Initiative `Wir-sind-wichtig - Der Wirtschaft zuliebe !´Video 'Einsamkeit von Singles'



BETROFFENHEIT

Die Opfer der Individualisierung

Der Aktion 'Wir-sind-wichtig' geht es um die Verlierer der Individualisierung, um die Opfer des gelebten modernen Kapitalismus. Wir betrachten mit Sorge, dass die zum Teil sehr negativen Auswirkungen der Single-Gesellschaft in Politik und Medien sehr selten und wenn, dann sehr einseitig thematisiert werden. Es existiert eine Schweigespirale in Hinblick auf extreme Vereinsamungs- und Entfremdungsprozesse in der Bevölkerung. Dahinter steht keine Verschwörung, sondern ein enormer Konformitätsdruck. Einsamkeit ist ein `Loserthema´ mit einem sehr niedrigen Coolnessfaktor.

Der Titel `Wir-sind-wichtig´ beschreibt einen Gemütszustand durch den sich immer breitere Bevölkerungsschichten über individuell verpfuschte Lebensbiografien hinwegzutrösten versuchen. Nach dem Motto „Ich bin zwar einsam und unglücklich – aber ich habe mich ja schließlich für etwas Höheres, Wichtigeres aufgeopfert: Für meinen Beruf, für meine einzigartigen Hobbys, für meine kurze Berühmtheit in Fernsehen oder im Internet oder für andere, die weniger privilegiert leben müssen als ich usw.“ Das ist nicht für alle aber für VIELE Menschen ein gefährlicher Trugschluss. Individualisierung und Marktwirtschaft vertragen sich sehr gut miteinander. Vielleicht zu gut.
Christoph Drobig (Projekt 'Wir-sind-wichtig') Wir wollen eine ehrliche gesellschaftliche Diskussion darüber, wieweit wirtschaftliche und ideologische Faktoren bereits Einfluss auf die Lebensgestaltung, auf Glück und Unglück der Menschen gewonnen haben. Ob der Preis für Selbstverwirklichung und Erfolg auf dem Arbeitsmarkt nicht doch zu hoch ist. Wir wollen Politik und Medien dazu bringen, ehrlich zu sagen: „Wenn Ihr Euch für die Single-Gesellschaft entscheidet, aus materiellen Gründen oder warum auch immer, ist das natürlich Euer gutes Recht – aber steht dann bitte auch für die Folgen gerade! Die Single-Gesellschaft ist nun einmal häufig egoistisch, kalt und rücksichtslos.“ Es dürfen natürlich keinesfalls Lebensstile kritisiert werden. Aber genauso wenig dürfen negative Auswirkungen verharmlost oder schöngeredet werden: Die Politik macht den Leuten vor, Probleme wie Einsamkeit und familiäre Entwurzelung seien irgendwie durch Geld oder Sozialarbeit zu lösen. Das sind sie nicht und das werden sie auch nicht sein.





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