklingenden Stimmen von Dagmar Berghoff, Angelika Unterlauf oder Karin Anselm angenehm auf sich wirken lassen, so haben sie heute mit den enervierenden verbalen Emmissionen von Barbara Salesch, Heidi Klum oder Charlotte Roche zu leben gelernt.
Lange vorbei sind die Zeiten als nur Frauen mit einer angenehmen Stimme es in die Programme der Fernseh- und Radiosender schafften und solche mit einem entsprechenden landläufig als unangenehm empfundenen `schrillen´ oder `piepsigen´ Organ empfohlen wurde, ihrem für andere unzumutbaren Manko mit Hilfe einer logopädischen Behandlung zu Leibe zu rücken.

Die von einer politisch unkorrekten und möglicherweise latent frauenfeindlichen Minderheit als unangenehm empfundenen Sprechstimmen gewisser Schauspielerinnen, Journalistinnen und anderer Aktricen des medialen und öffentlichen Lebens signalisieren dem modernen Teil der Bevölkerung, dass die Angleichung der Geschlechter auf einem guten Weg ist, wenn von weiblichen Menschen nicht mehr automatisch erwartet wird, angenehm auf ihre Umwelt zu wirken. Die Sozialdemokratisierung der elektronischen Medien seit der Einführung der Privatsender hat ihren Beitrag dazu geleistet. Das einst schöne und ästhetisch anspruchsvollere Geschlecht hat sich besonnen und tritt mittlerweile zum Glück ebenso aggressiv und bisweilen eben auch `nervig´ auf, wie das ehemals `starke´ Geschlecht.

Der geschlechterbezogenen Fairness halber sei angemerkt, dass es natürlich ebenfalls eines dicken Fells bedarf, Til Schweiger beim Nuscheln zuzuhören. Für die männlichen Promi-Stimmen stellt er jedoch Anfang und zugleich auch schon Abschluss der entsprechenden Täterliste dar.





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